Schauspielhaus Bochum feiert Jubiläum

Print Friendly, PDF & Email

Bochum – Mit einem außergewöhnlichen Festakt hat das Schauspielhaus Bochum am Samstag, 13. April, seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Schauspielhauses Bochum – Foto: Daniel Sadrowski

Den Auftakt der Feierlichkeiten machte eine prominent besetzte Podiumsdiskussion mit den ehemaligen Schauspielhaus-Intendanten Leander Haußmann, Matthias Hartmann, Elmar Goerden, Anselm Weber und Olaf Kröck sowie dem langjährigen Bochumer Chefdramaturgen Hermann Beil, Tanztheater-Pionierin Reinhild Hoffmann und Schauspielhaus-Intendant Johan Simons.

Podiumsdiskussion: Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Schauspielhauses Bochum – Foto: Daniel Sadrowski

Vor 800 Besuchern und geladenen Gästen im ausverkauften Großen Saal ging es nicht nur um die Geschichte des Bochumer Theaters, sondern auch um Fragen zur politischen Verantwortung und aktuellen Entwicklungen der Darstellenden Kunst. Dabei entwickelte sich unter der Moderation von TV-Journalistin Sonia Seymour Mikich und Bochums Chefdramaturg Vasco Boenisch eine spannende und teils auch kontroverse Diskussion.

Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Schauspielhauses Bochum – Foto: Daniel Sadrowski

Es folgte eine spezielle Geburtstagsausgabe der Jubiläumsinszenierung „O, Augenblick”. Bei dem Liederabend über 100 Jahre Theater in Bochum standen einige der ehemaligen Intendanten selbst auf der Bühne und überraschten das Publikum mit Gast-Auftritten. Feierlicher Höhepunkt der Geburtstagsinszenierung von Regisseur Tobias Staab war der Auftritt eines „Chores der Vergessenen”, bei dem Mitarbeiter des Bochumer Schauspielhauses, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen, das Bochumer Jungenlied sangen.

Ministerpräsident Armin Laschet: Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Schauspielhauses Bochum – Foto: Daniel Sadrowski

Beim anschließenden Festakt gehörten unter anderem Ministerpräsident Armin Laschet sowie Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch zu den Gratulanten. In seiner Ansprache unterstrich Laschet den überregionalen Stellenwert des Bochumer Theaters: „Als das Schauspielhaus Bochum vor 100 Jahren gegründet wurde, war der Hunger nach Kultur in der Region besonders groß. In Bochum entstand schnell eine Bühne mit Strahlkraft für das gesamte deutschsprachige Theater. Hier wurde Theatergeschichte geschrieben.” Der Ministerpräsident weiter: „Theater bleibt auch in Zeiten von Streaming und Smartphone ein spannendes Angebot. Theater verlangt unsere volle Aufmerksamkeit und es belohnt uns mit dem Besten: Mit einem tiefen Einblick in die Vielfalt der Menschen, der Charaktere, des Lebens. Das Schauspielhaus Bochum ist einer der herausragenden und bedeutenden Orte des Diskurses und der Theaterkunst im gesamten deutschsprachigen Raum”.

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch sagte, Bochum sei stolz und dankbar für sein Theater: „Und Bochum freut sich auf die kommenden 100 Jahre Schauspielhaus mit seinen Ecken und Kanten, seiner nicht immer leichten Kost und dem Versprechen, dass von hier noch zahlreiche Impulse und ganz viel Theater ausgeht.”

Intendant Johan Simons: Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Schauspielhauses Bochum – Foto: Daniel Sadrowski

Intendant Johan Simons betonte, das Bochumer Schauspielhaus stehe für eine offene Gesellschaft: „In der Mitte unserer Gesellschaft gibt es heute weniger Weiße. Es gibt unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Biografien. Eine neue Identität. In der Mitte gibt es heute weniger Eindeutigkeit. Es gibt unterschiedliche Ideen, unterschiedliche Formen, unterschiedliche Ausdrucksweisen. Eine neue Vielfalt. Und sie alle treffen jetzt aufeinander.” Das sei der Reichtum einer Mitte am Rand. „Ein neuer, ein anderer Reichtum. Und das Schauspielhaus Bochum ist der Ort für diesen neuen Reichtum. Jetzt und in Zukunft.”

Schauspielhaus Bochum / Königsallee 15 / 44789 Bochum

www.schauspielhausbochum.de

WERBUNG

 

Speak Your Mind

*