So kann man die Schwangerschaft positiv beeinflussen

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So kann man die Schwangerschaft positiv beeinflussen

Wer sichergehen möchte, dass seine Kinder gesund zur Welt kommen und bestmöglich aufwachsen, sollte den Grundstein dafür bereits in der Schwangerschaft legen. Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Projektinitiative für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sollen werdende Eltern bereits vor der Geburt umfassend beraten und unterstützt werden. Dabei sind nicht nur Informationen zu finanziellen und formellen Themen wie Behördengänge oder Anträge wichtig, sondern ebenso zur pränatalen Entwicklung des Kindes. Zwischen Mythen und Fakten – wie groß ist der Einfluss von Ernährung, Stress und Lebensweise der Mutter auf das Leben des Kindes wirklich?

Stresshormone meiden

Viele werdende Mütter setzen sich schon vor ihrer Schwangerschaft unter Druck. Alles rund um das Baby wird perfekt orchestriert. Die erfahrenste Hebamme soll gefunden, der schönste Vorname gewählt und der perfekte Geburtsmonat bestimmt werden. Einige versuchen sogar, die Schwangerschaft zu beeinflussen, indem sie den Zeugungsakt nach dem Eisprung richten oder versuchen, mit Hilfsmitteln wie dem chinesischen Empfängniskalender die Chance auf ein Mädchen oder einen Jungen zu erhöhen.

Ein weiterer Versuch der pränatalen Einflussnahme ist sogenanntes „Intelligenzdoping“. Lange Zeit war die Auffassung verbreitet, dass das Vorspielen von klassischer Musik oder von Fremdsprachen im Mutterleib die Intelligenz von Kindern positiv beeinflussen würde. Auch wenn solche Methoden heute größtenteils wissenschaftlich widerlegt sind, legen einige Mütter mit einer ehrgeizigen kindlichen Frühförderung den falschen Fokus. Viel wichtiger für die Entwicklung des Kindes ist nach Auffassung von Experten die emotionale Bindung zum Fötus. Entscheidend hierfür sind neben einer positiven Einstellung zur Schwangerschaft vor allem Ruhe, Entspannung und möglichst wenig Stress.

Sowohl Glücks- als auch Stresshormone der Mutter gelangen in den Regelkreislauf ihres ungeborenen Babys. Je ausgeglichener und positiver die Mutter, desto besser ist das für die Psyche des Nachwuchses. Kinder von Müttern, die beispielsweise während der Schwangerschaft an einer Depression leiden oder einer sehr großen psychischen Belastung ausgesetzt sind, haben selbst ein höheres Risiko, im späteren Leben daran zu erkranken.

Was Mama mag, mag Baby auch

Neben einer positiven Einstellung spielt auch die Ernährung in der Schwangerschaft eine große Rolle. Hier gilt der Grundsatz: Zu viel Kontrolle schadet, zu wenig aber auch. Tatsächlich kann die werdende Mutter mit dem, was sie täglich zu sich nimmt, auf die späteren geschmacklichen Vorlieben ihres Kindes Einfluss nehmen – im Guten wie im Schlechten. Babys lernen, für die Nahrung der Mutter eine Affinität zu entwickeln, denn was die Mutter isst, stufen sie als ungefährlich ein. Ernährt sich die Frau gesund und vielseitig, neigen auch die Kinder dazu, im späteren Leben gesundes Essen zu mögen und sich abwechslungsreich zu ernähren.

Die Ernährung hat auch einen erheblichen Einfluss auf das Erbgut. Während man lange Zeit annahm, genetische Anlagen wären unveränderbar, können Faktoren wie Ernährung und Umwelt Genanlagen aktivieren oder deaktivieren. Dass der Konsum von Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft beim ungeborenen Kind schwere Schäden verursacht, ist bekannt. Die Tatsache aber, dass auch ein ständig hoher Insulinspiegel durch fette und zuckerhaltige Ernährung das Erbgut verändern und das Risiko von späterer Fettleibigkeit oder Diabetes erhöhen kann, wissen viele nicht.

Ärzte warnen deshalb davor, in der Schwangerschaft zu viel an Gewicht zuzunehmen. Untersuchungen zeigen, dass bereits jeder fünfte Fötus in den Industrienationen überernährt ist. Zwar sollten Frauen während der Schwangerschaft keine Diäten durchführen, eine ständige Überernährung ist jedoch gleichermaßen ungesund und kann das Risiko für spätere Krankheiten drastisch erhöhen.

Bildrechte: Flickr January 2013 Mohd Fazlin Mohd Effendy Ooi CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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