Ruth Baumgarte im Hoesch Museum

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Dortmund – Stahlindustrie aus der Sicht einer Künstlerin: Das Dortmunder Hoesch-Museum präsentiert vom 11. März bis zum 6. Mai 2018 die Ausstellung „Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel“. Die Ausstellung umfasst etwa 60 künstlerische Einzelwerke, Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde der Künstlerin aus den 1940er bis 1970er Jahren zu Themen der Industrie und Arbeit.

Ruth Baumgarte

Ruth Baumgarte: Der Morgen

Das Hoesch-Museum ist aus der vertrauensvollen Zusammenarbeit von ehemaligen „Hoeschianern“ (Mitarbeitern des Stahlunternehmens Hoesch), dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte, der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv und großzügigen Sponsoren entstanden und heute eine Landmarke der Dortmunder Museumslandschaft. Das Hoesch-Museum möchte die Erinnerung an eineinhalb Jahrhunderte Stahlindustrie in Dortmund erhalten, den Strukturwandel im lebendigen Dialog begleiten und nicht zuletzt dokumentieren, wie hoch der Stellenwert dieser High-Tech-Branche nach wie vor ist. ein wichtiger Beitrag zum Kulturleben der größten Stadt Westfalens. Die Arbeiten von Ruth Baumgarte passen perfekt in dieses Umfeld.

 

Die Künstlerin Ruth Baumgarte

Ruth Baumgarte wurde ,1923 in Coburg geboren, und wuchs als Tochter der Schauspielerin Margarethe Kellner-Conrady und des Schauspielers, Regisseurs und Ufa-Direktors Kurt Rupli in Berlin auf. Die Künstlerin kam durch ihren zweiten Ehemann, den Bielefelder Fabrikanten Hans Baumgarte, damaliger Eigentümer eines prosperierenden Unternehmens im Kessel- und Apparatebau, Anfang der 1950er-Jahre mit der Stahlindustrie in Berührung. Als eine der wenigen Frauen in der Kunstgeschichte erfasste sie fortan immer wieder Menschen im Kontext der Industrie. Sie ist eine der wenigen renommierten Malerinnen, die sich künstlerisch mit den Themen Technik und Arbeit auseinandergesetzt hat. Baumgarte fertigte ihre Werke direkt vor Ort an.

Ruth Baumgarte: Arbeiter

Dabei erfasst sie in ihrer Kunst nicht nur die Dimensionen der Schwerindustrie, sondern auch technische Details und Arbeitsabläufe. In ihren Porträts setzt sie dem Arbeiter ein Denkmal, indem sie Entbehrungen und Stolz festhält. Ein Kennzeichen ihrer Arbeiten ist die ausdrucksbetonte, teils expressive Farbe sowie Farbflächen und Formen, die bis ins Abstrakte gehen können.

Ruth Baumgarte im Hoesch-Museum

Das Hoesch-Museum ist im Portierhaus der ehemaligen Westfalenhütte untergebracht – Foto Wikimedia/Kassander der Minoer

Obwohl sich der Raum in Baumgartes Werken zuweilen auflöst, wirkt der Mensch dabei nie verloren, sondern lebendig und würdevoll. Teils malerisch, teils grafisch dokumentiert Baumgarte bis in die späten 1960er-Jahre die deutsche Nachkriegsgeschichte.

www.hoeschmuseum.dortmund.de

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