Westfälisch-lippische Sparkassen wachsen weiter

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Münster – Die 67 Sparkassen in Westfalen-Lippe haben im Jahr 2016 in vielen Geschäftsbereichen zugelegt und sind weiter gewachsen: Der Bestand an Kundenkrediten erreichte insgesamt einen Wert von 89,0 Mrd. Euro (+2,9 Prozent). Auch bei den Einlagen legten sie zu – um 2,4 Prozent auf 93,8 Mrd. Euro. Die aggregierte Bilanzsumme stieg um 2,6 Prozent auf 127,9 Mrd. Euro.

„Die Sparkassen haben fleißig gearbeitet, um sich effizienter aufzustellen. Auch dadurch haben sie in einer Zeit fast ohne Zinsen gute Ergebnisse erzielt“, erklärte Dr. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe. – Fotos: Sparkassenverband Westfalen-Lippe

Die westfälisch-lippischen Sparkassen haben vom seit drei Jahren anhaltenden Konjunkturaufschwung profitiert: Der Mittelstand brummt, der private Konsum und der private Wohnungsbau wirken sich ebenso positiv aus. Hinzu kommt: „Die Sparkassen haben fleißig gearbeitet, um sich effizienter aufzustellen. Auch dadurch haben sie in einer Zeit fast ohne Zinsen gute Ergebnisse erzielt“, erklärte Dr. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe.

„Das ist der höchste Wert, den ich in meinem Berufsleben gesehen habe“, so Vizepräsident Jürgen Wannhoff.

Geldvermögensbildung bei Privatkunden auf Höchststand

Die Geldvermögensbildung – also das, was Privatkunden neu auf Sparkonten sowie in Wertpapieren, Bausparverträgen und Lebensversicherungen angelegt haben – stieg im Jahr 2016 auf 3,4 Mrd. Euro. Im Vorjahr lag sie bei 2,7 Mrd. Euro (+ 27,8 Prozent). „Das ist der höchste Wert, den ich in meinem Berufsleben gesehen habe“, so Vizepräsident Jürgen Wannhoff. Er sieht zwei Gründe für die ausgeprägte Sparbereitschaft: Erstens sei den Sparkassenkunden klar, dass sie in Zeiten ohne Zinsen weiterhin und noch intensiver als zuvor Geld für ihre Altersvorsorge zurücklegen müssen. Zweitens sei bei den Menschen Verunsicherung über die Zukunft zu spüren. Geld auf dem Sparbuch könne Sicherheit geben.

Kunden entdecken Wertpapiergeschäft wieder
Der Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft mit Privatkunden stieg im Vergleich zum Vorjahr von 40 Mio. Euro auf 338 Mio. Euro deutlich an. Er bildet die Ersparnis im Wertpapierbereich ab, also die Differenz zwischen Wertpapierkäufen und -verkäufen. Besonders gefragt waren Aktien und Investmentfonds. Von festverzinslichen Papieren haben sich viele Anleger aufgrund teilweise sogar negativen Renditen getrennt.

Sparkassen in Westfalen-Lippe sind Mittelstands-Finanzierer Nr. 1
Im Unternehmenskreditgeschäft bleiben die Sparkassen Nummer 1. „Keine andere Institutsgruppe versorgt den so wichtigen Wirtschaftsmotor Mittelstand mit dem notwendigen Schmierstoff so wie die Sparkassen“, so Jürgen Wannhoff. 56 Prozent der Unternehmen in Westfalen-Lippe haben ihre Exklusiv- und Hauptbankverbindung bei Sparkassen. Die Unternehmen steigerten ihren Kreditbestand insgesamt um 5,0 Prozent auf 43,5 Mrd. Euro. „Mit einem Zuwachs von über 2 Mrd. Euro ist das die größte Steigerungsrate der letzten zehn Jahre“ so Wannhoff. Auch das Kredit-Neugeschäft bleibt stark: Es lag bei 9,0 Mrd. Euro und reicht fast an das Rekordjahr 2015 (9,2 Mrd. Euro) heran.

Durchaus erfreulich: Bei der Jahrespressekonferenz legte der Sparkassenverband Westfalen-Lippe die Bilanzzahlen des vergangenen Jahres vor.

Darlehenszusagen für Wohnungsbau leicht rückläufig
Beim Kreditgeschäft mit Privatkunden machte das Wohnungsbau-Kreditgeschäft den Löwenanteil aus: Die Darlehenszusagen für den privaten Wohnungsbau lagen zwar unter dem Spitzenwert aus dem Jahr 2015 von 5,8 Mrd. Euro. Die 5-Milliarden-Marke erreichten die Zusagen aber auch 2016: 5,1 Mrd. Euro sind zugleich der zweithöchste Wert in den letzten zehn Jahren. „Die Nachfrage nach Immobilien ist weiter hoch. Wir stellen jedoch auch fest, dass das Angebot knapper wird und zu Preisen führt, die nicht jeder Kunde zu zahlen bereit ist“, ordnete Jürgen Wannhoff das Ergebnis ein.

Die ordentlichen Geschäftsabschlüsse der Sparkassen in Westfalen-Lippe lassen sich an den Rentabilitätszahlen ablesen. Das Jahresergebnis beträgt 207 Millionen Euro. Die westfälisch-lippischen Sparkassen zahlten 369 Millionen Euro gewinnabhängige Steuern und haben 147 Millionen Euro gespendet, gestiftet oder ausgeschüttet. „Diese Summe von über einer halben Milliarde Euro zeigt die tiefe regionale Verwurzelung der Sparkassen in der Region und belegt ihre Nützlichkeit für die öffentlichen Kassen in eindrucksvoller Weise“, erklärte Gerlach.

Sparkassenverband Westfalen-Lippe / Regina-Protmann-Straße 1 / 48159 Münster
Telefon 0251 – 2104-0
www.svwl.eu

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