Reitwege im Münsterland wachsen zusammen

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Mehr Reitwege für das Pferdeland: Feierlich zelebrierten jetzt rund 80 Gäste im Heidehotel Waldhütte in Telgte die offizielle Freigabe der 1.000 Kilometer langen Münsterland-Reitroute. Angeführt wurde die Veranstaltung von den Landräten der vier Münsterland-Kreise sowie Münsters Bürgermeisterin Vilhjalmsson.

Inzwischen stehen im Münsterland bereits 1.000 Kilometer Reitwege zur Verfügung. - Foto: Münsterland e.V.

Inzwischen stehen im Münsterland bereits 1.000 Kilometer Reitwege zur Verfügung – Foto Münsterland e.V.

„Neben dem Radfahren hat sich der Reit- und Pferdeurlaub zu unserem zweiten Aktivitätsthema im Tourismus entwickelt“, erklärte Michael Kösters, Vorstand des Münsterland e.V., in seiner Begrüßungsansprache. Als Projektträger stellte die Regionalmanagement-Organisation in Kooperation mit den Kreisen Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt, Warendorf und der Stadt Münster einen Förderantrag zum Ziel.2-Wettbewerb „Erlebnis.NRW“.

Reitwege

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Feierstunde zur Münsterland-Reitroute: (oben v.l.) Elke Waning, Michael Kösters, Konrad Püning, Wendela-Beate Vilhjalmsson, Thomas Kubendorff, Dr. Olaf Gericke, (unten v.l.) Sven Ahrens, Marion Pleie – Foto Münsterland e.V.

Unter Koordination des Münsterland e.V. begannen die fünf Kreise und die Stadt Münster im Herbst 2010 mit der Realisierung des Reitwege-Projekts und gaben ihm den Titel „SchRitt für SchRitt – Parklandschaft erleben: Netzwerke ausbauen – Wertschöpfung heben“.

In seinem Impulsvortrag gab Prof. Dr. Mathias Feige, Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH in Berlin, einen Überblick über die pferdetouristischen Angebote in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Er bescheinigte dem Münsterland im Konkurrenzvergleich ein TOP-Potenzial, sprach jedoch auch von Nachholbedarf bei der Einbindung der Betriebe sowie bei der Vielfalt und Individualität der Angebote.

Reitwege

Reiterland: Es gibt kaum eine Region, in denen es mehr Pferde und mehr Reiter gibt als im Münsterland – Foto Münsterland e.V.

Interessante Sichtweisen bot auch die anschließende Talkrunde. „Mit dem Projekt streben wir eine weitere Steigerung von rund 35.000 gewerblichen und circa 6.000 privaten Übernachtungen jährlich an“, sagte Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt. Als eine immer beliebter werdende Tourismusregion blickt das Münsterland ohnehin schon auf stetig wachsende Besucher- und Übernachtungszahlen. Außerdem erhofft sich Kubendorff durch die attraktiven Routenabschnitte auch einen Nutzen für die einheimischen Reiter. Er sprach von einem Imagegewinn für die Region, der sich nicht zuletzt auch positiv auf die Anwerbung von Fach- und Führungskräften auswirke.

Dass die Pferderegion bereits jetzt wirtschaftlich stark von den Vierbeinern profitiert, erläuterte Dr. Olaf Gericke, Landrat des Kreises Warendorf: „Laut einer Studie gibt es rund 80.000 bis 100.000 Pferde im Münsterland. Bei drei bis vier Pferden pro Arbeitsplatz bedeutet dies knapp 25.000 Arbeitsplätze in der Region, die vom Pferd abhängig sind.“

Zwar führt die neue Route überwiegend durch größere Waldgebiete und abseits verkehrsreicher Straßen, doch auch die Stadt Münster profitiert von dem ausgebauten Reitwege-Netz. Dies machte Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson deutlich: „Das Thema Reiten bietet eine gute Kombinationsmöglichkeit für Familien sowie für Erwachsene.“

Die Planung und der Ausbau des münsterschen Routenabschnittes waren aufgrund der städtischen Umgebung vergleichsweise schwierig. Der Aufwand habe sich jedoch gelohnt, betonte Vilhjalmsson. „Innerhalb des innerstädtischen Grünrings und den radial auf das Stadtzentrum zulaufenden Hauptgrünzonen führt die Route auf attraktiven und qualitativen Wegen durch schöne Gebiete der Stadt Münster.“

Als Sprecher der Landräte sieht Konrad Püning, Landrat des Kreises Coesfeld, einen starken Mehrwert für die Region als Ganzes. Die Umsetzung der Münsterland-Reitroute gelte daher als Vorbild. „Beispielhaft zeigt unser Reitprojekt auf, dass wir nur gemeinsam als Region, also alle Städte und Gemeinden in den Kreisen Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Warendorf sowie explizit auch mit der Stadt Münster erfolgreich sein können.“ Doch nicht nur eine regionale Zusammenarbeit hat sich ergeben. Mit der Angrenzung an die Niederlande verdeutlicht das Projekt auch die gute Kooperation innerhalb der Euregio.

www.muensterland-reitroute.de

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