Mekka der aktuellen Kunst

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Westfalen – Für Siegen ist es ein Glücksfall, denn das junge Museum besitzt eine außerordentlicher Strahlkraft: Das Museum für Gegenwartskunst spielt seit seiner Gründung im Jahr 2001 in der ersten Liga der Museen von Nordrhein-Westfalen mit. Ausschlaggebend dafür: das klare Bekenntnis zur Kunst der Gegenwart sowie der eindrucksvolle Bau, der so geschickt wie auffallend Altes mit Neuem verbindet.

Foto: Museum für Gegenwartskunst Siegen

Foto: Museum für Gegenwartskunst Siegen

Das Museum widmet sich einflussreichen Positionen der Gegenwartskunst seit den 1950er Jahren, insbesondere dem Dialog der Medien – von der Malerei über Fotografie und Video bis hin zu raum-  und zeitbezogenen Installationen. Konsequent trägt man damit der Entwicklung Rechnung, dass die neuen Medien wie Fotografie und Film, später Video und Computer die alten bildenden Künste ergänzt haben und sich inzwischen zu eigenständigen Kunstformen aufgeschwungen haben. Hinzu kommt, dass die dokumentarische Arbeit der Fotografen Hilla und Bernd Becher hier ihren Ausgang genommen hat. Bernd Becher wurde übrigens in Siegen geboren und war an der Museumsplanung beteiligt. Die Bechers haben die Entwicklung der Fotografie mitgeprägt. Einige ihrer Schüler haben es inzwischen sogar zu internationaler Anerkennung gebracht.

Foto: Roman Mensing/Museum für Gegenwartskunst Siegen

Foto: Roman Mensing/Museum für Gegenwartskunst Siegen

Für die Stadt Siegen und das Sauerland ist das Haus in seiner jetzigen Form von unschätzbarem Wert, da es über die Grenzen der Region hinaus für Aufmerksamkeit und Beachtung sorgt. Die Anerkennung wurde jüngst durch die Auszeichnung „Museum des Jahres 2011“, die von der Deutschen Sektion der AICA (Association internationale des critiques d’art) vergeben wird, unterstrichen.

Für Siegen ist es zudem ein Glücksfall, dass die wohlhabende Unternehmerin und Miteigentümerin der Krombacher Brauerei, Barbara Lambrecht-Schadeberg, als Mäzenin und Kunstsammlerin von Anbeginn an hinter dem Projekt stand und es weiterhin unterstützt.

Barbara Lambrecht-Schadeberg leistet mit ihrer Sammlung einen wesentlichen Beitrag zum Bestand des Museums. Zudem sichert sie durch ihr Mäzenatentum den Fortbestand des Rubenspreises, der alle fünf Jahre verliehen wird. Mit dem Rubenspreis wird der große Sohn Siegens, der Barockmaler Peter Paul Rubens, geehrt und bleibt dadurch fest mit der Stadt verbunden, wiewohl dieser schon früh auf und davon war.

Der Preis hat es seit dem Jahr 1956, in dem er erstmals verliehen wurde, zu beträchtlichem Ansehen gebracht. Barbara Lambrecht-Schadeberg hat dafür gesorgt, dass inzwischen eine höchst beachtliche Sammlung von rund 150 Arbeiten aufgebaut werden konnte, in der die bisherigen Preisträger von Giorgio Morandi bis Sigmar Polke, von Francis Bacon bis Maria Lassnig, von Hans Hartung bis Lucian Freud, von Emil Schumacher bis Cy Twombly – in diesem Jahr ist die Op-Art-Künstlerin Bridget Riley hinzugekommen – mit großartigen Kunstwerken und Werkgruppen vertreten sind.

Foto: Museum für Gegenwartskunst Siegen

Foto: Museum für Gegenwartskunst Siegen

Außerdem locken im Museum für Gegenwartskunst Arbeiten der Becher-Schüler, darunter Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Struth, aber auch jüngere fotografische Positionen wie Peter Piller, Aglaia Konrad, Armin Linke.

Vom 2. Dezember 2012 bis 3. März 2013 präsentiert das Museum die aktuelle Ausstellung „Lieber Aby Warburg, was tun mit Bildern?“ und zeigt dabei 22 jüngere Positionen der Gegenwartskunst, die einen besonderen Umgang mit Fotografien, meist Reproduktionsfotografien oder gefundenen Fotografien, praktizieren.

Geöffnet: Di bis So von 11.00 bis 18.00 Uhr; Do von 11.00 bis 20.00 Uhr. Alle Feiertage geöffnet, außer Heiligabend und Silvester.

Eintrittspreis: 5,90 Euro / ermäßigt 4,60 Euro. Spezielle Preise für Kinder, Schüler, Gruppen und Familien.

Museum für Gegenwartskunst Siegen / Unteres Schloss 1 / 57072 Siegen
Telefon 0271 – 405770
www.mgk-siegen.de

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