Westfälische Mundart vom Meister

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Westfalen – Er ist zweifellos der bekannteste westfälische Mundartdichter. Augustin Wibbelt. Anlässlich seines 150. Geburtstages ehrt die Augustin Wibbelt-Gesellschaft ihren Namensgeber mit der Sonderausstellung “Dat is en rieken Summer west…” im Museum für Westfälische Literatur auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde.

Die Ausstellung entwirft ein vielfältiges Lebensbild des in Ahlen-Vorhelm geborenen Dichters und zeigt zahlreiche, in der Öffentlichkeit bislang unbekannte Fundstücke, darunter eine Gipsbüste, Porträtgemälde sowie Wibbelts private Bilder- und Skulpturensammlung des Künstlers Achilles Moortgat.

Die Gipsbüste als Vorstufe für eine Bronzeplastik zeigt das Porträt Augustin Wibbelts. Sie stammt aus einer Gaststätte in Limburg an der Lahn.

Neben dem Stammbaum Augustin Wibbelts und einer mittelniederdeutschen Urkunde des Wibbelthofes gibt die Ausstellung Einblick in das umfangreiche, nieder- wie hochdeutsche literarische Werk Wibbelts, mit dem er vor allem in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts ein sehr großes Publikum erreichte. Märchen- und Kinderliteratur kommen dabei ebenso ins Blickfeld wie die bekannten Erzählungen mit Figuren wie “Drüke-Möhne” und “Vader Klüngelkamp”, Gedichtbände wie “Mäten-Gaitlink” und Romane wie “Schulte Witte”.

Hörstationen – darunter auch die überlieferte Originalstimme des Dichters – und Filmzeugnisse zur Wibbelt-Rezeption bereichern die Jubiläumsausstellung, die vom 16. September bis zum 11. November im Literaturmuseum Haus Nottbeck zu sehen ist. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 16. September, um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Foto: Museum für Westfälische Literatur

Augustin Wibbelt gilt als die zentrale Figur der plattdeutschen Dichtung Westfalens in den Jahrzehnten um und nach 1900. Aufgewachsen auf dem elterlichen Hof in Ahlen-Vorhelm war er von 1906 bis 1935 als katholischer Pfarrer in Mehr bei Kleve tätig. Im Jahr 1935 kehrte er auf den Wibbelthof zurück, wo er am 14. September 1947 verstarb. Zu seinen umfangreichen Schriften gehören neben Gedichtbänden auch Erzählungen, Märchen und verschiedene Romane. In seinem Prosawerk bildet Wibbelt die münsterländer Gesellschaft um 1900 ab. Er thematisiert soziale und mentalitätsgeschichtliche Konflikte, wie Heirats- und Erbgeschichten (“De Iärfschopp”), die Folgen der Industrialisierung (“De Strunz”), Generationskonflikte (“Dat veerte Gebott”) sowie den Gegensatz von städtischer und ländlicher Lebenswelt (“Schulte Witte”).

Zum Jubiläum Augustin Wibbelts bietet das Museum ein breit gefächertes Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm mit Führungen des Wibbelt-Forschers Professor Hans Taubken, Lesungen und museumspädagogischen Angeboten für Kinder uns Schulklassen. Hinzu kommt ein Konzert-Abend mit plattdeutschen Liedern, Szenen und Gedichten der Gruppe „pattu“ und der Niederdeutschen Bühne Münster.

Die Ausstellung ist ein Projekt der Augustin Wibbelt-Gesellschaft, Münster, mit Unterstützung des Kreises Warendorf und der Kulturstiftung der Sparkasse Warendorf. Konzeption: Prof. Dr. Hans Taubken unter Mitarbeit von Dr. Pilkmann-Pohl, Dr. Friedel Helga Roolfs und Prof. Dr. Josef Vasthoff. Gestaltung: Dagmar Korte.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 14.00  bis 18.00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 bis 18.00 Uhr

Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck / Landrat-Predeick-Allee 1 / 59302 Oelde-Stromberg
 www.kulturgut-nottbeck.de


 

 

 


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