“Vielleicht” – die neue Gemeinschaftsausstellung in der SO66 zeigt vom 16. August bis zum 27. September Arbeiten von Crista Book, Anne Fellenberg, Annette Hinricher, Waltraud Kleinsteinberg, Gabriele Maria Koch, Liane Sommer, Veronika Teigeler und Ulrike Vetter.

Annette Hinricher: Vielleicht Höllenspektakel, Rückseite Zement, Farbpigmente, 14,63 cm x 10,0 cm – Foto Hinricher
Vielleicht: ein Möglichkeitsraum zwischen Ja und Nein, ein Schwebezustand zwischen Hoffnung und Zweifel. Dieser Ausstellungstitel der SO66 verweigert Eindeutigkeit. die Künstlerinnen geben der Offenheit, der Unvollständigkeit und Wandelbarkeit eine ästhetische Form.
Crista Book zu ihrer Arbeit „Vielleicht ein Traum“: „Große Träume auf kleinen Füßen – vielleicht wird aus dem kindlichen Tanz eines Tages die ganz große Bühne. Vielleicht bleibt es auch einfach die schönste Erinnerung an die eigene Unbeschwertheit, an einen Zustand voller Möglichkeiten.“ Die Schwarz-Weiß-Fotografie reduziert das Motiv auf das Wesentliche: Licht, Schatten und die Konturen einer dreijährigen Tänzerin.
Anne Fellenberg bezieht sich mit ihrem Exponat (Malerei auf Leinwand) auf allgemeine Thesen zur Kunst-Rezeption. Der Titel „vielleicht ein Wal?“ verweist auf die Freiheit zur differenzierten Wahrnehmung: „Die Kunst fordert uns heraus. Was wir in ihr erkennen, wird individuell verarbeitet, akzeptiert oder auch abgelehnt.“
Das Ergebnis ihres Materialexperiments mit Zement und Farbpigmenten ist ein Relief von ca. 40x50cm, die von Annette Hinricher gelenkten Zufälligkeiten im Arbeitsprozess lassen ein Objekt mit Glanz und Bewegung in seiner Oberfläche und einer freien Form entstehen, von der Künstlerin frei assoziierend mit “?Vielleicht_ ein Wasserschwein/Rückseite?” betitelt. In ihrem Relief „Höllenspektakel-Rückseite“ verarbeitet Hinricher Zement, Pigment, Steinmehl und Ruß. „Das Aufeinandertreffen von Material und gestischem Pinselschwung ergibt einen Tumult von Raumillusionen. Der Verweis auf die Rückseite stellt die Frage nach der Vorderseite – und öffnet damit eine philosophische Überlegung zur Wertigkeit von Schein und Sein, von sichtbarer Oberfläche und verborgener Tiefe.“
Bei der Partnersuche bedeutet ein Vielleicht zumeist, dass Kopf und Bauchgefühl nicht im Einklang sind, es kein klares Ja oder Nein gibt. Waltraud Kleinsteinberg nimmt konkrete Texte aus Partner-Suchanzeigen und kommentiert und illustriert sie künstlerisch. Sie füllt kleine Holzkästchen mit Szenerien aus Zeichnung und Objekt und verwandelt die Zigarillo-Schachteln in poetisch anmutende „Herz Kammern“. Mit ihrer Grafit-Zeichnung „Amaltheia“ bezieht sich Kleinsteinberg auf die Symbolik des Füllhorns, das in der Kunstgeschichte für eine üppige Versorgung mit Nahrung steht. „Doch mein Füllhorn ist deformiert und dysfunktional – ein Verweis auf das zerbrechliche Gefüge zwischen Überfluss und Mangel.“
„Gesten“ sind die großformatigen Pinsel-Zeichnungen von Gabriele Maria Koch betitelt. „Das Lebendige bildet immer neue Formen. Es lässt sich nicht komplett steuern. Ganz anders als der Ausdruck einer Maschine zeigt es einen ewigen Tanz der Möglichkeiten.“
Liane Sommer zu ihren Arbeiten: „Mit Malerei und Zeichnung begebe ich mich ins Utopische und Phantastische des ´Vielleicht´, hier lassen sich Träume träumen und so Abstand und Befreiung von der Realität finden.“
Veronika Teigelers Sujet ist ein Mops. „Mit dem Abbild eines Hundes nähere ich mich einem komplexen Thema: dem Umgang mit Erwartungen. Es ist das verheißungsvolle Vielleicht, das die Möglichkeit einer Realisierung von Erwartungen offenlässt. Im Fall des Hundes bedeutet das, die Erwartung ´vielleicht ein…` könnte sich in Form eines Leckerli erfüllen.“
Ulrike Vetter zeigen ebenfalls Exponate in dieser Ausstellung.
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 16. August um 15.00 Uhr
Öffnungszeiten : Sa+So 15.00 – 18.00 Uhr und nach Vereinbarung Tel. 0175 605 26 17















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