W-Talk analysiert das Mullah-Regime im Iran: Der Politologe Ali Fathollah-Nejad war gesten Abend (25. Juni) zu Gast im Fiege X-Dock.

Diskutierten in Münster über das Mullah-Regime: Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad (PhD) und der Journalist Dr. Christoph Hein (v.l.) – Foto Peter Leßmann
Beim zweiten W-Talk analysierte der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad (PhD) die Machtstrukturen des iranischen Regimes, die Rolle der Revolutionsgarden und die begrenzten Handlungsoptionen des Westens. Die Diskussion im vollbesetzten Auditorium des FIEGE X-Docks zeigte: Europa sollte weniger auf Beschwichtigung setzen – und stärker auf gezielten Druck gegen Machtelite und Oligarchie.
Der zweite W-Talk widmete sich der Frage, wie der Iran die Welt herausfordert. Im Gespräch mit dem Leiter des Ressorts Weltwirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Christoph Hein, analysierte der Iran-Experte Ali Fathollah-Nejad das iranische Regime als theokratisch legitimierte Oligarchie mit mafiösen Machtstrukturen. Die Revolutionsgarden seien „keine nationale Armee, sondern eine Armee des Regimes“.

Die Akteure des zweiten W-Talks: Dr. Christoph Hein, Moderator und Mit-Initiator, Ali Fathollah-Nejad, Gast, Dr. Hugo Fiege, Gastgeber, und Jörg Heithoff, Mit-Initiator (v.l.) – Foto Peter Leßmann
Mit-Initiator Jörg Heithoff begründete den W-Talk als Format für persönlich geführte, faktenbasierte Debatten: „Wir wollen unaufgeregt ein bisschen genauer hinsehen.“ Dr. Christoph Hein betonte den Anlass des Abends: „Alle reden über Trump. Über den Iran wissen wir viel zu wenig.“ Auf die Frage, was Deutschland und Europa tun könnten, plädierte Fathollah-Nejad für gezielteren Druck: Man könne „die gezielten Sanktionen gegen die Machtelite“ verstärken und müsse die iranische Oligarchie auch in Europa stärker in den Blick nehmen.
Gastgeber Dr. Hugo Fiege betonte, dass geopolitische Krisen längst konkrete Folgen für Unternehmen haben: Globale Lieferketten müssten „resilienter werden“. Nicht nur für ein internationales Logistikunternehmen sei dies keine theoretische, sondern eine tägliche Herausforderung.
Der Politologe Fahollah-Nejad warnte vor einer in Deutschland verbreiteten Fehldeutung der aktuellen Lage nach dem Konflikt des Iran mit den USA und Israel: Hier sehe man den Iran teilweise als „Sieger“. Aber: „Survival is not strength“, so Fathollah-Nejad. Das Überleben des Regimes bedeute nicht, dass es stabil oder stark sei. Entscheidend sei die „unüberbrückbare, irreversible Kluft zwischen Staat und Gesellschaft in Iran“.














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