In Münsters Norden wächst ein Ort, der bisher eher unauffällig im Hintergrund blieb – und plötzlich sichtbar wird. Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist der erweiterte Sparkassen-Campus in Kinderhaus eröffnet worden.
Im Norden der Stadt ist damit ein Arbeitsort entstanden, der mehr ist als Verwaltung. 37 Millionen Euro stecken in dem Projekt. Eine Zahl, die Gewicht hat. Herzstück des neugeschaffenen Sparkassen-Campus ist ein Neubau mit Anbau an den bestehenden Komplex des Sparkassenverband Westfalen-Lippe. Rund 8.500 Quadratmeter neue Bürofläche, klar geschnitten, auf moderne Arbeitsformen ausgelegt. Viel Glas, viel Licht, kurze Wege. Räume, die Austausch fördern sollen, nicht nur Abläufe.
Hauptmieter im Sparkassen-Campus ist die Finanz-Informatik, der zentrale IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe. Ein Hinweis darauf, wohin sich die Branche bewegt: weg vom Schalter, hin zur digitalen Infrastruktur.
Zur Eröffnung Mitte April kamen neben der Spitze des Verbandes, hochkarätige Vertreter der Politik und der Stadtspitze. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Marcus Optendrenk sprach von Stabilität in bewegten Zeiten. Ein großes Wort, das hier erstaunlich gut passt. Denn Sparkassen funktionieren
oft dann am besten, wenn es unruhig wird und die Wirtschaft, zumal die lokale Wirtschaft Unterstützung und finanzielle Impulse braucht. Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs setzte einen ruhigeren Akzent – und gab dem Ensemble einen eigenen Namen unter dem er inzwischen bereits firmiert.
Aus einer Adresse wird „Sparkassen-Campus“.
Ein kleiner Schritt, der etwas Größeres markiert. Denn das Gelände hat längst eine eigene Dimension erreicht. Rund 110.000 Quadratmeter, etwa 3.000 Beschäftigte. Neben Verband und Finanz Informatik arbeiten hier auch S-Kreditpartner und S-Rating. Mit der Flow Factory, einem KI-Labor gemeinsam mit
der Universität Münster, zieht zusätzlich ein Stück Zukunft ein.
Was hier im Sparkassen-Campus mit der gleichzeitigen Sanierung des aus den 1980er-Jahren stammenden Hauptsitzes entwickelt worden ist, will kein spektakuläres Architekturstatement sein, eher ein zurückhaltendes Signal. Münster schärft aber zugleich sein Profil als Finanz- und Digitalstandort und tut das auf seine eigene, unaufgeregte Art. jb















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