Eine Geschichte aus Breckerfeld, erzählt der Kiepenkerl: “Die tapfere Brunhilde” – das ist der erste Teil der Geschichte aus Breckerfeld.
Viele Jahre war Breckerfeld der westlichste Grenzposten der Grafschaft Mark. Das wehrhafte Hansestädtchen bildete mit seinen dicken Mauern ein starkes Bollwerk gegen die Angriffe aus der Grafschaft Berg.
Der Graf von der Mark, dessen Burg in Altena stand, und der Graf von Berg, der auf Schloss Burg an der Wupper lebte, hatten häufig Zank und Streit, wie das zwischen Nachbarn manchmal üblich ist. Die Händel endeten meist blutig, wenn sie nicht durch die Vermittlung befreundeter Herzöge beigelegt wurden. Doch die waren sich auch nur selten grün.
Doch trotz der Streitigkeiten ihres Herrn fühlten sich die Breckerfelder in ihrer Stadt sehr wohl. Schließlich hatten sie keinen Grund, sich zu beklagen, denn das Handwerk blühte und die Kaufleute machten gute Geschäfte. Auch sonst ließ ihnen der Graf viel Freiheit, denn er verdiente gut an dem Zoll, der in Breckerfeld an der Handelsstraße von Wesel nach Frankfurt erhoben wurde. Doch gerade das war dem Grafen von Berg ein ständiges Ärgernis. Er ließ nichts unversucht, die Gegend zu verunsichern. Die fehlenden Zolleinnahmen würden dem Altenaer schon klar machen, wer Herr in Lande sei, so die Geschichte.
Zusätzlich unternahm der Graf von Berg den Versuch, einige Breckerfelder Handwerksmeister abzuwerben, um den Wohlstand und das Ansehen der Stadt zu schmälern. Immer wieder schickte er Ritter in die Hansestadt, um Handwerksmeister zu überreden, nach Schloss Burg oder Solingen zu ziehen. Dafür versprach er ihnen eine eigene Werkstatt und zehn Jahre Steuerfreiheit.
Doch großen Erfolg hatten die Abwerbungsversuche nicht. Deshalb überlegte er sich eine neue List. Er dachte, wenn schon die Meister nicht kämen, könne es vielleicht gelingen, unverheiratete Gesellen anzuwerben, die gern Meister werden wollten. Schon bald sorgte der Graf dafür, dass es nicht nur bei dem Plan blieb. Zur Breckerfelder Kirmes die stets zusammen mit dem Schützenfest der Junggesellen gefeiert wurde, schickte er viele junge Mädchen aus Solingen und Burg in die Hansestadt.
Natürlich sagte er ihnen nicht, dass durch ihre Liebe möglichst viele Breckerfelder Junggesellen ins Bergische locken sollten. Seine Rechnung ging aber trotzdem auf, denn tatsächlich fanden einige Junggesellen Gefallen an den hübschen Mädchen und verabredeten sich sogleich zu einem Gegenbesuch im Bergischen. Am 1. Mai zogen fünfzehn Junggesellen an die Wupper, wo die stolze Burg des Grafen von Berg stand.
In der Burg, unweit von Solingen, machten sie halt. Dort wohnten nämlich einige der Mädchen, die sie beim Schützenfest kennengelernt hatten. Die Tage vergingen wie im Flug. Das Bier war gut, und die Junggesellen sprachen auch dem Beerenwein kräftig zu. Besonders gefielen ihnen die schmucken, mit schiefer verkleideten Häuser von Burg. Wegen der grünen Läden an den Fenstern wirkten sie besonders sauber und adrett. Da können wir noch vieles für die Verschönerung unserer Stadt lernen, dachte sich so mancher Bursche.
Es kam schließlich, wie es kommen musste. Einige Junggesellen verlobten sich schon beim ersten Besuch und versprachen nach Burg oder Solingen zu ziehen. „Das ist ja prächtig gelungen“, dachte der Graf von Berg und sorgte dafür, dass die jungen Breckerfelder schnell ihre Meisterprüfung ablegen konnten.















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