Die Reichweite von E-Bikes ist entscheidend

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Fahren mit dem E-Bike kann so schön sein – wenn nicht die Reichweitenangst wäre. Die Reichweite eines E-Bikes ist ein entscheidender Faktor.

Die Reichweite von E-Bikes ist entscheidend

Auch die Art der Strecke beeinflußt die Reichweite eines E-Bikes – Foto Pixabay

Wer gutgläubig auf die Herstellerangaben vertraut, erlebt in der Praxis eine schnelle Ernüchterung. Um die Hälfte liegt die tatsächliche Reichweite unter der vom Hersteller angegebenen. Der Grund dafür liegt daran, dass diese Angaben sich auf Laborbedingungen beziehen. Im Alltag hingegen wirken sich zahlreiche Faktoren negativ auf die Reichweite beim Pedelec aus, was aber auch im Umkehrschluss bedeutet, dass Fahrer es in der Hand haben, die tatsächliche Reichweite wieder zu erhöhen.

Gut zu wissen: In einem Reichweitentest im Schliersee von ElektroRad im Jahre 2020 kamen die Tester auf einen durchschnittlichen Verbrauch von 9,07 Wattstunden pro Kilometer (Wh/km). Diesen Wert sollten Kunden im Hinterkopf behalten, wenn sie zum Beispiel E-Mountainbikes kaufen möchten und dafür die Akkuleistung der angebotenen Räder miteinander vergleichen.

Die Reichweite von E-Bikes ist entscheidend

Gerade auf längeren Touren muss man sich auf die Akkus verlassen können – Foto Pixabay

Welche Faktoren beeinflussen die Reichweite?

Die einzelnen Faktoren unterscheiden sich durch ihre Einflussstärke voneinander, aber auch dadurch, dass die Möglichkeit der Einflussnahme des Fahrers von Aspekt zu Aspekt variiert. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Reichweite des E-Bikes sind die Folgenden:

Tempo, Tretunterstützung und Gangart

Ein hohes Tempo fordert dem E-Bike einiges ab, da der Motor auf Hochtouren läuft. Geringere Geschwindigkeiten in niedrigen Gängen führen hingegen zu einer geringeren Tretunterstützung. Mit einer Trittfrequenz von 60 bis 70 Umdrehungen pro Minute und eine niedrige Unterstützungsstufe lässt sich die tatsächliche Akkukapazität bereits verdoppeln, wenn man als Referenz einen Fahrer nimmt, der ständig im Höchsttempo mit motorischer Maximalunterstützung durch die Gegend radelt.

Reichweite hängt von Gewicht und Sitzhaltung ab

Größere Gewichte sorgen für einen höheren Kraftaufwand des Hilfsmotors und senken die Reichweite entsprechend ab. Dies gilt besonders für das eigene Körpergewicht, aber auch für das Gepäck. Beim Körpergewicht ist die Einflussnahme zugegebenermaßen eher schwierig, aber beim Gepäck lässt sich trefflich sparen, indem sich auf das Notwendigste beschränkt wird. Übrigens ist Körpergewicht nicht gleich Körpergewicht, denn jemand, der wie typische Rennradfahrer tief sitzt, bietet der Luft weniger Angriffsflächen als jemand, der in einem Citybike in aufrechter Haltung durch den Straßenverkehr radelt.

Die Strecke beeinfluß die Reichweite

An Reichweite sparen lässt sich auch durch die Wahl der Strecken. Absolute Reichweitenkiller sind in diesem Zusammenhang Berge und naturbelassene Waldwege, denn diese Etappen beanspruchen den Motor enorm. Ideal sind für eine hohe Reichweite hingegen ebene Topografien mit gut gepflasterten Böden. Je härter der Boden ist und desto flacher das Terrain, desto mehr Kilometer lassen sich mit einer Akkuladung bewältigen.

Die Reichweite von E-Bikes ist entscheidend

Ein gut gepflegtes E-Bike kann einem viel Freude bereiten – Foto Pixabay

Pflege des Rades

Den wichtigsten Einfluss auf die Reichweite hat der Zustand der Räder. Diese sollten immer gut aufgepumpt sein, da ein hoher Luftdruck den Rollwiderstand der Reifen reduziert und darüber hinaus den Verschleiß und das Ausfallrisiko erhöht. Ist die Fahrradkette gut geölt, läuft der Motor ebenfalls leichter. Der Akku sollte im Winter unter warmen Verhältnissen eingelagert werden, weil Kälte dem Akku Energie entzieht.

Kein Stop-and-go und Rekuperation

Wer vorausschauend fährt, reduziert das ständige Stop-and-go und schont seinen Motor, da das dauernde Anfahren an die Substanz geht. Dieser Aspekt ist besonders für Fahrer wichtig, deren E-Bike nicht über die Funktion der Rekuperation verfügt. Dies ist leider bei der Mehrheit der Modelle der Fall. Rekuperation hingegen wandelt die kinetische Energie beim Bremsen in elektrische Energie um und speist diese Kraft automatisch in den Akku ein. Experten schätzen den Effekt der Rekuperation auf die Reichweite auf 10 %.

Fazit: Nicht übertreiben!

Zwar liegt die tatsächliche Reichweite rund 100 % unter den Herstellerangaben. Fahrer haben allerdings viele Möglichkeiten, diesen Wert wieder zu heben. Eine Überoptimierung empfiehlt sich allerdings nicht, denn wer während der Tour nur noch mit den Möglichkeiten des Sparens beschäftigt ist, nimmt sich selbst jeden Fahrspaß. Auch hier bietet der goldene Mittelweg wieder Orientierung für ein vernünftiges Maß.

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