Schauspielhaus Bochum streamt im Mai vier Premieren

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Bochum – Mit zwei Online-Premieren an einem Abend und der Einweihung eines neuen Spielortes startet das Schauspielhaus Bochum in den Monat Mai. Die WeltHütte ist eine neue Bühne im Mittleren Foyer des Theaters. Sie soll – sobald es das Corona-Infektionsgeschehen wieder zulässt – eine besondere Nähe zwischen Publikum und Spielerinnen und Spielern ermöglichen, so die Information aus dem Schauspielhaus. So lange das nicht möglich ist, werden die Aufführungen als adaptierte Filmversionen online zu sehen sein.

Schauspielhaus Bochum

Schauspielhaus in Bochum – Foto Schauspielhaus Bochum/Hans Jürgen Landes Fotografie

„LIEBE/ Eine argumentative Übung“ am 2. Mai

Den Auftakt machen zwei Inszenierungen, die am Sonntag, 2. Mai, ab 18 Uhr nacheinander für das Publikum zu Hause gestreamt werden: „LIEBE/ Eine argumentative Übung“ von der israelischen Autorin Sivan Ben Yishai ist ein modernes Beziehungsdrama, in dem das Publikum bei Comic-Held Popeye durchs Schlüsselloch blickt – aus der Perspektive der oft übersehenen Freundin Olivia Öl. Inszeniert wird das Stück von Zita Gustav Wende als Monolog für die Schauspielerin Jele Brückner.

„Viel gut essen“

In „Viel gut essen“ lässt die Autorin Sibylle Berg einen modernen Jedermann über den Zustand unserer Gesellschaft schimpfen, klagen, räsonieren. Die Zubereitung eines mehrgängigen „feel good“ Menüs gerät zu einem explosiven Cocktail aus Selbstmitleid und Wut, denn es braut sich etwas zusammen im Staate Deutschland. Regie führt Anna Stiepani, es spielt Bernd Rademacher.

„Peer Gynt“ am 15. Mai

Nachdem Dušan David Pařízeks Inszenierung von Henrik Ibsens „Peer Gynt“ vor wenigen Tagen Online-Premiere gefeiert hat, steht das Stück am Samstag, 15. Mai, um 19.30 Uhr ein weiteres Mal als Livestream auf dem Spielplan. Pařízek entlarvt in seiner Bochumer Fassung männliche Herrschaftsgesten, torpediert feste Geschlechtergrenzen und schüttelt mit einem Schauspiel-Ensemble rund um Anna Drexler in der Titelrolle und mit viel Musik das Stück einmal kräftig durch.

Klimaforum „Wie wollen wir hier leben?“ am 23. Mai

„Ex und hopp“ oder „Zero waste“: Wohin mit unserem Müll? Das ist das Thema der vierten Ausgabe des Klimaforums „Wie wollen wir hier leben?“, das nach einer Pandemie-bedingten Unterbrechung am Sonntag, 23. Mai, um 14 Uhr digital als Livestream veranstaltet wird. Was können wir dazu beitragen, dass nicht immer mehr Mikroplastik in unseren Meeren schwimmt? Wie könnten wir unseren Abfall kreativ und sinnvoll wiederverwerten? Diese und viele weitere Fragen stellten Veronika Nickl und Michael Lippold den eingeladenen Expertinnen und Experten.

Vortrag „Rassismus macht krank“ am 25. Mai

Die weltweiten „Black Lives Matter“-Proteste haben auch in Deutschland einer größeren Öffentlichkeit vor Augen geführt, wie stark Rassismus und rassistische Diskriminierung die Gesellschaft prägen. Aufmerksamkeit benötigt auch die Erkenntnis, welche zerstörerischen Effekte rassistische Diskriminierungen auf das Leben und die Gesundheit haben. In ihrem Online-Vortrag „Rassismus macht krank“ am Dienstag, 25. Mai, um 19 Uhr wird Dr. Amma Yeboah, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die gesundheitlichen Folgen von Rassismus darstellen und Lösungsstrategien diskutieren.

„Who the f*** are you …“ am 25. Mai

Wer bildet ihr euch ein zu sein, dass ihr mich fragt, woher ich komme? Von dieser Provokation aus nimmt uns das Bochumer Ensemblemitglied Mercy Dorcas Otieno am 25. Mai um 20.45 Uhr mit auf den Hürdenlauf einer Identitätskonstruktion. Im Laufe des von ihr entwickelten Abends „Who the f*** are you …mich zu fragen, woher ich komme?“ reflektiert die in Nairobi (Kenia) geborene Spielerin, inwiefern wir selbst bestimmen, wer wir sind. Und welche Macht eine fremde Gesellschaft über die eigene Selbstkonstruktion erlangen kann.

Online-Premiere „Mysterien“ am 29. Mai

Zur künstlerischen Auseinandersetzung mit norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun schreibt das Schauspielhaus Bochum: In ihm „finden sich Glanz und Abgrund, Kultur und Barbarei auf extreme Weise vereint: Zum einen ist er bestechender Dichter, der in Armut und Bigotterie aufwächst und später einer der wesentlichen Protagonisten der literarischen Moderne wird. Zum anderen ist er bekennender Nationalsozialist, politisch verblendet bis zum Ende seines langen Lebens. Die Lust an der Provokation, Grenzüberschreitung und Maßlosigkeit stecken in seinem Leben wie in seiner Literatur. Hamsuns Roman „Mysterien“ (1892), dem bekannteren Roman „Hunger“ folgend, mit dem Hamsun sein literarischer Durchbruch gelang, ist ein aufregendes, verstörendes, delirierendes Buch. Schauspielhaus-Intendant Johan Simons wagt eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem schmalen Grat zwischen Traum und Realität, Erkenntnis und Wahn, unter Beteiligung von Musikerinnen und Musikern der Bochumer Symphoniker.“ Online-Premiere: Samstag, 29. Mai, 19.30 Uhr.

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