Objektkunst in Gelsenkirchen

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Ruhrgebiet – Kunst des am 3. Dezember an einer Krebserkrankung gestorbenen Harald Schmidt-Schmelzer zeigt die Galerie Kabuth in Gelsenkirchen noch bis zum 15. Februar. „An den Vorbereitungen der Ausstellung hier in unseren Räumen hat Harald Schmidt-Schmelzer noch mitgewirkt“, erzählte Galeristin Jutta Kabuth sichtlich bewegt bei der Eröffnung der Ausstellung am 5. Dezember. „Es war sein ausdrücklicher Wunsch, die Ausstellung durchzuführen – sonst hätte ich sie abgesagt.“

Kunst Ruhrgebiet Harald Schmidt-Schmelzer

Formen, Materialien, Verbindungen: Objekte von Harald Schmidt-Schmelzer – Foto Westfalium

Schmidt-Schmelzer war ein echtes Kind des Ruhrgebiets: 1953 in Duisburg geboren, Kunst- und Kunstgeschichte-Studium an der Akademie in Düsseldorf, Meisterschüler dort, dann Kunstlehrer am Max-Planck-Gymnasium und Dozent an der Universität-Gesamthochschule in Duisburg, seit 1980 wohnhaft in Mülheim an der Ruhr. Nach der intensiven Beschäftigung mit der Malerei während des Studiums und der Auseinandersetzung mit traditionellen Farbmaterialien begann Schmitz-Schmelzer noch in den 70er-Jahren immer mehr mit Lacken und Kunststoffen zu arbeiten und mit verschiedenen Bildträgerformaten wie Stelen und Kreisformen zu experimentieren.

Galeristin Jutta Kabuth

Galerie-Chefin Jutta Kabuth mit Werken von Harald Schmidt-Schmelzer – Foto Westfalium

In seiner Heimatstadt Mülheim hat Schmitz-Schmelzer viele Spuren hinterlassen: So gestaltete er das Treppenhaus des Bürohauses Schloßstr. 5 mit drei Wandobjekten, den großen Sitzungssaal der Hauptstelle der Sparkasse in Mülheim ziert ein großes zweiteiliges Werk von ihm, für die Passage des Geschäftshauses Düsseldorfer Str. 81 in Mülheim/Saarn schuf er eine Skluptur, den Kreuzgang des Kloster Saarn in Mülheim gestaltete er ebenfalls mit. auch im Hotel Rosewood in Abu Dhabi wurde mit seiner Kunst ausgestattet.

Kunst Ruhrgebiet Schmidt-Schmelzer

Charakteristisch für die Arbeiten von Schmidt-Schmelzer: Verschiedene Materialien eng verbunden

Die letzten Werke von Schmitz-Schmelzer sind aus mit Pigment eingefärbtem und auf Träger aus Holz gegossenen Kunstharz, das im Anschluss durch Schleifen und Polieren auf Hochglanz gebracht, in Schichtungen diese Farbraumkörper bildet. „Die Schichtungen sind verschieden angelegt“, erläutert Kabuth. „Mal verlaufen sie parallel zur Holzfläche übereinander, mal senkrecht zum Holz – so erzeugt der Künstler nicht nur seine Objekte, sondern auch den Bildraum, indem er tatsächlich und real in den Raum vordringt. Es sind Farbraumkörper, in denen Farbe als Substanz und Malerei als schichtweiser Farbauftrag begriffen und realisiert wird. In dieser Reduktion auf das Wesentliche erreicht Schmitz-Schmelzer eine unglaublich faszinierende ästhetische und haptische Wirkung.“ Der Kontrast der eng verbundenen Materialien – glänzend poliertes Kunstharz, rauhes Holz, Textilien – manchmal in Form von scheinbar unabsichtlichen Einschlüssen und Verunreinigungen der streng abgegrenzten Objektkomponenten, lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Materialiät der Objekte.

Kunst Ruhrgebiet: Galerie Kabuth in Gelsenkirchen

Schräg gegenüber vom Musiktheater im Revier: Galerie Kabuth in Gelsenkirchen – Foto Westfalium

Die Galerie Kabuth zeigt in ihren Räumen direkt gegenüber vom Musiktheater im Revier rund 20 Werke von Harald Schmidt-Schmelzer. Die Preise der Arbeiten dieses bedeutenden Vertreters aktueller Ruhrgebiet-Kunst beginnen bei 800 Euro, die 184 x 62 x 13,5  Zentimeter große Arbeit „Farbfries, 2019“ ist mit 12.800 Euro gepreist.

Galerie Jutta Kabuth, Wanner Str. 4, 45879 Gelsenkirchen, Tel. 02091/487461 Öffnungszeiten nach Vereinbarung, www.galerie-kabuth.de

 

 

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