Kiepenkerl-Blog: Welterkenntnis und Astrophysik

Print Friendly, PDF & Email

Foto: Pixabay

Stephen Hawking war eine Ikone der modernen Wissenschaft zur Welterkenntnis und Astrophysik. Trotz seines schweren Handicaps – er litt an Muskelschwund und war jahrelang auf einen Rollstuhl und den Sprachcomputer angewiesen – hat er mit spektakulären Erkenntnissen zur Entstehung des Universums beigetragen. Sein Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit. Die Suche nach der Urkraft des Universums“ habe ich mit großem Interesse gelesen. Aber auch verstanden? Nein. Ich habe allenfalls so eine Ahnung von Zeit und Raum bekommen. Mehr nicht.

Ich bewundere auch die großen Wissenschaftler wie Albert Einstein und seine Relativitätstheorie ebenso wie Werner Heisenberg und seine Quantenphysik. Beides sind wichtige Erkenntnisse zum Verstehen der Welt, des Universums und der kleinsten Teilchen. Das alles ist faszinierend und bewundernswert. Es beweist die unglaublichen Fähigkeiten menschlichen Geistes, die Welt zu erforschen.

Doch wenn man die Astrophysiker nach den schwarzen Löchern fragt, die mit ungeheurer Schwerkraft das Licht verschlucken oder nach den Gravitationswellen, die Zeit und Raum krümmen und durchs Universum wabern, dann gestehen sie, dass sie letztlich nichts wissen. Schwarze Löcher sind eine der Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie. In ihnen ist die Masse von einigen bis mehreren Milliarden Sonnen auf einen Punkt komprimiert. Durch die immense Gravitation kann aus der direkten Umgebung nicht einmal Licht entkommen, daher der Name. Schwarze Löcher können entstehen, wenn ausgebrannte Riesensterne unter ihrem eigenen Gewicht zusammenstürzen.

Viele Schwarze Löcher verleiben sich neue Materie ein. Diese Materie fällt aber nicht auf direktem Weg ins Schwarze Loch. Stattdessen sammelt sie sich auf einer immer schneller rotierenden Scheibe. In dieser sogenannten Akkretionsscheibe wird die Materie durch gegenseitige Reibung Millionen Grad heiß und leuchtet hell auf, bevor sie im Schlund des Schwerkraftmonsters für immer verschwindet.

Schwarze Löcher besitzen zwar unvorstellbar viel Masse, sind dabei aber sehr klein. Ein Schwarzes Loch mit der Masse unserer Erde wäre beispielsweise nur so groß wie eine Kirsche. Zudem sind die Schwarzen Löcher sehr weit weg: Zum Zentrum der Milchstraße sind es 26 000 Lichtjahre entfernt. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt.

Am 10. April 2019 fiel zum ersten Mal Licht in ein Schwarzes Loch. Um das sichtbar zu machen, kombinierten Forscher acht Radioteleskope auf vier Kontinenten miteinander. Dadurch entstand ein virtuelles Superteleskop, dessen Durchmesser so groß ist wie die Erde. Dieses virtuelle Event Horizon Telescope erreicht eine Detailschärfe, mit der sich umgerechnet noch von Berlin aus eine Zeitung in New York lesen lassen würde.

Trotz seines ungeheuren Wissens auf dem Gebiet der Astrophysik konnte Hawking Gott nicht finden. Mehr noch. Er kam zu der Überzeugung, dass es Gott nicht gibt und er für die Welterkenntnis auch nicht gebraucht wird. Hätte er weiter forschen können, wäre er vielleicht zu dem Schluss gekommen, dass Gott Himmel und Erde aus einem explodierenden schwarzen Loch erschuf.

Stephen Hawking sagt: „Wir Menschen sind nur eine Ansammlung von grundlegenden Partikeln der Natur.“ Das ist viel zu wenig. Wir sind Geschöpfe Gottes, beschenkt mit Menschenwürde und Fähigkeiten, die es uns ermöglichen, die Welt sehend, riechend, hörend, schmeckend, tastend und fühlend zu erleben. Diese Eigenschaften können sich nicht aus der Materie heraus entwickeln. Auch Glaube, Hoffnung und Liebe sind Geschenke Gottes. Deshalb sind wir gläubige Christen nicht auf einen Gottesbeweis angewiesen. Christen glauben auch, dass das Leben nicht an den Gräbern endet. Diese Überzeugung verleiht uns Kraft.

WERBUNG

 

Speak Your Mind

*