„Kasimir und Karoline“ im Theater Münster

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Kasimir und Karoline in Münster: »Und die Liebe höret nimmer auf« ist das zynische Motto, das Ödön von Horváth diesem kleinen Totentanz über das Ende einer Liebe in Zeiten der Krise voranstellt. Schauplatz ist das Münchner Oktoberfest in unserer Zeit. Im Großen Haus der Städtischen Bühnen Münster kommt jetzt eine neue Inszenierung dieses düsteren Stücks auf die Bretter, die landläufiger Meinung nach die Welt bedeuten.

Kasimir und Karoline

„Kasimir und Karoline“ im Theater Münster – Foto Marion Bührle

Kasimir ist Chauffeur und hat gerade seine Arbeit verloren, aber seine Freundin Karoline will unbedingt auf dem Oktoberfest ihren Spaß haben. Da Kasimir nicht in Stimmung ist und Karoline trotzig ihren Willen durchsetzt, trennen sich ihre Wege. Karoline stürzt sich ins Vergnügen. Erst trifft sie auf den Zuschneider Schürzinger und lässt sich in die Achterbahn einladen, dann zieht sie mit einem alten bierseligen Kommerzienrat weiter.

Kasimir und karoline

Oktoberfest heute statt Vorkriegs-Wien im Theater Münster – Foto Marion Bührle

Der verlassene Kasimir versucht derweil seinen Kummer zu vergessen und hängt sich an den Kleinkriminellen Merkl Franz. Nach einigen Maß Bier lässt sich Kasimir dazu überreden bei einem Diebstahl Schmiere zu stehen. Am Ende der Nacht treffen sich Kasimir und Karoline auf einem Parkplatz noch einmal wieder.

Merkl Franz ist von der Polizei geschnappt worden und der Kommerzienrat hat einen Herzinfarkt erlitten. »Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wär man nie dabei gewesen.«

Das 1932 entstandene Stück ist eine »Ballade von stiller Trauer gemildert durch Humor« schrieb Ödön von Horváth. Wie kaum ein anderer Autor entlarvt der Österreicher das Abgründige und Monströse in seinen auf den ersten Blick ganz normalen Figuren. Der Österreicher zeichnet das Bild einer von Abstiegsängsten und Aufstiegsfantasien getriebenen Gesellschaft, die ebenso gierig ist wie innerlich leer.

Weitere Vorstellung im April:

Dienstag, 30. April, 19.30 Uhr, Großes Haus

www.theater-muenster.com

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