Paderborn Flughafen – Neue Ziele

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Paderborn/Lippstadt – Die Lufthansa reagiert auf die positive Verkehrsentwicklung mit einer Verdopplung des Angebots der Relation Flughafen Paderborn – Frankfurt Rhein/Main. Ab dem 9. April 2018 stehen jede Woche zwölf Flüge zu Deutschlands größtem Flughafen und damit viele neue Umsteigeverbindungen in die ganze Welt im Programm.

Flughafen Paderborn

Flugzeug von Lufthansa Regional in Paderborn-Lippstadt – Foto Paderborn-Lippstadt Airport

Die sechs neuen wöchentlichen Flüge verbinden den Paderborn-Lippstadt Airport täglich außer donnerstags um 18.05 Uhr mit der Mainmetropole und ergänzen die bestehenden Vormittagsabflüge, die um 11.30 Uhr starten. Eingesetzt werden Flugzeuge vom Typ Bombardier CRJ900 mit 90 Plätzen. Zusammen mit den Verbindungen nach München erhöht sich die Anzahl der Anbindungen an das weltweite Streckennetz der Lufthansa auf täglich je sechs Abflüge und Ankünfte. Diese finden zwischen 6 Uhr morgens uns 23.20 Uhr abends statt und sind zeitlich so geplant, dass in Frankfurt und München möglichst viele Anschlussflüge mit kurzen Umsteigezeiten erreicht werden können. Für Flugreisende bedeutet das zahlreiche zusätzliche Anschlussmöglichkeiten zu vielen interkontinentalen Reisezielen in Asien, Südamerika und Afrika sowie innerhalb Europas.

„Bereits in 2017 verzeichnete Lufthansa am Flughafen PAD einen deutlichen Anstieg der Passagiere, die über Frankfurt und München zu Zielen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt reisen. Durch die zusätzlichen Frequenzen werden sich die Umsteigezeiten zu vielen Destinationen nochmals deutlich verkürzen. Viele Fluggäste nutzen auf der Hinreise das eine Drehkreuz und auf dem Rückweg das andere.“, sagt Dr. Marc Cezanne, Geschäftsführer der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH.

Die Frankfurt-Verbindung wurde im Jahr 2017 aufgenommen. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Ausbau der München-Linie auf vier tägliche Verbindungen. Nach einem deutlichen Passagierzuwachs von 20 Prozent im Jahr 2017 folgt mit der angekündigten Verdopplung der Frankfurt-Flüge nun ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt.

Paderborn Flughafen

Flugabfertigung am Airport Paderborn-Lippstadt – Foto: Paderborn-Lippstadt Airport

Der Paderborn-Lippstadt Airport ist der Heimathafen für Urlaubs- und Geschäftsreisende aus Ostwestfalen-Lippe sowie den angrenzenden Regionen in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zum Leistungsangebot gehören neben Linien- und Touristikflügen auch Business- und Privatcharterverkehre. Schon im Jahre 1966 gab es erste Überlegungen zum Bau eines Regionalflughafens im südöstlichen Raum von Westfalen.

Paderborn Flughafen – Geschichte

Am 13. Oktober 1969 wurde die Regionalflughafen Südost-Westfalen GmbH von Vertretern aus dem damaligen Kreis Brilon, Kreis Büren, Kreis Höxter, Kreis Lippstadt, Kreis Paderborn und Kreis Warburg gegründet. Für 10 Millionen DM kauften die beteiligten Kommunen rund 227 Hektar landwirtschaftliche Flächen von mehreren Landwirten ab. Für rund 13,7 Millionen DM wurde eine 1440 Meter lange Betonfläche angelegt, auf der ein Flughafengebäude mit Tower, Abflughalle sowie Restaurant, Bar und Terrasse gebaut wurden. Die Kosten hierfür übernahm das Land Nordrhein-Westfalen. Am 22. Juli 1971 erfolgte die Genehmigung des Ministers für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr, Horst Ludwig Riemer, zur Anlage und zum Betrieb des Flughafens Paderborn/Lippstadt.

Die Inbetriebnahme des „Verkehrslandeplatzes Paderborn/Ahden“ erfolgte am 10. September 1971. Mit dem exportierenden Großunternehmen Nixdorf Computer AG (3500 Mitarbeiter) mit ihrem Nixdorf Flugbetrieb mit Sitz in Paderborn und weiteren Unternehmen (Benteler, Wellemöbel) im Umland sollte der Flughafen ursprünglich auch als Anreiz zur Ansiedlung von weiteren Unternehmen dienen. Der Landesrechnungshof kritisierte die Subvention für einen Regionalflughafen, da dieser „überwiegend dem Interesse eines einzigen privaten Unternehmens diene“.

1972 begann der Bau der Flugzeughalle I und 1975 die Einweihung und Inbetriebnahme des Betriebsgebäudes. 1975 flog die Deutsche Luftverkehrsgesellschaft (DLT) zweimal täglich mit einer DHC-6 Twin Otter von Paderborn nach Frankfurt am Main, um damit die Passagiere an das Verkehrsnetz der Lufthansa anzubinden. 1979 wurde die Flugbetriebsgesellschaft Paderborn/Lippstadt mbH gegründet und 1981 begann die Aufnahme des Linienflugverkehrs nach München. Es folgte die Cityflug, die Passagiere mit einer Fairchild Swearingen Metro beförderte. Nach der Zahlungsunfähigkeit der Cityflug sprang die Reise- und Industrieflug (RFG) ein.

1984 erfolgte die erste Verlängerung der Start- und Landebahn auf 1760 m Länge und 30 m Breite und der Bau eines neuen Betriebsgebäudes. Damit wurde der Flughafen im Juni 1984 als Verkehrsflughafen zugelassen. 1984 wurde auch mit dem Linienverkehr nach Stuttgart begonnen und 1985 nach West-Berlin.

Im Jahr 1986 erfolgte die Inbetriebnahme des Instrumentenlandesystems und die Einrichtung eines Flugverkehrskontrolldienstes mit Kontrollzone. Dies steigerte die Sicherheit und die Attraktivität des Flughafens für neue Fluggesellschaften. Durch den Instrumentenflug waren Starts und Landungen auch bei schlechtem Wetter in beide Richtungen möglich. Am 10. Juni 1986 beteiligten sich weitere Gesellschafter am Flughafen: der Kreis Gütersloh, der Kreis Lippe sowie die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold.

Mit den Fluggesellschaften Hapag-Lloyd Flug und Air Europa begann ab 1988 der Touristik-Charterflugverkehr nach Mallorca und Gran Canaria auf der inzwischen auf 2180 m verlängerten Start- und Landebahn. 1989 wurde der Linienflugverkehr nach London aufgenommen. Mit der deutschen Wiedervereinigung folgten auch Linienflugverkehrsstrecken nach Leipzig und Dresden. Am 1. Januar 1991 wurde offiziell der Name „Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH“ eingeführt und der Geschäftssitz von Paderborn nach Büren-Ahden verlegt. Als weiterer Gesellschafter wurde die Stadt Bielefeld aufgenommen. 1991 startete auch der Touristik-Charterflugverkehr in die Türkei sowie die erstmalige Durchführung eines Winterflugplans zu den Kanarischen Inseln. 1992 und 1993 folgte die Aufnahme des Touristik-Charterflugverkehrs nach Monastir in Tunesien und Kreta (Griechenland) und der Ausbau des Linienflugplans mit Flugverbindungen nach Paris (Frankreich) und Zürich (Schweiz).

Am 3. Dezember 1993 wurde das neue Terminal A eröffnet und die Fluggesellschaft Air Berlin stationierte auch eine neu beschaffte Boeing 737-400 auf dem Flughafen. 1994 wurde die Start- und Landebahn auf 45 m Breite ausgebaut. 1995 wurde die Flugzeughalle II B für Eurowings und weitere Rundhallen für Kleinflugzeuge fertiggestellt. 1996 erfolgte die Aufnahme einer neuen Linienflugverbindung zum internationalen Drehkreuz am Flughafen Schiphol mit Eurowings und KLM. Insgesamt wurden 14.662 Passagiere nach Amsterdam befördert. 1998 wurde das Terminal B und die Flugsicherungskanzel und 2001 ein neues Ankunftsterminal gebaut. Ab Januar 1998 bot die Lufthansa einen Linienflugbetrieb nach Frankfurt am Main an.

Am 1. November 1999 fusionierte die Flugbetriebsgesellschaft Paderborn/Lippstadt mbH mit der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH. Ein Jahr später gab der damalige Geschäftsführer Fritz Henze aufgrund der zweistelligen Zuwachsraten bei den Passagierzahlen an, bis zum Jahr 2010 rund 2 Millionen Passagiere pro Jahr zu befördern. 2004 erhielt der Flughafen zwei große Wartungshallen und das Airport-Forum.

Im Jahr 2006 wurden ca. 1,27 Mio. Fluggäste befördert, etwa 75 Prozent waren Urlauber auf dem Weg zu Flugzielen rund um das Mittelmeer und zu den Kanarischen Inseln. Im Februar wurden mit mehreren Transportmaschinen vom Typ C-130J Hercules britische Soldaten und Ausrüstung der 20. Panzerbrigade von Paderborn aus zur Luftverlegeübung „Desert Fist“ nach Nürnberg geflogen. Am 10. Oktober 2006 wurde direkt gegenüber dem Terminalgebäude das „Airport Hotel Paderborn“ eröffnet.

Längere Zeit – spätestens seit September 2006 – war eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 390 m auf dann 2570 m im Gespräch. Unter bestimmten Wetterumständen konnten viele Verkehrsflugzeuge zu den Kanarischen Inseln sowie nach Ägypten nicht genug Treibstoff mitnehmen, um ihre Ziele im Nonstopflug zu erreichen. Kritiker fürchteten durch eine Verlängerung der Startbahn und einer damit einhergehenden Attraktivitätserhöhung für Fluggesellschaften eine deutliche Zunahme von Flugbewegungen und somit eine erhöhte Lärm- und Schadstoffbelastung für die Bevölkerung der umliegenden Dörfer. Befürworter führten eine erhöhte Wirtschaftlichkeit des Flughafens durch zusätzliche Passagiere ins Feld.

Die entsprechenden Bauarbeiten hierzu begannen im Juni 2009 und wurden am 21. Juli des gleichen Jahres abgeschlossen. Aufgrund eines Rechtsstreits war das verlängerte Stück allerdings anfangs nicht für den Flugverkehr freigegeben. Der Rechtsstreit endete im Sommer 2014, ein endgültiger Termin der Inbetriebnahme der Verlängerung steht zurzeit (Stand November 2015) noch aus. Der Flughafen kann sich aus finanziellen Gründen derzeit eine Inbetriebnahme dieser Startbahnverlängerung nicht erlauben, da das Gericht auch eine gleichzeitige Verlegung der Landeschwelle zur Auflage gemacht hatte.

Die Fluggastzahlen gingen im Jahr 2009 um 13,5 Prozent auf 984.110 Passagiere zurück, was hauptsächlich auf die Einstellung der Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt am Main zurückzuführen ist. Auch im Touristik-Charter-Verkehr wurden weniger Fluggäste befördert.

Von Ende Juli 2010 bis Mitte November 2010 wurde das Terminal bei laufendem Flugbetrieb umgebaut und modernisiert, wobei die Reisebüros ins Obergeschoss umgezogen sind und 18 neue Check-In Schalter gebaut wurden. An diesem Projekt waren 15 Firmen beteiligt und die Kosten betrugen 3 Mio. Euro.

Im Sommer 2010 wurde mit dem Bau eines neuen gläsernen Hangars begonnen, der Ende Mai 2011 eröffnet wurde. Er wird von den Quax-Fliegern genutzt, einem Verein zur Erhaltung historischer Flugzeuge. Im Obergeschoss des Quax-Hangars ist neben der Besucherterrasse und der Geschäftsstelle des Vereins auch die Gastronomie „Triebwerk“ beheimatet. Von der Besucherterrasse, die bei schönem Wetter auch bewirtschaftet wird, können das Vorfeld, die Taxiways und die Landebahn eingesehen werden. Der Eintritt ist frei. Mit besonderen Events wie dem Frühlingsfest wird zusätzlich Publikum auf den Flughafen gezogen.

Fluggastzahlen seit 2011

Im Jahr 2011 wurden nur noch 975.712 Passagiere gezählt; das entspricht einem Minus von 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Flugbewegungen um 9,4 % auf 42.380. Als Gründe für den Rückgang der Passagierzahlen wurden die politischen Unruhen in Nordafrika, die Streiks in Griechenland und die Kapazitätenanpassung der Fluggesellschaft Air Berlin genannt.

Die Fluggastzahlen gingen 2013 weiter zurück, nur 794.992 Passagiere wurden gezählt, der Frachtumschlag steigerte sich auf 290 Tonnen, ist aber damit im Vergleich zu Düsseldorf und Köln/Bonn kaum erwähnenswert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 2014 −2,1 Mio. EUR.

Seit dem Sommerflugplan 2017 verbindet die Lufthansa den Flughafen Paderborn/Lippstadt wieder mit dem Drehkreuz Frankfurt. Im Winterflugplan umfasst das Flugangebot sechs Direktverbindungen zu beliebten Urlaubsdestinationen in Spanien, der Türkei und Ägypten. Darüber hinaus stellt der Heimathafen den Anschluss der Region an den weltweiten Luftverkehr über die regelmäßige Anbindung an die Drehkreuze München und Frankfurt sicher. Im gesamten Jahr 2017 verzeichnete der Flughafen ein Fluggastaufkommen von rund 740.000 Passagieren sowie mehr als 38.200 Starts und Landungen.

www.airport-pad.com

 

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