Arbeitsmarkt: Am Geld hängt fast alles

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Der Arbeitsmarkt wird zunehmend zu einem Arbeitnehmermarkt, stellt eine neue Studie fest. Gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte sind gefragt. Geld spielt dabei eine wichtige Rolle, aber nicht immer die alleinige, wie Dirk Grave von der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung weiß.

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Der Mittelstand in Westfalen ist stark. Und umgekehrt ziehen die westfälischen Regionen ihre wirtschaftliche Stärke aus der Dominanz des Mittelstandes und der Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie brauchen gut ausgebildete Mitarbeiter und gewinnen durch deren Expertentum. Sie ziehen Fachleute an, wenn der Arbeitsplatz attraktiv ist. Doch was macht einen Arbeitsplatz attraktiv?

Foto: Pixabay

Antworten darauf gibt eine neue Vergütungsstudie der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung mit dem Titel „So zahlt der Mittelstand im Nordwesten“. Sie nimmt die Gehälter der regionalen, mittelständisch geprägten Unternehmen im Nordwesten Deutschlands unter die Lupe.

Nach wie vor hängt die Attraktivität des Arbeitsplatzes für die Beschäftigten vor allem vom Gehalt ab. Trotz steigender Bedeutung anderer Faktoren, wie flexibler Arbeitszeitmodelle oder Sozialleistungen, wird die Bezahlung nach wie vor in allen Umfragen als wichtigstes Kriterium am häufigsten genannt.

Damit gehört ein leistungsgerechtes und faires Vergütungssystem zu den Grundpfeilern einer langfristigen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen einem Arbeitgeber und seinen Mitarbeitern. Nordrhein-Westfalen liegt –was das Gehaltsniveau angeht – im Vergleich der Bundesländer in der Spitzengruppe, nämlich auf Platz fünf des Gehaltsatlas 2016 von Gehalt.de.

Doch ob bei der Einstellung neuer Mitarbeiter oder der Überprüfung der eigenen Gehaltsstrukturen, immer wieder stellt sich die Frage: Was ist ein angemessenes Gehalt? Insbesondere beim akuten Fach- und Führungskräftemangel gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Der Arbeitsmarkt wandelt sich immer mehr zu einem Arbeitnehmermarkt und stärkt die Position der Arbeitnehmer bei Einstellungsgesprächen oder in Gehaltsverhandlungen.

In den vergangenen Jahren haben die Gehälter für Fach- und Führungskräfte deutlich angezogen, im Schnitt um 10 bis 15 Prozent. Teilweise werden – je nach Position und Branche – bis zu 30 Prozent mehr gezahlt als noch vor vier Jahren.

Bei anhaltend großem Interesse und Bedarf der Unternehmen haben gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte also sehr gute Beschäftigungs- und Gehaltsaussichten. Die Vergütungsstudie stellt für sämtliche Führungskräfte, vom Geschäftsführer bis zum IT-Leiter, vom Personalchef oder Controller bis zum Disponenten, deutliche Gehaltszuwächse in den vergangenen Jahren fest.

Berücksichtigt wurden dabei auch die Berufserfahrung, die Unternehmensgröße und bedeutende Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Agrar und Ernährung, Automotive, Dienstleistung, IT-Technologie und Elektronik, Logistik und Transport sowie Konsumgüter.

Die Lebenshaltungskosten gehören zu den deutlich messbaren und oft unterschätzten Aspekten in der Gehaltsdiskussion. Für die Bemessung der Gehälter sind für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer deshalb immer auch die Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Handelns und der regionalen Lebensbedingungen relevant.

Zwar sind die Gehälter in überwiegend ländlich geprägten Regionen meist niedriger, aber auch die Lebenshaltungskosten sind es. Sie liegen dort um rund 40 Prozent unter denen in größeren Ballungszentren wie zum Beispiel dem Raum Hamburg.

Gemessen an den Parametern, die beispielsweise für Menschen in der Familienphase von Bedeutung sind, erscheint insbesondere die Lebensqualität im ländlichen Raum aber vergleichsweise hoch. Neben dem Bruttogehalt spielen Lohnzusatzleistungen eine entscheidende Rolle für oder gegen eine Stelle.

Zusätzliche Vergütungsarten und Lohnzusatzleistungen binden Mitarbeiter ans Unternehmen. Eine attraktive Vergütungsmöglichkeit stellt insbesondere die Guthabenkarte für Fachkräfte dar: Sie ist vor allem aufgrund der steuerlichen Auswirkungen interessant.

Ähnliche lohnoptimierende Effekte lassen sich beispielsweise mit einem Dienstwagen oder auch -fahrrad erzielen. Verstärkt in den Fokus ist auch die betriebliche Altersvorsorge gerückt, die als neu belebtes Gratifikationsmodell – nicht zuletzt durch den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung – an Attraktivität gewonnen hat.

Dirk Grave

Hintergrund
Die Dr. Schwerdtfeger Personalberatung GmbH & Co. KG in Emstek ist eines der führenden Personalberatungshäuser im Nordwesten. Sie berät Unternehmen in Nordwestdeutschland bei der Rekrutierung von Fachspezialisten und Führungskräften sowie in der Personalentwicklung und bei Vergütungsfragen. Dirk Grave ist der Berater und Vergütungsexperte bei der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung.

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