Grabungscamp: Den Wilden Westfalen auf der Spur

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Herne – Wer will schon in den Osterferien immer nur Ostereier suchen? Im LWL-Museum für Archäologie in Herne geht es mit der Fotokamera auf die Pirsch nach wilden Tieren. Durch das Objektiv können alle hier ganz nah heran an die Tiere, die schon vor tausenden von Jahren in der Region unterwegs waren – in den Wäldern, in der Luft oder im Wasser. Zusätzlich nehmen die Teilnehmer die aktuelle Tierwelt in den (Kamera-)Fokus. Aber auch jenseits des Ferienprogramms kommt im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) keine Langeweile auf.

Kämpfen wie die Recken: Mittelalterliche Kampfkunst ist nicht nur bei einer Museums-Vorführung ein spannendes Thema. Foto: LWL/Lagers

Kämpfen wie die Recken: Mittelalterliche Kampfkunst ist nicht nur bei einer Museums-Vorführung ein spannendes Thema. Foto: LWL/Lagers

Denn auch das „Grabungscamp“ hat in den Ferien auf dem Außengelände des LWL-Museums geöffnet und bietet archäologische Entdeckungstouren an. Wie bei den echten Archäologen geht es hier auf die Suche nach Funden, wird das Entdeckte eingemessen, gezeichnet und dokumentiert. An allen Sonntagen um 15 Uhr kann jeder seinem Forschertalent freien Lauf lassen. Zuvor geht es stets um 14 Uhr unter dem Motto „gesucht. gefunden. ausgegraben.“ in die Dauerausstellung des LWL-Museums. Dort ist zu sehen, wie die entdeckten archäologischen Funde aus allen Epochen ausgestellt und erklärt werden. Ergänzend gibt es an jedem Sonntag um 16 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung „Wildes Westfalen“, wo die längst ausgestorbenen Vorfahren der Tiere unserer Region im Mittelpunkt stehen.

Das "Grabungscamp" in Herne hat in den Osterferien geöffnet und lädt zur Entdeckertour auf den Spuren der Archäologen ein. Foto: LWL/Quickels

Das „Grabungscamp“ in Herne hat in den Osterferien geöffnet und lädt zur Entdeckertour auf den Spuren der Archäologen ein. Foto: LWL/Quickels

Ganz schön handgreiflich geht es am Ostermontag (28. März) zu, wenn ab 15 Uhr die Waffen sprechen. Unter dem Motto „… von kûner recken strîte…“ zeigt eine Vorführung, wie die Streitkultur der Völkerwanderungszeit und des Mittelalters aussah und sich angehört hat.

Ausgestattet mit Fotoapparaten geht es schließlich vom 29. März bis 1. April bei der „Ferienfotosafari durch das Wilde Westfalen“ auf die Suche nach Wildtieren, die es auch in Herne gibt. Ziel ist es, diese mit der Kamera einzufangen und die schönsten Bilder auszustellen. Zuvor machen sich alle Teilnehmer im Alter von zehn bis 14 Jahren mit dem wilden Westfalen in der gleichnamigen Sonderausstellung vertraut und erlernen in einem Fotoworkshop den professionellen Umgang mit einer Kamera. Der Fotoworkshop für Jugendliche findet in Kooperation mit der Fotogruppe des NABU Stadtverband Herne e.V. statt und wird unterstützt von der Initiative Kulturrucksack NRW.

Wer will, kann sich abschließend noch beim Kreativseminar „mittelalterliches Kämpfen ohne Waffen“ am Samstag (2.4.) von 11 bis 17 Uhr austoben. Für die Menschen im Mittelalter war das Kämpfen ein alltäglicher Bestandteil ihres Lebens. Bauern zogen für ihre Feudalherren in Schlachten, Söldner verdienten sich ihr tägliches Brot damit. In den Städten und auf den Handelswegen musste man stets auf der Hut vor Räubern sein. Und während Ritter sich auf Turnieren als hochgerüstete Kampfsportler duellierten, endeten Gerichtsverfahren häufig in tödlichen Entscheidungskämpfen. Ziel des Seminars ist es, nach dem Vorbild alter Meister Grundtechniken mittelalterlicher Selbstverteidigung zu vermittelt, die auch heute noch funktionieren, und die historischen Hintergründe dazu zu erläutern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Mitzubringen sind Turnschuhe, Jogginghose und T-Shirt. Mitmachen können Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene. Die Kosten betragen 25 Euro zuzüglich Museumseintritt.

Abschließend steht der Familiensonntag am 3. April ganz im Zeichen der wilden Tiere unter dem Motto „Wildes Westfalen ungezähmt: Wilde Tiere“. Hier wartet von 11 bis 18 Uhr ein vielseitiges Programm auf die Museumsbesucher. Während die Sonderausstellung „Wildes Westfalen“ die Möglichkeit bietet, Bekanntschaft mit längst ausgestorbenen einst heimischen ungezähmten Tiere zu machen, können sich die Museumsbesucher hautnah mit Wildtieren wie Stabheuschrecken, Tausendfüßlern und Schlangen anfreunden. Darüber hinaus laden verschiedene Aktion wie das Formen von Meisenknödeln zum Mitmachen ein.

Termine:
20., 25. (Karfreitag), 27. (Ostersonntag), 28. (Ostermontag) März und 2. April
„gesucht. gefunden. ausgegraben.“: Führung durch die Dauerausstellung, jeweils 14 Uhr
„Fundort Grabungscamp“: Mitmachausgrabung im Außengelände des Museums, jeweils 15 Uhr
„Wildes Westfalen“: Führung durch die Sonderausstellung, jeweils 16 Uhr

28. März (Ostermontag)
„… von kûner recken strîte…“: Vorführung, 15 Uhr

29. März bis 1. April
Osterferienprogramm: „Ferienfotosafari durch das Wilde Westfalen“ für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren, jeweils 10 bis 15 Uhr, kostenlos, Anmeldung erforderlich!

2. April
„Mittelalterliches Kämpfen ohne Waffen“, Kreativseminar, 11 bis 17 Uhr, Anmeldung erforderlich, Kosten 25 Euro

3. April
Familiensonntag „Wildes Westfalen ungezähmt: Wilde Tiere“ – ganztägiges Programm von 11 bis 18 Uhr für Kinder- und Erwachsene

LWL-Museum für Archäologie / Europaplatz 1 / 44623 Herne

Telefon
www.lwl-landesmuseum-herne.de

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