„200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ eröffnet in Dortmund

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Westfalen – 200 Jahre ist es her, dass durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses aus einem Flickenteppich von Territorien die preußische Provinz Westfalen entstehen konnte. Anlässlich dieses runden Geburtstags wird am kommenden Freitag, 28. August 2015, im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ eröffnet. Wie hat sich Westfalen seitdem entwickelt? Was macht Westfalen heute aus? Und wie fühlt sich westfälisch an? Dies sind die Fragen, denen die Ausstellung auf den Grund geht.

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Dr. Brigitte Buberl, Kuratorin der Ausstellung “200 Jahre Westfalen. Jetzt!” im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte – Foto: Westfalium

Auf insgesamt rund 2.000 Quadratmetern werden circa 800 Exponate gezeigt, die Veränderungen sichtbar machen, Meilensteine markieren oder  den Menschen in Westfalen etwas bedeuten. Das Spektrum der Ausstellungsstücke reicht von so großen Objekten wie der Turmhaube des Hagener Hauptbahnhofs aus dem Jahr 1900 bis hin zu so kleinen Objekten wie eine Anstecknadel der Welu, der 1925 gegründeten „Luftverkehr Aktiengesellschaft Westfalens“. Dr. Brigitte Buberl, Kuratorin der Ausstellung, beschreibt das Ergebnis dieser Ansammlung an Exponaten als eine „Wunderkammer“, die Geschichte wie Geschichten erzählt.

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Blick in die Amtsstube von Freiherr von Karl vom Stein – Foto: Westfalium

Die Ausstellung hat ist in sechs Bereiche gegliedert: Der „Prolog“ setzt sich interaktiv mit den Stereotypen rund um die Westfalen auseinander und demonstriert an Hörstationen, wie unterschiedlich die Westfalen klingen. Im Bereich „Horizont“ wird auf einem Zeitstrahl von 20 Metern 200 Jahre Geschichte gezeigt, von der preußischen Provinz bis heute. Die „Siedlung“ gibt Einblick in vier Häuser, die über das Leben in Westfalen erzählen, darunter die Amtsstube vom Reformer Freiherr Karl vom Stein und das Kinderzimmer von Zwillingen aus dem Ruhrgebiet – der eine Schalke-, der andere BVB-Fan. Das „Gewächshaus“ beschäftigt sich mit der Landwirtschaft und Umwelt Westfalens. In einem tatsächlichen Gewächshaus sind dort Pflanzen der Region und ein Bentheimer Landschwein zu sehen.

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Als “Wunderkammer” bezeichnet Buberl die Ausstellung. So findet man unweit von Annette von Droste Hülshoff den “Kleinschnittger F125” – Foto: Westfalium

Während diese vier Abteilung permanent und unverändert zu sehen sind, ist das „Territorium“ im etwa 400 Quadratmeter großen Hauptraum als wandelbare Fläche gestaltet. Dort werden nacheinander drei verschiedene Themenfelder bearbeitet: Das erste beschäftigt sich mit dem Aufbruch Westfalens in die Moderne, der rasanten Entwicklung von Bergbau, Stahlproduktion und Eisenbahn zu preußischen Zeiten. Ab November steht dann das Themenfeld „Industrie und Mobilität – Arbeit und Produktion mit Wasserkraft“ im Vordergrund, ab Anfang 2016 die Themen Migration, Integration, soziokulturelle Spannungen, Religionen, Fremde und Heimat. Damit den Besuchern nichts entgeht, ziehen die wichtigsten Objekte des jeweils vorangegangenen Territoriums in ein begehbares Archiv, dem sechsten Ausstellungsbereich, und bleiben so präsent und erfahrbar.

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Der Ausstellungsteil “Territorium” ist wandelbar und wechselt zweimal seinen Schwerpunkt. Das erste Territorium beschäftigt sich mit dem Aufbruch Westfalens in die Moderne – Foto: Westfalium

Obwohl die Ausstellung auch bewusst mit dem stereotypischen Bildes von Westfalen und seinen Bewohnern spielt, wird viel Wert darauf gelegt, auch Aspekte hervorzuheben, die vielleicht noch nicht so sehr im Bewusstsein verankert sind. „Westfalen ist mehr als nur Radtourismus und Landwirtschaft“, erinnert Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), der gemeinsam mit dem Westfälischen Heimatbund eng mit dem Dortmunder Museum für die Ausstellung zusammenarbeitet. Löb weiter: „Wir sind eine wirtschaftlich starke Region und sollten nicht immer so westfälisch bescheiden sein und ruhig darüber reden.“

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Der Ausstellungsbereich “Gewächshaus” macht seinem Namen alle Ehre und widmet sich unter anderem der Landwirtschaft – Foto: Westfalium

Auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist stolz, dass seine Stadt – immerhin die einwohnerstärkste Westfalens – als Ort für die Ausstellung gewählt wurde. „Dortmund ist ein wichtiger Teil Westfalens, und Westfalen ist wichtig für Dortmund. Die Ausstellung zeigt das.“

Zur Ausstellung, die bis zum 28. Februar 2016 läuft, erscheint im Aschendorff Verlag ein bebilderter Katalog, ein Entdeckerhandbuch für Kinder und je eine Ausstellungszeitung für jedes Territorium. Zudem ein umfassendes Begleitprogramm, unter anderem mit musikalischen und kulinarischen Veranstaltungen.

„200 Jahre Westfalen. Jetzt!“, 28. August 2015 bis 28. Februar 2016, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, Hansastr. 3, 44137 Dortmund, Öffnungszeiten Di, Mi, Fr, So 10:00-17:00 Uhr, Do 10:00-20:00 Uhr, Sa 12:00-17:00 Uhr, Tel. 0231/5025522, www.dortmund.de/mkk

 

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