Kader Attia erhält Kunstpreis Ruth Baumgarte

Print Friendly

Bielefeld – Kader Attia, in Algiers und Berlin lebender, international bekannter Künstler, erhält den 2. Kunstpreis der Kunststiftung Ruth Baumgarte. Mit 20.000 Euro ist die Auszeichnung einer der hochdotierten Kunstpreise in Deutschland.

Kader Attia - Foto: Finnish National Gallery/ Pirje Mykkänen

Kader Attia – Foto: Finnish National Gallery/ Pirje Mykkänen

Die Verleihung findet am Samstag, den 4. Juni 2016 um 18:00 Uhr im Auditorium der Berlinischen Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin statt. Nach einer Begrüßung durch den Direktor des Hauses, Dr. Thomas Köhler, werden Ellen Blumenstein, Chefkuratorin des KW Institute for Contemporary Art und Herr Alexander Baumgarte, Vorstandsvorsitzender der Kunststiftung Ruth Baumgarte eine Laudatio auf den Künstler halten beziehungsweise den Preis übergeben.

Culture, Another Nature Repaired, 2014 Ausstellungsansicht "Les Blessures Sont Là", Musée cantonal des Beaux-Arts 2015 Courtesy: Kader Attia, Musée cantonal des Beaux Arts und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln- Foto: Nora Rupp

Culture, Another Nature Repaired, 2014 – Ausstellungsansicht „Les Blessures Sont Là“, Musée cantonal des Beaux-Arts 2015, Courtesy: Kader Attia, Musée cantonal des Beaux Arts und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln- Foto: Nora Rupp

Kader Attia, 1970 als Kind algerischer Eltern bei Paris geboren, wuchs in Frankreich und Algerien auf. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er zwischen 1991 und 1998 an namhaften Akademien in Paris und Barcelona. Die Jahre 1995-98 verbrachte Attia in Brazzaville, Kongo.

Culture, Another Nature Repaired, 2014 - Installationsansicht Middelheim Museum, Antwerpen, 25.10.2014 - 29.03.2015 Courtesy: Kader Attia und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln Foto: Simon Vogel

Culture, Another Nature Repaired, 2014 – Installationsansicht Middelheim Museum, Antwerpen, 25.10.2014 – 29.03.2015, Courtesy: Kader Attia und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln – Foto: Simon Vogel

Attias nordafrikanische und westeuropäische Wurzeln sind Ausgangspunkt seiner politischen Kunst, die sich insbesondere mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf nicht-westliche Kulturen auseinandersetzt. Ein zentrales Motiv seines poetisch-philosophischen und durch intensive Beobachtungen gekennzeichneten Schaffens ist der Aspekt der „Reparatur“; für Attia grundsätzlich Ausdruck überwundener Zerstörung respektive überwundenen Schmerzes und – je nach Ausführung als spurlose Wiederherstellung oder sichtbar belassener Zäsur – Ausdruck einer bestimmten Kulturzugehörigkeit.

Los de Arriba y Los de Abajo, 2015 Installationsansicht Göteborg Biennial Courtesy: Kader Attia und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln Foto: Hendrik Zeitler

Los de Arriba y Los de Abajo, 2015 – Installationsansicht Göteborg Biennial, Courtesy: Kader Attia und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln – Foto: Hendrik Zeitler

Seit den späten 1990er Jahren macht der Künstler durch zahlreiche internationale Ausstellungen auf sich aufmerksam. Spätestens die Teilnahmen an der Biennale Venedig 2011 und der documenta 13 im Jahre 2012 führten zur internationalen Anerkennung. Seine Arbeiten sind unter anderem in der Tate Modern London, im MoMa New York oder in der Collection Centre Georges Pompidou Paris vertreten.

Ruth Baumgarte (1923-2013), Stifterin des Kunstpreises, wuchs als Tochter des UFA-Chefs und Mehrheitseigners der Tobis-Filmproduktionsgesellschaft Kurt Rupli und der Schauspielerin Margret Kellner-Conrady in Berlin auf. Sie studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste und begann ihre Karriere unmittelbar nach Kriegsende. International bekannt wurde sie insbesondere durch ihren Afrika-Zyklus, der durch seine expressive Farbigkeit charakterisiert ist und das Spätwerk der Künstlerin prägt.

Ghost, Ausstellungsansicht, Stiftelsen 3,14, Bergen 2015 Courtesy: Kader Attia und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln Foto: Stiftelsen 3,14

Ghost, Ausstellungsansicht, Stiftelsen 3,14, Bergen 2015 – Courtesy: Kader Attia und Galerie Nagel Draxler Berlin/ Köln – Foto: Stiftelsen 3,14

Wenige Monate vor ihrem Tod, im Frühjahr 2012, gründete sie die gemeinnützige Kunststiftung Ruth Baumgarte, die ihr künstlerisches Lebenswerk verwaltet und fördert. In Gedenken an Leben und Werk der Künstlerin, die sich durch ein gelebtes Selbstverständnis mit gegenwärtigen, gesellschaftspolitischen und globalen Fragestellungen auseinandersetzte, wird der Kunstpreis seit 2014 jährlich an einen gegenständlich arbeitenden Künstler vergeben. Der letzte Preis ging an die in Berlin lebende Künstlerin Judith Hopf.

Zum Beirat der Stiftung zählen unter anderem Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museums Hannover sowie die Galeristen und Nachlassverwalter des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner, Ingeborg Henze-Ketterer und Dr. Wolfgang Henze. Weitere namhafte Mitglieder sind Bettina Steinbrügge, Direktorin des Hamburger Kunstvereins sowie der Galerist Christian Nagel (Berlin/Köln).

Kunststiftung Ruth Baumgarte / Niederwall 10 / 33602 Bielefeld
Telefon 0521 – 5603111
www.ruth-baumgarte.com


 

Deine Meinung ist uns wichtig

*