Zeichnerische Ideenküche vom großen Meister

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Westfalen – Im Picasso-Museum startet das neue Jahr mit einer Besonderheit: Erstmalig werden die Picasso-Bestände des Musée Réattu in Arles geschlossen außerhalb ihres südfranzösischen Heimatortes gezeigt.

Pablo Picasso: Kopf eines Harlekins, Tusche und Kreide auf Karton, 1971, Musée Réattu, Arles - Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Pablo Picasso: Kopf eines Harlekins, Tusche und Kreide auf Karton, 1971, Musée Réattu, Arles – Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

In der Ausstellung „Die Picassos aus Arles – Tagebuch eines Malers“ präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster die Werke vom 26. Januar bis zum 28. April 2013 im Dialog mit zahlreichen Fotografien des spanischen Künstlers.

Picassos Begeisterung für den Stierkampf führte ihn in den 1950er und 1960er Jahren regelmäßig ins südfranzösische Arles. Seine Verbundenheit mit der Stadt brachte der Künstler später durch eine üppige Schenkung zum Ausdruck: „1971 überließ er dem dortigen Musée Réattu eine Reihe von 57 Zeichnungen, die in schnellem Rhythmus an 36 aufeinanderfolgenden Tagen zwischen Dezember 1970 und Februar 1971 entstanden“, erläutert Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „In Ihnen lässt sich lesen wie in einem Tagebuch: Es sind kurze Notizen, eine zeichnerische Ideenküche im kleinen Format, die das große Welttheater des Spaniers in Miniatur enthält.“

Thematisch dreht sich die Sammlung um Picassos typische Themen: Der Künstler mit seinem Modell, barocke Gestalten, Harlekine, Musketiere und Figuren der Commedia dell’arte, aus denen sich bei genauerem Hinsehen viele Verweise auf den Künstler selbst herauslesen lassen.

Pablo Picasso, Person, 1971, Tusche und Kreide auf Karton, Musée Réattu, Arles - Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Pablo Picasso, Person, 1971, Tusche und Kreide auf Karton, Musée Réattu, Arles – Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

„Für die Schenkung an unser Museum wählte Picasso ausschließlich späte Werke und damit einen besonderen Abschnitt seines Schaffens“, fügt Michèle Moutashar, Direktorin des Musée Réattu in Arles, hinzu. „Er war hier sozusagen Historiker in eigener Sache.“

Die Kunstwerke werden in Münster im Dialog mit zahlreichen Aufnahmen von insgesamt sieben Fotografen aus den reichen Beständen des Arleser Museums inszeniert, die Picasso in seiner südfranzösischen Wahlheimat zeigen.

Der Spanier war in seinen reifen Jahren der meistfotografierte Künstler der Welt. Jenseits der unterschiedlichen künstlerischen fotografischen Handschriften wird er in den Bildern als unübertroffener Meister der Selbstdarstellung und Inszenierung erfahrbar – als moderner Malerfürst, der Hof hält.

 

Pablo Picasso, Mann mit Gitarre und Frau, 1971, Filzstift auf Karton, Musée Réattu, Arles - Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013


Pablo Picasso, Mann mit Gitarre und Frau, 1971, Filzstift auf Karton, Musée Réattu, Arles – Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

 

Picasso Museum Münster / Picassoplatz 1 /  48143 Münster
Telefon 0251 – 41 44 710
www.picassomuseum.de


 

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