Pindakaas Saxophon Quartett feiert Jubiläum

Pindakaas Saxophon Quartett feiert Jubiläum: Nur wenige Musikensembles können auf solch eine lange Karriere zurückblicken: Seit 35 Jahren musiziert das Pindakaas Saxophon Quartett aus dem Münsterland auf höchstem Niveau.

Pindakaas Saxophon Quartett feiert Jubiläum

Pindakaas Saxophon Quartett – Foto Friedhelm Krischer

1990 am Musikinstitut der Uni Duisburg gegründet, haben sich die Saxophonisten inzwischen in der Klassikszene etabliert. Saxophon und Klassik? „Genau das war es, was wir damals machen wollten“, erklärt Gründungsmitglied Matthias Schröder. Der Baritonsaxophonist, der auch Professor für Musikmanagement an der Hochschule für Musik Detmold ist, weiß, dass die meisten Menschen mit dem Saxophon eher Jazz- und Popmusik verbinden: „Wir zählen zu den wenigen klassischen Saxophonensembles, die es in Europa gibt und wir spielen neben Originalwerken eine sehr große Zahl an eigenen Bearbeitungen“.

Kammerkonzerte gibt Pindakaas Saxophon Quartett in ganz Deutschland, aber auch in Luxemburg, den Niederlanden und in der Schweiz. Auf vielen renommierten Festivals, wie dem Mosel Musikfestival, dem Bodensee-Festival oder dem Kurt Weill Fest ist das Quartett aufgetreten. Guido Grospietsch (Altsaxophon) aus Duisburg und Matthias Schröder (Baritonsaxophon) aus Münster gehören zu den Gründern, Anja Heix (Tenorsaxophon) aus Schermbeck und Thorsten Floth (Sopransaxophon) aus Bielefeld kamen mit der Zeit neu dazu.

Pindakaas Saxophon Quartett feiert Jubiläum

Pindakaas Kindermusiktheater “Nussknacker” – Foto Jürgen Christ

Von Beginn an hat das Pindakaas Saxophon Quartett Musik gemacht, die man üblicherweise nicht mit dem Saxophon verbindet: Klassische Musik aller Epochen, aber auch Grenzgänge in Richtung Jazz, Pop, Klezmer, Tango Nuevo und Filmmusik. Sieben CDs und eine Kindermusikhörspiel-Produktion mit dem WDR sowie Auftritte bei allen großen Festivals lassen sich vorzeigen. „Wir haben schon in Kuwait und auf Spitzbergen konzertiert“, erinnert sich Schröder. Man müsse sich immer dem Markt anpassen, meint er. So seien inzwischen alle Tonaufnahmen im Digitalvertrieb erhältlich und man engagiere sich auf Socialmedia-Kanälen.

Vor rund 20 Jahren entwickelte das Pindakaas Saxophon Quartett sein erstes Kinderprogramm: „Die Abenteuer des Monsieur Sax“ wurde mehrfach ausgezeichnet und gemeinsam mit dem WDR als Musikhörspiel produziert. Inzwischen hat Pindakaas mit den Schauspielern Frank Dukowski, Marcell Kaiser und Martin Heim sieben verschiedene Programme für Kinder im Repertoire, darunter „Alla Turca“, „Der Meisterdieb und das Geisterquartett“ oder zur Weihnachtszeit „Nussknacker und Mausekönig“.

Von den insgesamt rund 100 Auftritten pro Jahr finden etwa 75 in Grund- und Förderschulen in Nordrhein-Westfalen statt, Pindakaas Saxophon Quartett spielte deutschlandweit in großen Theatern und Konzertsälen wie der Kronberg Academy, den Klosterkonzerten Maulbronn oder dem Landestheater Neuss. Das Besondere daran: die Verbindung aus einem Theaterstück mit professionellem Schauspiel und live gespielter Musik. Bei „Herrn Alexander“ zum Beispiel reicht das Spektrum von Werken Telemanns, Debussys und Dvořáks bis hin zu Ragtime und den Beatles.

Aktuell reist Pindakaas Saxophon Quartett, gefördert durch das Europaministerium Nordrhein-Westfalens auf den Spuren von Jules Verne reist das Quartett „In 28 Tagen durch Europa“, rund 60 Förder- und Grundschulen, auch in sozialen Brennpunktgebieten profitieren hiervon. „Wir bieten ein barrierefreies und niedrigschwelliges Musiktheaterangebot, bei dem wir vom Theatervorhang bis zur Tontechnik alles mitbringen. So können wir auch in ländlichen Regionen ohne Theatersaal in einer Turnhalle spielen“, sagt Matthias Schröder, der sich auf weitere Jahre mit dem Saxophonquartett freut: „Das ist eine musikalische Ehe zu viert und wir gehen zusammen durch das Leben“. Chapeau Pindakaas!

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