Literatur im Film – Das Film Festival Münster

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Literatur

Das Film Festival Münster legt den Fokus auf Literatur und Film. Hier ein Filmausschnitt aus „Harz“, Foto Adomeit Film

Kernstück des neuen LITFILMS – Literatur Film Festival Münster, das vom 16. September bis zum 11. Oktober stattfindet, ist der Internationale Wettbewerb. Sechs aufregende, durchaus eigenwillige Literaturadaptionen werden im Schloßtheater in Münster vorgestellt. Sie verblüffen mit ihrer jeweils sehr eigenen Bildersprache und blasen frischen Wind in das traditionsreiche Genre der Literaturverfilmung. Dabei haben die ausgewählten Filme in höchst unterschiedlicher Art und Weise literarische Werke zur Grundlage und bewegen sich formal zwischen Erzählkino und Experiment.
An die Grenzen der Adaption wagt sich etwa Last and First Men, der einzige Film des isländischen Regisseurs und Komponisten Jóhann Jóhannsson, der Olaf Stapledons gleichnamigen Science-Fiction-Roman aus den 1930er-Jahren mit Bildern von menschenleeren postindustriellen Landschaften und der hypnotischen Stimme von Tilda Swinton zu einer puren Synthese von Bild und Ton werden lässt. (Mo 21.9.)
In Revenir von Jessica Palud nach dem Roman „L’amour sans le faire“ von Serge Joncour kehrt ein junger Mann nach langer Zeit auf den abgelegenen Hof der Eltern in der südfranzösischen Drôme zurück. Das einfühlsame Familiendrama wurde beim Filmfestival in Venedig für das beste Drehbuch ausgezeichnet. (Mo 28.9.)

Ausschnitt aus dem Film „Revenir“, Foto Thierry Valletoux

Die Deutschlandpremiere von The Republics von Huw Wahl nimmt das Prosagedicht „Republic Of Dogs / Republic Of Birds“ von Stephen Watts als Ausgangspunkt für eine Reflektion über Landschaft, Geschichte, Erinnerung und die Macht der Worte – einer der beeindruckendsten Künstlerfilme der letzten Jahre.(Mi 30.9.) Alle wichtigen skandinavischen Krimipreise hat die Autorin Ane Riel für die Romanvorlage von Harz erhalten. Aber sowohl die Vorlage als auch Daniel Borgmanns atmosphärisch unheimlich dichte Adaption sind alles andere als eine weitere Version nordischer Krimis bekannter Bauart. (Mo 5.10.) Antigone von Sophie Deraspe – ausgezeichnet als bester kanadischer Film beim Toronto International Film Festival 2019 – verlegt die klassische griechische Tragödie ins heutige Montreal und erzählt die Geschichte einer Flüchtlingsfamilie als mitfühlendes Familiendrama mit den Mitteln des poetischen Realismus. (Mi 7.10.) Lisa Spilliaerts N.P., ebenfalls eine Deutschlandpremiere, nimmt den melancholischen Sound von Banana Yoshimotos gleichnamigem Roman auf. Der Film seziert das komplexe Beziehungsgeflecht seiner Figuren, unentschieden zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die innovative, sprachlose Adaption mit Zwischentiteln, hebt dabei die physische Präsenz der Worte hervor. (10.10.)
Die Regisseure Huw Wahl („The Republics“) und Lisa Spilliaert („N.P.“) kommen zu Filmgesprächen ins Schloßtheater. Darüberhinaus werden die Filmscreenings von Lesungen der zugrundeliegenden literarischen Werke begleitet. Eine Jury vergibt den Preis für die beste Adaption. Der Vorverkauf läuft.

Karten für das Festival gibt es auf www.litfilms.de

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