Oelde: Bühne frei für die Literatur

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Oelde-Stromberg – Das Museum für Westfälische Literatur auf Haus Nottbeck ist ein echtes Vorzeigeprojekt in Westfalen. Besonders der Kreis Warendorf kann sich über dieses Kleinod freuen, das Freunde der Literatur von nah und fern nach Oelde zieht.

Das Kulturgut Haus Nottbeck ist ein wundervolles, idyllisches Ensemble. Im Mittelpunkt steht das Museum für westfälische Literatur. – Foto: Matthias Groppe

In einem historischen Ambiente werden Literatur und deren Autoren auf eine besondere Weise den Besuchern nahegebracht. Die interessante Vielfältigkeit der westfälischen Literatur wird hier auf kurzweilige Art und Weise dargestellt. Neben dem gedruckten Buch selber sind es vor allem Hörstücke, Filme, Videos und der Einsatz der neuen Medien, die die Besucher zu einer ausgiebigen Entdeckungsreise einladen.

Eröffneten die neue Dauerausstellung im Museum für Westfälische Literatur (v.l.n.r.): Landrat Dr. Olaf Gericke, Peter Scholz (Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost), LWL-Direktor Matthias Löb, Ausstellungsdesigner Robert Ward, Prof. Dr. Walter Gödden (wissenschaftlicher Leiter des Museums), Susanne Festge (Verein der Freunde und Förderer des Hauses Nottbeck) und der Präsident der NRW-Stiftung, Eckhard Uhlenberg. – Foto: Dirk Bogdanski

An vielen Medien-Stationen lohnt es, Halt zu machen und den angebotenen Informationen und Geschichten in Wort und Bild zu folgen. Neben historischen Bezügen sind es vor allem thematische Ordnungen und einzelne Kapitel, die den Zugang zum geschriebenen Wort und dessen Verständnis erleichtern sollen. Sich so dem großen Thema Literatur zu nähern, ist spannend und macht neugierig auf mehr. Besucher sollten viel Zeit mitbringen, um den höchst interessant dargebotenen Informationssträngen zu folgen und sich auch einmal von der Neugier motiviert treiben zu lassen.

Die Dauerausstellung ist thematisch geordnet: Die Besucher können sich über verschiedene Angebote leiten lassen oder selbstständig auf Entdeckungsreise gehen.

Aktuell kann man das Literaturmuseum auf dem Kulturgut Haus Nottbeck einmal wieder völlig neu entdecken: Nach einer zweimonatiger Umbauphase lädt das literarische Kleinod nach der großen Eröffnungsfeier am vergangenen Freitag zu einem Besuch ein. Vieles ist im Museum aufgehübscht, einiges modernisiert, vieles ergänzt und vor allem leichter zugänglich geworden. Der Ausstellungsmacher Robert Ward hat vor allem den integrativen Nutzen in den Vordergrund gestellt.

Begonnen hat alles mit einer Erbschaft: Dem Kreis Warendorf wurde das Gut Nottbeck 1987 von der letzten Besitzerin, Luise Eissen, mit der Auflage vermacht, das Anwesen zur Kultur- und Heimatpflege zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zuvor hatte der alte Herrensitz schon zahlreiche Besitzerwechsel hinter sich. Das bereits 1366 schriftlich erwähnte Gut war Adelssitz und Bauernhof, bevor es in den 1990ern schließlich zum Haus für Literatur umfunktioniert wurde.

Zu vielen Autoren und Geschichten gibt es auch Hörbeispiele.

Heute ist Haus Nottbeck ein lebendiges Museum: Die Ausstellungsmacher zeigen Werkzeuge der Buchherstellung – vom Setzkasten bis zum Computer – und laden darüber hinaus ein zu Lesungen, Vorträgen, Hörspielpremieren oder Aktionen für Kinder. Ein Besuch in Oelde lohnt sich also nicht nur für Büchernarren.

Im Jahr 2004 wurde das Literaturmuseum durch die Einrichtung einer Musik- und Theaterwerkstatt in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Guts originell vervollständigt.

Haus Nottbeck ist inzwischen aus dem kulturellen Leben des Kreises Warendorf nicht mehr wegzudenken. Es entfaltet dank eines vielseitigen Programms einen magischen Sog, der viele Besucher aus ganz Westfalen und Literaturfreunde aus der ganzen Bundesrepublik anlockt.

An jeder Station laden bequeme Sitzgelegenheiten die Besucher ein, länger zu verweilen und den Themen über die verschiedenen Medien zu folgen.

Mit neuen Themen wie Poetry Slam, einer aktualisierten Autorenliste und moderner Technik wurde das Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg am vergangenen Freitagnachmittag mit großem Bahnhof wieder eröffnet. Nach zwei Monaten Umbauzeit stellten Landrat Dr. Olaf Gericke sowie Professor Walter Gödden, wissenschaftlicher Leiter des Museums, und Ausstellungsmacher Robert Ward auf dem Kulturgut Haus Nottbeck die neue Dauerausstellung der Öffentlichkeit vor. Viele der Förderer, Sponsoren und ehrenamtlichen Helfer waren gekommen, um das modernisierte Museum gemeinsam bei einem Festakt zu feiern.

Das stattliche Gebäude beherbergt die modernisierte Dauerausstellung im Museum für westfälische Literatur.

„Literatur lebt“: Diese Erkenntnis hat die Verantwortlichen seit geraumer Zeit angetrieben und beflügelt. In knapp zwei Jahrzehnten nach seiner ersten Eröffnung waren neue Themen und vor allem neue Autoren hinzugekommen, die im Museum eingeordnet und präsentiert werden sollten. Ergänzt wurde die Dauerausstellung um Beispiele der jüngeren westfälischen Literaturgeschichte, darunter sind die Annette-von-Droste-Hülshoff-Preisträgerin Sabrina Janesch, der „Erdmöbel“-Musiker Markus Berges und der Poetry-Slammer Sebastian 23. „Deswegen mussten wir die Dauerausstellung nach fast zwei Jahrzehnten auf den Stand der Zeit bringen, nicht nur mit neuen Themen und Autoren. Touchscreens und QR-Codes für Hintergrundinfos machen die Ausstellung gerade für das jüngere Publikum spannender“, erklärte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Neue Audioguides in Deutsch und Englisch führen durchs Museum. Zudem sind die Ausstellungstexte durch neue Schriften und eine optimierte Anordnung für alle besser lesbar“, so Dr. Gericke.

Ohne Förderer und Sponsoren wäre die rund 300 Tsd. Euro teure Modernisierung nicht möglich gewesen. Einer der wichtigsten Förderer ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. „Der LWL freut sich, dass er durch seine Beteiligung bei der Überarbeitung der Dauerausstellung des Museums für Westfälische Literatur einen wichtigen Baustein für ein starkes Literaturland Westfalen beitragen kann“, erklärte LWL-Direktor Matthias Löb. „Der Literaturort Haus Nottbeck bildet eine ideale Ergänzung zu den literarischen Aktivitäten, die parallel auf Burg Hülshoff im Center for Literature entwickelt werden”, so Löb.  (Jörg Bockow)

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

 

Kultur-Café: Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14.00 – 18.00

 

Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck / Landrat-Predeick-Allee 1 / 59302 Oelde-Stromberg

Telefon  02529 – 945590

www.kulturgut-nottbeck.de

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