Marienthaler Abende mit neuem Programm

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Marienthaler Abende 2018: Große Kultur im kleinsten Ortsteil der Stadt Hamminkeln oder – besser gesagt – „Weltstadt-Kultur auf dem Dorfe“ und das nunmehr bereits zum 35. Mal. Qualität und Vielfalt bilden den selbstgewählte Anspruch der Macher der Marienthaler Abende. Jahr für Jahr in den Sommermonaten jeweils am Mittwoch um 20.00 Uhr. In diesem Jahr – der Fußball-WM geschuldet – zwei Mal an einem Donnerstag. A-cappella-Gesang – seit jeher ein Schwerpunkt des Programms – (beinahe die gesamte Elite dieses Genres gab sich in Marienthal bereits die Ehre) ist vertreten durch zwei der herausragensten deutschen a-cappella-Gruppen : VIVA VOCE und MAYBEBOP.

Marienthaler Abende

BULLEMÄNNER mit „Schmacht“ – Foto DIE BULLEMÄNNER

Erstere feiern ihr 20jähriges Jubiläum und MAYBEBOP ihr 15jähriges Bühnenjubiläum, zusammen also 35 Jahre wie eben auch die Marienthaler Abende. Das weitere Programm ist ein Querschnitt durch die unterschiedlichsten Musikrichtungen: Irish Folk, Tango, Klezmer und Flamenco-Gitarrenspiel sind ebenso vertreten wie Nostalgie mit Liedern der 50er Jahre oder Crossover von Klassik bis Hardrock. Nicht zuletzt kommt auch der Humor nicht zu kurz. Vertreten wird diese Spielart durch Benni Stark und die „ewigen“ BULLEMÄNNER.

Aktuelle Kunst hat Tradition in Marienthal: Augustiner-Eremiten gründeten 1256 auf dem Flecken Beylar im kaum besiedelten Grenzgebiet zwischen Münsterland und Niederrhein ein Kloster, dem sie den Namen Marienthal gaben. Mit der Besetzung Westdeutschlands durch Napoleon wurde das Kloster aufgelöst – das Kirchlein blieb jedoch und drumherum entstand ein Bauerndorf. Mit  zwei Höfen, einer Wassermühle, Schmiede Sattlerei und Molkerei. Ein Kolonialwarenladen durfte natürlich auch nicht fehlen. 1924 kam Augustinus Winkelmann aus Amelsbüren bei Münster als Pfarrer nach Marienthal. Vielseitig interessiert war dieser Herr Pastor, dem man, wie sein Bruder schon bei seiner Einführung in Hecheltjens Scheune sagte, am besten nicht widersprach. Studiert hatte Winkelmann in Münster, Würzburg und Paris. Und seit seiner Zeit in Paris und der Bekanntschaft mit dort lebenden und wirkenden Künstlern des Expressionismus stand für ihn fest: Diese neue Kunstrichtung sollte dort Einzug halten, wo er langfristig wirken wollte. Die Glasmaler Thorn Prikker, seine Schüler Anton Wendling und Heinrich Dieckmann, ebenso Heinrich Campendonk gestalteten Fenster in Kirche, Kreuzgang und Mönchszelle. Josef Straters Kreuzweg in Grisaille-Technik zierte das Kirchenschiff. Das Bronzeportal mit der Darstellung des Glaubensbekenntnisses wurde nach dem 2. Weltkrieg das Meisterwerk von Edwin Scharff, dem „Entarteten“, dem Pastor Winkelmannin der Zeit des Nationalsozialismus Unterkunft und Arbeit bot. Heute führt der Marienthaler Karl-Heinz Elmer die Marienthaler Kunst-Tradition mit den Marienthaler Abenden fort.

www.marienthaler-abende.de

 

 

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