Meschede: Eine Reise durch das Herz

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Meschede. Bis letzten Sonntag strömten rund 850 Besucher durch das begehbare Herz in der Kreisstadt-Klinik. Zu einer Reise durch das Herz hatte das Klinik-Team niedergelassene Ärzte, Schulklassen, Medizinische Fachangestellte sowie Patienten und Besucher im Rahmen der bundesweiten Aktion „Herz unter Stress“ der Deutschen Herzstiftung eingeladen.

Schulung bei den Herztagen 2016 - St.

Schulung bei den Herztagen 2016 – Fotos: St. Walburga Krankenhaus, Meschede

„Die Resonanz hat uns selbst ein wenig überrascht, natürlich sind wir glücklich, dass die Herztage in Meschede so viele unterschiedliche Gruppen angesprochen hat“, so Peter Eikeler vom Organisationsteam des Krankenhauses. „Bereits im Frühjahr diesen Jahres, als klar wurde, das wir das überdimensionale, begehbare Herz für einige Tage ins Sauerland bekommen, war unser Ziel, nicht nur einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, sondern allen Besucher ganz individuelle Informationen und Zugangsmöglichkeiten zu unserem wichtigsten Lebensorgan zu bieten.“

Volles Haus bei den Herztagen: Schüler konnten eine Reise durch das Herz machen

Volles Haus bei den Herztagen: Schüler konnten eine Reise durch das Herz machen

Das ist gelungen: Nachdem Donnerstags rund vierzig Ärzte an einer Fortbildung zum Thema Herzklappenersatz teilnahmen, erhielten Freitagmorgen heimische Schulklassen von Medizinern der Kardiologischen Abteilung einen Vortrag über die Anatomie des Herzens – ein Organ, das von innen komplett hohl ist.  Nach dem Vortrag wurde es Zeit für die Schüler, den lebenswichtigen Hohlkörper aus der Nähe zu betrachten. Hier am begehbaren Herz spielten sich die Experten des St. Walburga-Krankenhauses gekonnt die Bälle zu und unterhielten die Mescheder Schulklassen des Städtischen Gymnasium, der Städtischen Hauptschule, der Walburga-Realschule sowie des Benediktiner Gymnasium mit unterhaltsamen medizinischen Anekdoten , echten Fakten und viel Wissenswerten rund um das Herz. Denn wer kann sich schon vorstellen, wie ein Stent am Herzen tatsächlich aussieht oder das ein Bypass einfach gesprochen tatsächlich nur ein dünnes Röhrchen als Ersatz für ein Blutgefäß ist?

Bei der Schulung konnte man sich einen Eindruck vom Herz machen

Bei der Schulung konnte man sich einen Eindruck vom Herz machen

Was passiert, wenn es infolge eines Infarktes oder Unfalls zu einem plötzlichen Herzstillstand kommt, erfuhren dann am Nachmittag die Medizinischen Fachangestellten sowie angehenden Ergo- und Physiotherapeuten beim Reanimations-Kurs, bei dem 38 TeilnehmerInnen speziell zum Thema Herz-Lungen-Wiederbelebung intensiv geschult wurden. Wie muss ich mich im Notfall verhalten und wie benutze ich den Defibrator bei der Reanimation? Dies wurde in drei Kleingruppen an Übungspuppen praxisnah trainiert.

Das Organisationsteam für die Herztage 20916

Das Organisationsteam für die Herztage 20916

Auch das Deutsche Rote Kreuz hatte sonntags am Tag des Herzens regen Zulauf bei einfachen Reanimationsübungen. Besonders Eltern mit Ihren Kindern waren erstaunt, wie viel Kraft notwendig ist, um eine Wiederbelebung erfolgreich durchzuführen. Stärkung gab es dafür am Stand der Ernährungsexpertin des Krankenhauses, die Herzgesunde Ernährung zum Probieren und selber kochen präsentierte. Mareike Pape, diplomierte Diätassistentin, stellte während ihrer Vorträge im Konferenzraum nicht nur die Grundregeln eines ausgewogenen Ernährung sondern auch die vielfältige Auswahl und Zusammenstellung der Gerichte vor, die die Deutsche Herzstiftung in ihrem Kochbuch Mediterrane Küche – Herzgesundes Essen einmal anders zusammen gefasst hat.

Schulklassen machten eine Reise durch das Herz

Schulklassen machten eine Reise durch das Herz

Am Stand neben an dann Ringanga, vegane Körperpflege, die äußerlich pflegt und ohne jegliche Zusatzstoffe auskommt. Silke Franke-Drinhaus, die hauptberuflich im Operationssaal der Kreisstadt-Klinik arbeitet, erklärt vielen Gästen die Wirksamkeit von Zahnpflegeöl und Frischekosmetik, die zur Gesundheit von außen beitragen. Denn wie gesund die Haut, unserer größtes Lebensorgan, tatsächlich ist, zeigt sich schnell bei der Hautanalyse am Stand der Hygieneabteilung. „Viele pflegen ihre Haut nicht richtig, dadurch trocknet sie aus, wird brüchig und bietet dann tatsächlich offene Stellen – eine prima Herd für Infektionen und Keime. Die richtige Pflege ist das A und O, zum Beispiel nach der Handreinigung“, so Martina Niermann, Hygienebeauftragte im St. Walburga-Krankenhaus. Wie gründlich die Händedesinfektion am Klinikeingang ist, erfuhren Besucher durch die Schwarzlichtlampe. „Alle Stellen, die unter der Lampe nicht weiß waren, sind unzureichend desinfiziert“, klärte Frau Niermann den ganzen Tag über immer wieder auf.

Aufklären, zeigen und anfassen war ebenfalls Schwerpunktthema des LHKM-Teams sowie am Stand der Station 5, die “Blutdruck messen – aber richtig” anschaulich vorführten. Verschiedene Blutdruckmessgeräte, auch diejenigen vom Discounter, zeigten immer wieder unterschiedlichste Blutdruck-Ergebnisse. Indiz dafür, dass an medizinischen Geräten für den Hausgebrauch nicht gespart werden sollte. Wie medizinische Hilfsmittel operativ verwendet werden, zeigte das Team des Linksherz-Katheter-Messplatz, die Stents, Herzschrittmacher und Bypässe zum Anfassen zeigten.

Chefarzt Gießmann verdeutlichte diese Operations-Möglichkeiten nicht nur in seinem sehr gut besuchten Vortrag zum Thema „Herz unter Stress – Eine Reise durch das Herz“, sondern war den Tag über selbst am überdimensionalen Herzmodell zu sprechen. Ein Angebot, das zahlreiche Besucher gerne in Anspruch nahmen. „Die Entscheidung, die Herztage im St.Walburga-Krankenhaus auf mehrere Tage auszudehnen und unterschiedlichste Menschen speziell anzusprechen war richtig. Denn wir wollten nicht einfach nur viele Menschen durch das Krankenhaus führen, sondern uns Zeit nehmen, das wichtige und dennoch sensible Thema der Herzgesundheit bestmöglich an interessierte Gäste, Patienten und deren Angehörigen weiterzugeben“, resümiert Peter Schauerte, der im Klinik-Alltag verantwortlich für das Qualitätsmanagement ist.

 


 

 


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