MARTA Herford: Der entfesselte Blick

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Westfalen – Mit dem umfassenden Blick auf die unkonventionellen Ideen der Architekten und Gestalter Bodo und Heinz Rasch (1902–1996 und 1903–1995) setzt die Ausstellung „Der entfesselte Blick“ im MARTA Herford, dem Museum für Kunst/Architektur/Design das Werk der Brüder in ein aufschlussreiches Verhältnis zur jüngeren Architekturgeschichte. Die Ausstellung läuft vom 24. Oktober bis zum 1. Februar 2015.

Karl Schwanzer: BMW Hochhaus und Museum, 1968, Foto: Sigrid Neubert (ca. 1972) - Foto: BMW Group Archiv

Karl Schwanzer: BMW Hochhaus und Museum, 1968, Foto: Sigrid Neubert (ca. 1972) – Foto: BMW Group Archiv

Vor allem ihre Hängehaus-Konstruktionen, ihre Impulse zu Containerarchitekturen oder ihre Visionen luftgefüllter Gebäudehüllen sind es, die weit über ihre Zeit und deren Möglichkeiten hinausweisen. Sie engagierten sich aber auch publizistisch für die Bekanntmachung des Neuen Bauens, begeisterten sich für eine moderne Werbegestaltung und Typografie, entwarfen Möbel oder ganze Inneneinrichtungen. Ausgehend von ihrer Zusammenarbeit mit Mies van der Rohe bei der Gestaltung einer Musterwohnung für die Stuttgarter Weißenhofsiedlung waren sie auch Teil der höchst spannenden Entstehungsgeschichte des Kragstuhls (später bekannt als Freischwinger). Mit einer Vielzahl an Zeichnungen, Fotos, Film- und Tondokumenten, die größtenteils erstmalig präsentiert werden können, eröffnet die Ausstellung einen umfassenden Blick auf dieses vielfältige Werk.

Heinz und Bodo Rasch, Stuttgart 1927 - Fotos: Marta Herford

Heinz und Bodo Rasch, Stuttgart 1927 – Fotos: Marta Herford

In der Nachkriegsarchitektur spiegeln sich dann die Möglichkeiten der kühnen Visionen von Heinz und Bodo Rasch in all ihrer Tragweite. Ambitionierte Architekturprojekte seit den 1960er Jahren bis heute aus der Hand renommierter internationaler Architekten setzen das kreative Potential der beiden Ausnahmegestalter in ein überraschend aktuelles Licht.

Heinz und Bodo Rasch: Hängehäuser Projekt, 1927, The Museum of Modern Art, New York. Gift of Jo Carole and Ronald S. Lauder and the Architecture & Design Purchase Fund - Foto: Digital image 2014 MoMA / Scala, Florence)

Heinz und Bodo Rasch: Hängehäuser Projekt, 1927, The Museum of Modern Art, New York. Gift of Jo Carole and Ronald S. Lauder and the Architecture & Design Purchase Fund – Foto: Digital image 2014 MoMA / Scala, Florence)

Wie weit diese Entfesselung des Blicks in die Gegenwart reicht, zeigen zudem ausgewählte zeitgenössische KünstlerInnen: Sie erobern den Raum mit kühnen Verspannungen, Wolkengebilden und freien Konstruktionen. So entpuppt sich das reiche Erbe der Brüder Rasch als ein offener Denkraum über den Lauf der Geschichte hinweg.

Architekten
Heinz and Bodo Rasch, Archigram, Coop Himmelb(l)au, François Dallegret, Luc Deleu & T.O.P. office, Egon Eiermann, Norman Foster, Bertrand Goldberg, Nicholas Grimshaw, Haus-Rucker-Co, Michael Hopkins, Kengo Kuma, Kisho Kurokawa, Yukata Murata, NL Architects, Cedric Price, Richard Rogers, Antoine Stinco, Karl Schwanzer, Spillmann Echsle Architekten, Studio DDL, Studio James & Mau

Beteiligte Künstler
Michael Beutler, Luka Fineisen, Erika Hock, Ernesto Neto, Martin Pfeifle

Marta Herford / Goebenstr. 2–10  / 32052 Herford
Telefon 05221 – 9944300
www.marta-herford.de

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