Puddingtown: Handarbeit mit Liebe zum Detail

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Westfalium – Über mangelnde Aufmerksamkeit braucht sich Friederike von Müller nicht zu beklagen. Ihr Modelabel “Puddingtown” kommt gut an. Die Presse liegt ihr zu Füßen. Dank typischer und auffallender Designs hat sie eine begeisterte Fangemeinde. Zudem steht das Label aus Bielefeld für Hand- und Maßarbeit mit Liebe zum Detail.

Ausgefallene und Exklusive Mode - die gibt es bei "Puddingtown" in Bielefeld. - Foto: Westfalium

Ausgefallene und Exklusive Mode – die gibt es bei “Puddingtown” in Bielefeld. – Foto: Westfalium

Gegründet wurde das Label “Puddingtown” im Jahr 2003. Es stieg schnell zur überregional bekannten Marke auf. Das Design besticht durch klassische, schnörkellose Silhouetten und kombiniert zumeist verschiedene Muster und Farben in einem einzigen Kleidungsstück. Neben Unikaten finden sich in der Kollektion auch Kleidungsstücke in kleiner serieller Fertigung, Abendgarderobe und Brautmode aus hochwertigsten Stoffen.

Ausgefallene Dessins, das ist das Markenzeichen von "Puddingtown". -Foto: Puddingtown

Ausgefallene Dessins, das ist das Markenzeichen von “Puddingtown”. -Foto: Puddingtown

In “Puddingtown” spiegelt sich ein neues Konsumverhalten: Der Wunsch nach Unikaten kommt in Mode. Für “Puddingtown”-Kundinnen ist es ein Erlebnis, sich das eigens entworfene Kleidungsstück auf Maß fertigen zu lassen. Der Bezug zum Produkt intensiviert sich durch eine individuelle Beratung, die mit Stoff- und Skizzenvorlagen arbeitet und Einblicke in den Werkstattbereich sowie den Arbeitsablauf der Fertigung gibt.

Starke Muster: Friederike von Müller weiß mit ihren ausgefallenen Stoffen und ihren handgearbeiteten Kleidern Akzente zu setzen. - Foto: Puddingtown

Starke Muster: Friederike von Müller weiß mit ihren ausgefallenen Stoffen und ihren handgearbeiteten Kleidern Akzente zu setzen. – Foto: Puddingtown

Wenn man den Puddingtown-Showroom in der Bielefelder Altstadt betritt, fällt eins gleich ins Auge: die Mustertapete, die den Eingangsbereich ziert. Gemütlich, wie einst im Wohnzimmer der Eltern, und mit der sonst schlichten Ausstattung alles andere als aufdringlich. „Das habe ich selbst tapeziert“, verkündet Inhaberin und Designerin Friederike von Müller.

Seit August 2012 sind Showroom, Atelier und Werkstatt am Niederwall auf mehr als 100 Quadratmetern ansässig. Puddingtown – die Puddingstadt – in Anlehnung an die Ansässigkeit von Dr. Oetker in der alten Leineweberstadt Bielefeld. Das Thema Küche kam somit nicht von ungefähr. Es gab auch den Ton an für die erste Puddingtown-Kollektion, bei der Friederike von Müller mit Pril-Blumen und Co. textile Bildwelten schuf. Ihr Erstlingswerk war der Regenmantel namens „Nasstassia“, der ein 70er-Jahre-Tapetenmuster in seiner vollen, schrillen Farbigkeit zeigte.

Modischer Blickfang: Die Kreationen von "Puddingtown" machen einfach Spaß. - Foto: Westfalium

Modischer Blickfang: Die Kreationen von “Puddingtown” machen einfach Spaß. – Foto: Westfalium

Friederike von Müller hat sich mit Puddingtown inzwischen von dem Thema Küche wegbewegt: „Ich war damals Trendsetter, aber Trends bewegen sich und als Modedesigner hat man immer wieder neue Ideen im Kopf. Man muss sich weiterentwickeln.“ Trotzdem will sie mit Puddingtown nicht jedem Trend in der Modewelt hinterherrennen: „Ich mache nicht jeden Schnickschnack mit. Ich bin immer schon Fan von sehr klarem Design gewesen.“

Ihr Umgang mit Form und Farbe ist geprägt von Kunstrichtungen wie Bauhaus und Pop Art; Vorbilder sieht sie in der Arbeit von Jil Sander und Helmut Lang. Genauso groß wie die Vorbilder ist auch der Perfektionismus der Modedesignerin. „Einfach aussehendes Design ist das schwierigere. Das ist wie der Goldene Schnitt in der Architektur: Es gibt Proportionen und schnitttechnische Raffinessen, die einfach bestechen.“

Transportiert wird das schlichte und gleichzeitig raffinierte Design bei “Puddingtown”  über die Güte der Stoffe. Eine Auswahl ist in den Räumen am Niederwall vorrätig – so verschiedene Jersey-Stoffe und Seide. Diese bezieht Friederike von Müller aus aller Welt. Die Originalqualität der Stoffe ist das, was “Puddingtown” von einem bloßen Retrolook abhebt. Der Umgang mit Mustern und Farben ist Steckenpferd von Friederike von Müller. Gerne arbeitet sie mit Foulards aus Seide, vor allem mit Grand Foulards, bei denen keine Wiederholung des Musters im Teil zu sehen ist. Auf diese Weise entstehen die Kleider, Röcke, Blusen und Jacken mit der typischen Puddingtown-Handschrift. Seit einiger Zeit gibt es auch edle Abendkleider und Brautmode von “Puddingtown”.

Die Zielgruppe ist bunt gemischt: „Es kommen ganz unterschiedliche Frauen her. Viele wissen, was sie wollen, andere möchten eine Beratung.“ Auch hier sieht Friederike von Müller für ein Label wie “Puddingtown” einen entscheidenden Vorteil gegenüber Einzelhändlern. Im Idealfall wird diese Frau auf ihr Outfit angesprochen, von Müller weiß, Mundpropaganda ist wichtig.

Friederike von Müller wurde 1968 in Münster geboren. Aufgewachsen ist sie im westfälischen Clarholz bei Rheda-Wiedenbrück. Angefangen zu nähen hat sie im Alter von 13 Jahren, weil sie unbedingt eine Flickenhose haben wollte, wie sie Campino, Sänger der Punkrockband Die Toten Hosen, trug. Und obwohl später ihr erstes Paar selbstentworfener Schuhe auseinanderfiel, hat Friederike von Müller nicht aufgegeben.

Für eine Ausbildung zur Damenschneiderin nach Maß zog es Friederike von Müller nach Bielefeld; im Anschluss ging es zum Modedesignstudium an die dortige Fachhochschule. Sie war auch in Hamburg und Berlin, um ihre Mappe zu zeigen, war aber ganz glücklich, in Bielefeld zu bleiben.

Bereits mit Anfang zwanzig wusste sie aber: Ich will nach New York. Noch vor ihrem Diplom erfüllte sie sich den Wunsch. In New York arbeitete die junge Designerin unter anderem beim Streetstyle-Label Ecko Unltd. und entwarf Baggypants, wie sie von Rappern und Skatern getragen werden. Von dort bis zu den femininen Kleidern von “Puddingtown” war es noch ein langer Weg … Doch schaut man sich ihren Weg und ihren Erfolg an, dann weiß man, dass sie inzwischen angekommen ist.

Ein ausführliches Portrait von Puddingtown-Macherin Friedeicke von Müller lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Westfalium. Die Westfalium-Frühlingsausgabe ist seit dem 6. März im gut sortierten Zeitschriftenhandel und in Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich – oder im kostenlosen Probeabonnement direkt beim Verlag zu beziehen.

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PUDDINGTOWN / Friederike von Müller / Niederwall 38 / 33602 Bielefeld
Telefon 0521 – 9887198
www.puddingtown.com

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