Gerry Weber: „Turnier hat großartige Entwicklung“

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Halle/Westfalen – Die 20. GERRY WEBER OPEN in Halle/Westfalen laufen noch bis zum 17. Juni 2012. Am Rande des Turniers treffen wir auf Davis Cup-Chef Patrik Kühnen zum Interview. Der Saarländer gehörte in seiner eigenen Profizeit den deutschen Nationalmannschaften an, die in den Jahren 1988, 1989 und 1993 den Davis Cup gewannen. Kühnen ist auch Turnierdirektor des Münchner ATP-Wettbewerbs.

Gerry Weber Tennisturnier

Panorma ins Gerry Weber Stadion – Foto: Gerry Weber Open

Patrik Kühnen, bei den 20. Gerry Weber Open sind Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas wieder einmal ins Viertelfinale eingezogen. Warum treten die beiden Davis Cup-Spieler hier in Halle so überzeugend auf.
Patrik Kühnen: „Es ist einfach ein gewisses Grundvertrauen vorhanden, hier bei den Gerry Weber Open. Sowohl für Philipp wie für Tommy. Sie wissen, dass sie hier gut spielen, dass sie hier ihre besten Leistungen abrufen können. Und das verleiht eben Sicherheit und Selbstbewusstsein. Beide haben hier schon gewonnen, das kommt noch hinzu. Philipp letztes Jahr, Tommy 2009. Die Zuschauer haben viel Freude an den Matches der beiden.“

Kohlschreiber, in der Rolle des Titelverteidigers angetreten, zeigte einen weiteren deutlichen Aufwärtstrend.
Kühnen: „Ja, vor allem, weil er wirklich starke Gegner bisher bezwungen hat. Das war nichts, was man mal einfach im Vorbeigehen hätte erledigen können. Er hat sich selbst neuen Rückenwind verschafft.“

Auch Tommy Haas ist in Halle sofort auf Touren gekommen, mit ihm ist auch in der Rasenraison zu rechnen.
Kühnen: „Er hat besonders gegen Granollers, den Spanier, im Achtelfinale eine sehr, sehr konzentrierte Leistung gezeigt, die Chancen konsequent genutzt. Er ist wieder auf richtig gutem Weg.“

Und Haas konnte sich auch über eine Wild Card in Wimbledon freuen.
Kühnen: „Das ist eine großartige Geste des All England Club an ihn, den Halbfinalisten des Jahres 2009. Eine Anerkennung für all das, was er im Tennis geleistet hat. Ich denke, da haben sich auch viele Kollegen mit ihm gefreut, speziell nach dem Verletzungspech, das Tommy über die Jahre hatte.“!

Trotz seines Ausscheidens bot auch Florian Mayer eine starke Vorstellung gegen Roger Federer.
Kühnen: „Absolut. Er ist nicht bloß auf den Platz gegangen, um gut mitzuhalten. Sondern er hat auf Sieg gespielt und Roger ganz schön ins Schwitzen gebracht. Das fand ich imponierend, und das wird Florian sicher Mut machen für die nächsten Herausforderungen.“

20 Jahre Gerry Weber Open – welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesem Turnier, wie bewerten Sie die Gesamtentwicklung.
Kühnen: „Ich war ja 1993 selbst dabei, im ersten Jahr. Wir bekamen plötzlich mit, dass in Deutschland ein Rasenturnier stattfinden sollte, was für uns ja seltsam war. Tennis und Rasen, das brachten wir bis dahin nur mit England in Verbindung. Das Stadion in Halle war damals noch offen, sozusagen komplett Open-Air. Ich bin in der zweiten Runde gegen Andrej Medwedew ausgeschieden. Und 20 Jahre Gerry Weber Open? Es ist einfach großartig, was hier entstanden ist, dieses Turnier ist wirklich zu einer festen Größe im internationalen Kalender geworden, schon mit vielen Auszeichnungen dekoriert. Das Angebot rund um das Tennis ist fantastisch, wo kriege ich schon mal abends einfach ein Konzert von Unheilig oder Mel C geboten. Allen, die das hier entwickelt haben, kann man nur ein großes Kompliment machen. Viele haben große Ideen, eine große Vision. Aber nur wenige setzen sie dann auch in die Tat um.“

Halle ist eine wertvolle Tennis-Marke für sich, aber es spielt eben auch eine wichtige Rolle als Vorbereitungsturnier für Wimbledon.
Kühnen: „Da ist es in der Tat perfekt platziert. Man kann sich hier das nötige Selbstvertrauen holen, um in Wimbledon erfolgreich zu sein. Roger Federer hat es ja allen vorgemacht, 2003, als er das erste Double Halle/Wimbledon schaffte. Und damit hat er ja dann auch viele andere Spieler zu den Gerry Weber Open gezogen. Was Wimbledon 2012 angeht, gehen Philipp und Tommy mit besonders viel Auftrieb zu diesem Grand Slam-Höhepunkt.“

Gibt es eigentlich etwas Neues zum Thema Olympia-Nominierung für die deutschen Tennisherren.
Kühnen: „Wir haben keine definitiven Entscheidungen, das liegt aber auch daran, dass es von Meldungen anderer Verbände abhängt. Die besten Chancen haben Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber im Einzel – und das Doppel Christopher Kas/Philipp Petzschner.“

Eine letzte Frage noch – an den Fußballfan: Wer wird Fußball-Europameister?
Kühnen: „Deutschland.“

Gerry Weber Retail GmbH, Tel.  05201-180 940, www.gerryweber.com

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