Erhard Wilde zeigt „Terra incognita“

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Erhard Wilde zeigt „Terra incognita“: Das Stadtmuseum Beckum präsentiert vom 27. Juni bis zum 15. August 2021 in einer beeindruckenden Ausstellung Zeichnungen, Kalligraphien, Druckgraphik und Malerei des Münsteraners.

Erhard Wilde zeigt "Terra incognita"

Erhard Wilde: Kataster I, 2013

Erhard Wilde sagt von sich selbst: „Ich male nicht nach festgelegten Regeln. Was ich wirklich versuche zu tun, ist, mein Inneres nach außen zu stülpen und den Augenblick einzufrieren.“ Federzeichnungen, Radierungen, Linolschnitte, kolorierte Graphiken, Aquarell- und Temperamalerei, Collagen, Objekte und Reliefs in Holz sind sein weitgespanntes Arbeitsfeld.

In seiner aktuellen Ausstellung im Stadtmuseum Beckum wird dieser künstlerischen Vielfalt Rechnung getragen. Der Künstler lässt uns teilhaben an seinen innersten Gefühlswelten: Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens, das Lachen und das Weinen, die Hoffnung, die Angst und die Sehnsucht nach Nähe – das alles sind Themen, die auch uns als Betrachter nicht fremd sind. Im Vordergrund der künstlerischen Auseinandersetzung stehen jedoch Freude und Leichtigkeit.

Erhard Wilde zeigt "Terra incognita"

Erhard Wilde: Fisch und Fang, 2020

Zeichnerisch und gestalterisch ist Erhard Wilde offen für Veränderungen. Seine Ausdrucksweise ist weder Zeitgeist noch vordergründiger Funktionalität unterworfen. Den Zufall provozieren, die Kontrolle reduzieren – so lautet die Devise des Künstlers. Wilde verblüfft den Betrachter durch eine große zeichnerische Präzision. Dabei gelingt es dem Münsteraner seinen inneren Gefühlswelten Ausdruck zu verleihen. „Wildes Werke geben häufig Alltagserfahrungen und Alltagswahrnehmungen wieder – mit zum Teil humoristischen Anklängen“, schreibt der KunstRaum Münster.

Der Künstler ist seit vielen Jahren in Münster beheimatet. Er kam durch den Beruf des Kartographen zur künstlerischen Arbeit. Seine Lehrmeister waren Karthographen, Lithographen und Kupferstecher.

Erhard Wilde: Rechtslastig

Erhard Wilde wurde 1941 in Oberschlesien geboren und lebt nach Krieg und Vertreibung seit 1945 in Münster. Nach seiner Ausbildung zum Kartographen (1956 – 1961) und einer Zeit als Steward der Handelsmarine begann er 1990 mit seiner künstlerischen Tätigkeit. „Kartographen, Lithographen und Kupferstecher waren meine Lehrmeister“, schreibt der Künstler. Von 1972 bis 1994 war Wilde Kartograph im Katasteramt der Stadt Münster. Erst ab 1994 war eine freie künstlerische Tätigkeit möglich. Der Künstler ist seit vielen Jahren Mitglied der freien Künstlergemeinschaft „Die Schanze“ in Münster. „Meinem Werk liegen existentielle Erfahrungen zugrunde, die in meine Arbeit einfließen, indem ich gestaltend und malerisch Dinge zulasse und ans Licht bringe.“

Erhard Wilde: Mit Zirkel und Ziehfeder, 2018

Der Künstler schreibt über sich selbst: „Ich arbeite freischaffend im Wechsel zwischen Zeichnung, Druckgrafik, Malerei und Objektgestaltung. Logik und formale Vorgaben lehne ich weitgehend ab. Den Zufall provozieren, die Kontrolle reduzieren ist die Devise meiner Arbeit. Schrift, Zahlen und Figuren sind Bestandteile in erzählerisch vollen Blättern mit einem hohen Erkennungswert.“

Seine neueren Arbeiten sind expressiver und reduzierter. Erhard Wilde reagiert auf den Zeitgeist und die Erfahrungen, die er tagtäglich macht. Eine Gegenwelt zur filigranen Graphik ist die Malerei. „Ich male nie in oder nach der Natur“, sagt Wilde. „Meine Bilder entstehen im Kopf nach Gesehenem und Erlebtem. Ich schaffe Objekte und Reliefs, deren Urform oft Fundstücke sind und die später Ausgangspunkt für künstlerische Konzepte werden.“

Wer aufmerksam durch die Ausstellung geht, der wird in den Arbeiten kleine und große Ereignisse aus dem Leben des Künstlers entdecken können. Erhard Wilde reflektiert sein Leben mit Farben und Tusche. „Meine Kunst ist wie ein Tagebuch für mich“, sagt der Künstler. „Ich möchte damit nicht immer tiefsinnig sein.“

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