„Überlebenskünstler Mensch“ im Weltraum

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Münster. Bei den letzten Exponaten, die gerade für die neue Ausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster angekommen sind, geht es um den Weltraum. Ab dem 21. August ist die Ausstellung geöffnet.

Überlebenskünstler Mensch

Das Modell der ISS ist in der neuen Ausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen, Foto LWL/Steinweg

Wie der „Überlebenskünstler Mensch“ im Weltraum zurechtkommt, zeigen unter anderem ein Nachbau der International Space Station (ISS), ein Marsmodell oder ein Sitz aus dem Sojus-Raumschiff. „Wenn man vor der Weltraumstation steht, ist es kaum vorstellbar, dass dort oben wirklich Menschen leben und arbeiten sollen“, sagt Ausstellungsmacherin Dr. Hanna Rüschoff über den bislang größten Außenposten der Menschheit im All. „Die Modellbaufirma, die wir beauftragt haben, hat gut 8.000 Teile hergestellt, verbaut und lackiert, um das 2,70 Meter mal 1,90 Meter große Modell zu bauen“, erklärt Rüschoff. Im Museum wurde die Station zusammengebaut. Sie hängt nun an der Decke eines Ausstellungsraums in der Inszenierung zum Thema „Ausbreitung der Menschen im Weltall“. Rüschoff: „Sogar maßstabgetreue, kleine Astronauten sind bei Außenarbeiten an der Station zu sehen.“

Hinter dem schwebenden Modell der ISS steht ein Sitz aus einem Sojus-Raumschiff. Seit den 1960er Jahren werden russische Raumschiffe bei der Versorgung der Raumstation ISS genutzt. Einen Originalsitz aus einem der Raumschiffe können die Museumsgäste nun in der Ausstellung sehen. Die Astronauten mussten oft mehrere Stunden oder gar Tage mit angezogenen Beinen in diesem Schalensitz verbringen.
„Die Suche nach Objekten für eine neue Ausstellung ist oft eine Reise ins Unbekannte, genau wie bei der Raumfahrt“, so Lisa Klepfer, Kuratorin im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). „Wenn wir eine neue Ausstellung vorbereiten, stellen wir nicht alle Objekte selbst her. Wir leihen uns zum Beispiel Objekte von fremden Museen. Viele Weltraumartefakte befinden sich aber nicht in Museen, sondern oft in privatem Besitz.“

Vorsichtig musste das große Modell der ISS an die Museumsdecke angebracht werden. (Das Foto wurde vor Corona aufgenommen), Foto LWL/Puschmann

Die Ausstellung zeigt nicht nur vergangene Errungenschaften der Raumfahrt, sondern wagt auch einen Blick in die Zukunft: Eine Mission zum Mars zum Beispiel ist der Traum vieler Nationen und privater Raumfahrt Unternehmen. Auch ein Marsglobus wurde speziell für das Museum hergestellt. Die handgefertigte Kugel besteht aus Karbon, hat einen Durchmesser von einem Meter und zeigt detailreich die Oberfläche des „Roten Planeten“, gestaltet nach Satellitenaufnahmen der NASA-Raumsonde „Viking-Orbiter“. Wer selbst virtuell ins All reisen möchte, kann sich im LWL-Planetarium auf den Weg machen. Beispielsweise zeigt die Planetariumsshow „Planeten – Expedition ins Sonnensystem“ Bilder der Planeten Mars, Saturn oder Jupiter. Die Show wird mehrmals im Monat gezeigt (alle Termine unter http://www.lwl.org/lwlkalender).

Hintergrund zur Ausstellung
Das Museum des LWL in Münster zeigt ab dem 21. August 2020 die Sonderausstellung „Überlebenskünstler Mensch“. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucherinnen den Menschen in seinen Facetten kennen. Dabei spannen die Ausstellungsmacherinnen einen Bogen von den Anfängen des Homo sapiens als Jäger und Sammler bis hin zur möglichen Besiedlung des Mars durch die Menschheit. Die Ausstellung ist für alle Menschen geeignet. Sie beinhaltet: Brailleschrift, einen speziellen, mehrsprachigen Audioguide (D, EN, NL) und Tastmodelle für Menschen mit Sehbehinderung, Mitmachstationen und untertitelte Filme. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Schülerinnen, Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.

LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster
Weitere Infos unter der Webseite des Veranstalters oder Telefon: 0251 591 6050

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