Galerie Baumgarte präsentiert Robert Motherwell

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Bielefeld – Die Samuelis Baumgarte Galerie zeigt erstmals eine Ausstellung des weltbekannten amerikanischen Abstrakten Expressionisten Robert Motherwell (1915 – 1991). Als Maler, Schriftsteller und Herausgeber bedeutender Publikationen vereint Motherwell, der Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie studierte, in seinen Arbeiten die strikt formalen Kompositionen des europäischen Modernismus mit den eher spontanen emotional ausdrucksstarken Methoden des Abstrakten Expressionismus.

Lament for Lorca, 1982, Lithografie auf Bütten, 111,8 x 154,9 cm – Foto: Samuelis Baumgarte Galerie, VG Bild Kunst

Die Vernissage der Ausstellung ‚Robert Motherwell oder Wie das Alltägliche zur Kunst wird‘ findet am Samstag, den 16. Februar 2019 um 17 Uhr statt. Die Einführung hält die bundesweit bekannte Kunsthistorikerin Wibke von Bonin, Köln, die auch das Vorwort des 64-seitigen Kataloges geschrieben hat.

Brasileira, 1975, Acryl, Graphit und bedruckte Papiercollage auf Leinwand, 121 x 91 cm – Foto: Samuelis Baumgarte Galerie, VG Bild Kunst

Besondere Highlights dieser Ausstellung sind die Arbeiten Brasileira, 1975, Acryl, Graphit und bedruckte Papiercollage auf Leinwand auf Holzplatte, 121 x 91 cm und French Revolution Bicentennial No. 5, 1987, Acryl, Lack und geklebtes Papier auf Papier, 25,4 x 35,6 cm. Beides sind herausragende Collagen, die im Beispiel von Brasileira Alltagsgegenstände -für den passionierten Raucher Motherwell in diesem Fall eine Zigarettenpackung – in das Kunstwerk integrieren.

Für French Revolution Bicentennial No. 5 werden unterschiedliche Materialien wie Acryl und Lack zu einer Komposition zusammengeführt, die neben klassisch tachistischen Motiven auch die Lilie als französisches Wappenelement zu einem Werk kulmuniert, das Motherwells langjährige und tiefgreifende Verbindung zur europäischen Kunst eindrucksvoll in Szene setzt.


French Revolution Bicentennial No. 5, 1987, Acryl – Foto: Samuelis Baumgarte Galerie, VG Bild Kunst

Collagen sind für Motherwell ein wichtiger Bestandteil seines Oeuvres. Zusammen mit Jackson Pollock wurde Motherwell von Peggy Guggenheim 1943 zu einer Ausstellung von Collagen europäischer Modernisten in New York eingeladen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten beide noch keinerlei Erfahrung mit dieser Technik, setzten diese jedoch äußerst erfolgreich um. Anders als Pollock, für den dies ein einmaliger Ausflug war, wurde die Collage für Motherwell fester Bestandteil seiner Arbeit.

Motherwell ist auch ein Maler der Serien. Zu den bekanntesten zählen die ‚Elegies to the Spanish Republic‘. Dominiert werden diese Arbeiten von einem starken Schwarz-Weiß-Kontrast, der die Trauer um die Toten des Spanischen Bürgerkriegs zum Ausdruck bringen soll. Auch in Arbeiten wie ‚Monster, 1975, Lithografie auf Bütten, 104,1 x 78,7 cm‘ oder ‚Lament for Lorca, 1982, Lithografie auf Bütten, 111,8 x 154,9 cm, steht die Farbe Schwarz im Vordergrund, hier akzentuiert mit kleinen orangen Farbfeldern.

Die Fokussierung auf eine Farbe bleibt Thema auch in anderen Werkgruppen. ‚Red Sea III, 1983, Aquatinta, Reservage und Aquatinta auf Bütten, 90,2 x 46,4 cm‘ ist hierfür ein besonderes beeindruckendes Beispiel. In dieser Arbeit ist der Einfluss des europäischen Tachismus evident.

Als einziger Vertreter seiner Generation Abstrakter Expressionisten nutzt Motherwell Drucktechniken umfangreich als Teil seiner künstlerischen Praxis. Lithografien sind für ihn ein Feld, in dem er fortwährend experimentiert. Über unzählige Papiersorten und Druckverfahren sucht und findet Motherwell verschiedenste Ausdrucksformen, sei es an Tusche erinnernde Arbeiten wie ‚Dance I, 1978, Reservage und Aquatinta auf Papier, 49,5 x 77,5 cm‘ oder in der Verwendung seiner vielfältigen farbenfrohen Collagen, die ihm als Vorlage für Editionen dienen. Motherwell schöpft dabei auch aus dem alltäglichen Leben, indem er z.B. Zigarettenpackungen aus aller Welt zum Bestandteil seiner Collagen macht und dann zu handcolorierten Lithografien verarbeitet (Roth-Handle II (olive), (ochre) oder (crimson), 1975, Aquatinta und Linienschnitt handcoloriert auf Bütten, 62,9 x 53 cm‘.

Motherwells Werke wurden in zahlreichen internationalen Museen wie z.B. dem Solomon R. Guggenheim Museum, Museum of Modern Art in New York und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid ausgestellt. Sie sind ebenso Bestandteil bedeutender Sammlungen der Tate Britain, des Städel Museum, Frankfurt, der Fondación Miró und vielen mehr.

Vom 16. Februar 2019 bis zum 27. April 2019 ist die Ausstellung ‚Robert Motherwell oder Wie das Alltägliche zur Kunst wird‘ in der Samuelis Baumgarte Galerie zu sehen.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr

Samuelis Baumgarte Galerie / Niederwall 10 / 33602 Bielefeld

Telefon 0521 – 560310
www.samuelis-baumgarte.com

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