“Deutsche Strumpfdynastien” endet mit Konzert

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Bocholt – Mit einem besonderen Finale endet am Sonntag (7.10.) um 17 Uhr die Sonderausstellung „Maschen – Mode – Macher. Deutsche Strumpfdynastien“ in der Spinnerei des Textilmuseums Bocholt. Der Schauspieler Ralf Melzow und der Jazzpianist Jan Klinkenberg verweben Musik, Poesie und feine Maschen zu einem Wanderkonzert, das sie eigens für die Schau im Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) entwickelt haben.

Deutsche Strumpfdynastien

Gedichte, Gesang und viel Gestik: Schauspieler Ralf Melzow wandert mit den Besuchern durch die Welt der feinen Maschen. Foto: LWL

Mit Klavier und Mikrofon wandern die beiden Künstler durch die Ausstellung und machen an filigranen Beinkleidern und kratzigen Männerstrümpfen Halt. Quer durch die Jahrhunderte hat das unauffällige Kleidungsstück Schriftsteller und Poeten inspiriert. Mit ausgewählten Texten und Gedichten nimmt Ralf Melzow das Publikum mit auf einen unterhaltsamen Streifzug durch die Literaturgeschichte. Begleitet wird er dabei von Jan Klinkenberg, der mit feinen Improvisationen ganz besondere Stimmungen in der Ausstellung schafft.

In der Sonderausstellung “Deutsche Strumpfdynastien” zeigt das zum LWL-Industriemuseum gehörende textilWerk Bocholt 150 Jahre deutsche Strumpfgeschichte. Erzählt wird die Geschichte der großen Strumpfdynastien wie Bahner, Falke oder Kunert. Besucher erleben die Technik hinter der Produktion der feinen Maschen und tauchen in die faszinierende Welt der Mode ein. „Wie könnte diese Ausstellung besser enden als mit verführerischer Poesie und sanften Klängen?“, so Martin Schmidt vom Textilwerk, „mit Maschen, Musik und Melzow lassen wir die Strümpfe ein letztes Mal hochleben.“

Mit der Nähe zu den niederländischen Häfen und dem feuchten Klima war das Münsterland ein idealer Standort für Baumwollwebereien, zumal die Flachs- und Leinenweberei in der Region tradtionell stark verbreitet war. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in der ländlich geprägten Region hunderte von Textilfabriken – oft waren die Firmengründer Bauernsöhne, die von Höfen stammten, auf denen die Leinenweberei als Nebenerwerb betrieben wurde. Einen Großteil ihrer Produktion lieferte die münsterländische Textilindustrie in das naheliegende Ruhrgebiet. Das LWL-Textilmuseum zeichnet diese Geschichte eindrucksvoll nach und produziert auf historischen Webstühlen sogar wieder – beispielsweise Grubentücher aus Baumwolle, die früher an die Zechen im Ruhrgebiet verkauft wurden.

www.lwl-industriemuseum.de

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