Schanze-Künstler neu entdeckt

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Der 1905 in Münster geborene Bernd Miesch hat bis zu seinem Tod im Jahr 1965 ein umfangreiches künstlerisches Werk geschaffen. Die Galerie Frye & Sohn in Münster präsentiert bis zum 27. Oktober Miesch-Werke aus dem Besitz des Dortmunder Unternehmers Peter Cremer.

Einem wichtigen Münsteraner Künstler neue Aufmerksamkeit verschaffen: Galerist Maximilian Sühn mit Peter Cramer, aus dessen Sammlung die gezeigten Werke kommen; Fotos: Galerie Free & Sohn

Er war ein Wanderer – schon vor dem Zweiten Weltkrieg reiste Bernd Miesch durch ganz Europa und sammelte Eindrücke und Motive für seine künstlerische Arbeit, die so vielfältig ist wie die Länder und Land- schaften, durch die er zog. Die Landschaften des Malers verbin- det ein Interesse am Licht und an der Atmosphäre der Tages- und Jahreszeiten, seien es die feinen Abstufungen seiner mit Farbak- zenten aufgelockerten Braun-, Grün- und Grautöne in den Moor- und Heidelandschaften, oder die hellen Fassaden vor intensiv leuchtendem Blau der südlichen Straßenszenen. Einzelne Bäume, einen Turm oder eine Brücke setzte der 1905 geborene Autodidakt monumental ins Bild, seine Blumenstilleben konzentrieren sich auf die Far- ben, die Miesch gerne pastos, teils mit dem Spachtel auftrug. In seinen Pinselzeichnungen, die Anklänge an japanische Tuschezeichnungen zeigen, schöpft er die Möglichkeiten dieser Technik voll aus.

„Blumenstrauß in blauer Vase“ – Öl/Hartfaser, 69,4 x 44,7 cm

1937 stellte Miesch erstmalig seine Bilder in der Kunststube Clasing in seiner Heimatstadt Münster aus. Immerhin 43-jährig trat er 1948 der freien Künst- lervereinigung „Die Schanze“ in Münster bei. Seine Werke wurden in den Jahresausstellungen der Künstlergruppe regelmäßig gezeigt. Seiner Heimatstadt blieb Miesch trotz aller Reisen immer treu: Er lebte bis zu seinem Tod in Münster-Angelmodde. Anlässlich seines 100. Geburtstags widmete ihm das Gallitzin-Haus in Angelmodde 2005 eine Einzelausstellung.

Der Dortmunder Unternehmer Peter Cremer sammelt seit Jahren die Werke Münsteraner Künstler – ursprünglich, um damit die Räume des ihm gehörenden Hotels Kaiserhof an der Bahnhofstraße in Münster auszustatten. Er wurde auf Miesch aufmerksam und hat im Lauf der Zeit mehrere Arbeiten des Künstlers zusammengetragen. Jetzt will der kunstsinnige Unternehmer sich von einem Großteil dieser Werke trennen.

„Spanische Gasse“, Mischtechnik, Tempera/Papier, 31,5 x 44,5 cm

Eine Auswahl dieser Werke präsentiert die renommierte Galerie Frye im Martiniviertel von Münster jetzt in einer Ausstellung. „Es ist schön, dass wir diesem wichtigen Münsteraner Künstler neue Aufmerksamkeit verschaffen können“, freut sich Maximilian Sühs, der die 1797 gegründete Kunsthandlung zusammen mit seiner Mutter Ingeborg Sühs-Frye führt. Die ausgestellten Arbeiten aus dem Cremer-Besitz sind vor allem Ölgemälde, aber auch Zeichnungen und Serigrafien werden gezeigt. Die Preise beginnen bei einigen 100 Euro für eine Serigrafie, höher sind Tuschebilder von Miesch ausgezeichnet. Die teuersten Ölgemälde in der Ausstellung liegen bei 5.000 Euro.

„Bernd Miesch – Ein Künstler der Schanze“, bis zum 27.10. in der Galerie Frye & Sohn, Hörsterstr. 47-48, 48143 Münster, Öffnungszeiten Mo-Fr 15:00-18:00 Uhr, Sa 11:00–14:00 Uhr, mobil 0172/9750030, www.kunstraum-muenster.de

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