Detmers-Biografie: Die kesse Ulli

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Westfalen – Ehefrau, Mutter, Unternehmerin, Hochschullehrerin, Mäzenin und Stifterin, aber auch Ulli aus Biemsen-Ahmsen, heißer Feger, kleine Püppi – all das ist Ulrike Detmers. Vergangenes Jahr wurde sie 60 Jahre alt. Ein Anlass, ihren Werdegang Revue passieren zu lassen – und zwar in Buchform. In Zusammenarbeit mit der Autorin Dr. Anne Kitsch ist kürzlich ihre Biografie „Farben des Lebens“ im Aisthesis Verlag erschienen.

Ulrike Detmers auf der Grande Dune du Pilat bei Arcachon

Reist gerne: Ulrike Detmers auf der Grande Dune du Pilat bei Arcachon – Foto: Archiv U. Detmers

Detmers war ein „unauffälliges Mädchen, fast ein Mauerblümchen, das überall brav einen Knicks machte. Eine kesse Motte wurde sie erst mit Beginn der Pubertät“. So geht sie lieber tanzen als zur Schule, entdeckt die Lust zu reisen und ihre Leidenschaft für die Mode. Auf die Frage nach ihrem Berufswunsch durch ihren künftigen Mannes Albert, den sie mit 15 kennenlernte, antwortete sie aber ganz unkess mit „Hausfrau und Mutter“. Nun, Mutter zweier Kinder ist sie geworden, aber noch viel mehr. Doch der Weg zur gestandenen Unternehmerin und Hochschulprofessorin war kein Spaziergang.

Die Detmers-Biografie “Farben des Lebens”, verfasst von Anne Kitsch, ist im Aisthesis Verlag erschienen

Als Detmers verkündete, sie wolle wie ihr Mann Wirtschaft studieren und danach Professorin werden, nahm niemand sie ernst. Aufhalten ließ sie sich aber nicht. „Meistens reift man ja nicht, wenn alles glattläuft, sondern wenn man gegen Wiederstände angehen muss“, weiß sie heute. Zum Glück hatte sie stets starke Frauen zum Vorbild – sei es die früh verwaiste Mutter, die sich allein durchbiss, oder die Professorin Dr. Ingeborg Nütten an der Universität. „Wir alle brauchen Vorbilder. Menschen, die es geschafft haben“, sagt sie. Auch sie will heute anderen ein Vorbild bieten, zum Beispiel mit der von ihr initiierten Auszeichnung zur Managerin des Jahres, dem Mestemacher-Frauenkalender, aber auch mit der Auszeichnung zum Spitzenvater des Jahres.

Doch die „kesse Ulli“ von damals mit einer Vorliebe für modische Kleider ist auch heute noch da. „Ulrike Detmers mag es, aufzufallen und in der von gedeckten Tönen dominierten Männer- und Geschäftswelt farbenfrohe Akzente zu setzen und zu demonstrieren, dass sich betriebswirtschaftliche Zahlen auch in einem roten Kleid präsentieren lassen.“ Und so hat Ulrike Detmers selbst in die dunkelsten Tage ihres Lebens, während ihrer Krebserkrankung vor wenigen Jahren, noch Farbe gebracht, wenn sie farbenfrohe Turbane trug. Denn: „Farbenpracht bedeutet für sie Lebensfreude.“ Und diese zieht sich wie ein roter Farben durch Detmers Biografie.

Anne Kitsch: „Farben des Lebens. Ulrike Detmers – gelebtes Plädoyer für eine Allianz von Bildung, Wirtschaft und Familie“, Aisthesis Verlag, Bielefeld 2016, 144 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8498-1200-3, 19,80 Euro


 

 


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