Ausstellung in Siegen: Wie Raum wird

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Westfalen – Vom  21. Juni bis 18. Oktober zeigt das Museum für Gegenwartskunst in Siegen die Ausstellung “Wie Raum wird”.

Ragna Róbertsdóttir (Island) - Foto: Pétur Thomsen

Ragna Róbertsdóttir (Island) – Foto: Pétur Thomsen

Die isländische Künstlerin und Kuratorin Ingibjörg Jónsdóttir hat für die Ausstellung Werke von sieben Künstlerinnen und Künstlern mit einem eigenen Werk zusammen gebracht. Der gemeinsame Nenner könnte die assoziative metaphorische Nähe zu naturwissenschaftlichen und natürlichen Mustern, zur Verbindung von Organisation und Organischem sein.

Tomás Saraceno (Argentinien): Myndun

Tomás Saraceno (Argentinien): Myndun

Ingibjörg Jónsdóttir versteht die Ausstellung als Einladung an die Betrachter, an diesem von ihr seit langer Zeit betriebenen Experiment teilzunehmen: nämlich zu erforschen, wie Materie, Struktur und Raum miteinander interagieren und wie sie direkt den sinnlich wahrnehmenden Körper ansprechen, ihn mit Energie aufladen und den Betrachter dazu animieren, Bedeutungsebenen oder -systeme intuitiv zu erschließen.

Die Werke verfügen über ein inneres Wissen und eine eigene Logik, da ihre Aussage vollkommen mit den benutzten Materialien, ihrer Form und räumlichen Verknüpfung übereinstimmt. Sie verbinden sich mit dem Raum, der Folge von Räumen und mit den anderen Werken; sie bilden schließlich gleichsam einen inneren, aus mehreren Komponenten aufgebauten Organismus, der an die komplizierte Verwobenheit der Einheiten und Teile unseres Körpers sowie eigentlich aller lebendigen Organismen erinnert.

Tomás Saraceno (Argentinien): Untitled

Tomás Saraceno (Argentinien): Untitled

Eines der Schlüsselelemente der Ausstellung ist der Rhythmus: die getaktete Bewegung durch den Raum und die zeitlose Wiederholung von Mustern. Es gibt hier Bezüge zu einer ganzen Bandbreite von zyklischen Naturphänomenen, zu Frequenzen, die von Mikrosekunden bis zu Millionen von Jahren reichen. Hier wird der Widerhall des Lebens selbst in den Vordergrund gerückt. Schließlich erinnern uns auch die Arbeiten daran, dass ‚die Skulptur‘ vor vielen Jahren von der Minimal Kunst und der Arte Povera von ihrem Sockel gestoßen wurde. Grenzen wurden aufgelöst und einfachste Materialien boten sich an, Poesie zu erzeugen. Dieser Prozess geht weiter. Zeitgenössisch und zeitlos zugleich ist die Ausstellung.

Künstler:
Monika Grzymala (Deutschland), Rintaro Hara (Japan), Mona Hatoum (Libanon), Ingibjörg Jónsdóttir (Island), Ryuji Nakamura (Japan), Ernesto Neto (Brasilien), Ragna Róbertsdóttir (Island), Tomás Saraceno (Argentinien).

Museum für Gegenwartskunst Siegen / Unteres Schloss 1 / 57072 Siegen
Telefon 0271 – 405 77 10
www.mgk-siegen.de

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