Schloss Varenholz: Tagung zu ADHS

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Westfalen – Immer öfter werden die pädagogischen Fachkräfte aus Schule und Internat Schloss Varenholz bei ihren Schülerinnen und Schülern mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) konfrontiert. Das Krankheitsbild ADHS gehört mittlerweile zu den häufigsten psychischen Störungen in der Schulzeit. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen leiden dabei vor allem unter Konzentrationsschwächen, heftiger Impulsivität, Stimmungsschwankungen und starker Unruhe. Medikamente stellen oft die einzige Art der Behandlung dar, oft stimmt jedoch nicht einmal die Diagnose. Trifft sie zu, können Medikamente zwar für einen bestimmten Zeitraum akute Symptome mildern, die Grundlagen der Störung beheben sie jedoch nicht.

Der Heidelberger ADHS-Spezialist Dr. Helmut Bonney vertritt die Auffassung, dass der Einsatz von Medikamenten bei ADHS keine heilende Wirkung hat. Zur Heilung benötigt man Psychotherapie und Pädagogik. - Foto: Schloss Varenholz

Der Heidelberger ADHS-Spezialist Dr. Helmut Bonney vertritt die Auffassung, dass der Einsatz von Medikamenten bei ADHS keine heilende Wirkung hat. Zur Heilung benötigt man Psychotherapie und Pädagogik. – Foto: Schloss Varenholz

Um neue Impulse im Hinblick auf den eigenen Umgang und die eigene Haltung zur Diagnose ADHS zu gewinnen, veranstaltet das Internat Schloss Varenholz deshalb im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe “Forum Varenholz” am 26. September 2014 auf Schloss Varenholz eine Fachtagung, die sich ausführlich mit der Thematik “AD(H)S und andere psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen” beschäftigt.

Eine vorurteilsfreie Begegnung und Beurteilung aller Kinder und Jugendlichen gehört zum pädagogischen Selbstverständnis der auf Schloss Varenholz beschäftigten Pädagogen/innen. - Foto: Schloss Varenholz

Eine vorurteilsfreie Begegnung und Beurteilung aller Kinder und Jugendlichen gehört zum pädagogischen Selbstverständnis der auf Schloss Varenholz beschäftigten Pädagogen/innen. – Foto: Schloss Varenholz

Als Hauptreferent wird der namhafte und renommierte Heidelberger Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Helmut Bonney fungieren, der unter anderem um 10.00 Uhr im Forum der Privaten Real- und Sekundarschule Schloss Varenholz einen Vortrag mit anschließender Fragerunde zum Thema “AD(H)S und andere psychische Störungen bei Schülern – Wie können Pädagogen, Eltern und Therapeuten helfen?” halten wird. Zu diesem Vortrag ist auch die interessierte Öffentlichkeit sehr herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die auch bei ausreichender Begabung eingeschränkte Leistungsfähigkeit von Schülern mit psychischen Störungen und die oft erschwerte soziale Integration bedeuten eine pädagogische Herausforderung. In seinem Vortrag verdeutlicht Dr. Bonney, dass ein weit gestellter Blick auf die Persönlichkeit und das soziale Geschehen in Familie und Schule die Entwicklung von hilfreichen Lösungen ermöglicht. Dabei betrachtet er das Krankheitsbild ADHS aus einem anderen Blickwinkel als allgemein üblich.

Dr. Bonney sieht Kinder und Jugendliche mit einer Welt konfrontiert, in der sie immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit verarbeiten sollen. An einigen Fallbeispielen verdeutlicht er, welche therapeutischen Möglichkeiten bei psychischen Störungen zur Verfügung stehen, sei es in der Einzelarbeit mit dem Kind, beim Einbeziehen der ganzen Familie oder in der Zusammenarbeit mit der Schule. Sein Vortrag soll nicht nur der Aneignung von Wissen dienen, sondern Eltern und Pädagogen auch Orientierung und Sicherheit im Umgang mit dem Kind oder Jugendlichen wie mit professionellen Helfern geben.

Ähnlich wie Dr. Bonney, der sich seit vielen Jahren in seiner Praxis, aber auch in Fortbildungen kritisch mit dem Thema Medikamentenvergabe und Diagnose von ADHS auseinander setzt, stehen auch die pädagogischen Fachkräfte von Schule und Internat Schloss Varenholz einer medikamentösen Behandlung des Krankheitsbildes sehr kritisch gegenüber.

Stattdessen versuchen sie in Absprache mit den Eltern und dem betreuenden Arzt, auf Medikamente mit dem Wirkstoff Methylphenidat weitestgehend zu verzichten. Statt einer Ruhigstellung mittels Medikamentenvergabe werden auf Schloss Varenholz zum Beispiel Kindern mit hoher motorischer Aktivität durch einen rhythmisierten Ganztagsunterricht mit ausgewogenen Lern- und Spielphasen sowie durch ein vielfältiges Sport- und Freizeitangebot im Nachmittagsbereich ausreichend Gelegenheit gegeben, ihren Bewegungsdrang auszuleben.

Aufmerksamkeitsdefiziten, die in der Regel nur dann zu verzeichnen sind, wenn die Anforderungen, vor denen die Kinder stehen, ihrem Entwicklungsstand nicht entsprechen, begegnet die pädagogischen Fachkräfte in der Schule mit binnendifferenziertem Unterricht mit individueller Förderung, so dass kein Kind über- oder unterfordert und damit unaufmerksamer wird. Hinzu kommt ein strukturierter Tagesablauf mit Ritualen, Pflichten und Abläufen, die den Kindern Sicherheit und Halt geben.

 Schloss Varenholz – Internat mit Privater Real- und Sekundarschule /32689 Varenholz
Telefon 05755 – 96215
www.schloss-varenholz.de

 

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