„Liebespaare“ im Museum Wilfried Koch

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Westfalen – Ende Februar wechselt das Kunsthaus Rietberg Museum Wilfried Koch die Ausstellung. Bis Ende Juni sind dann in der Deele „Liebespaare“ von Dr. Wilfried Koch zu sehen. Sie stehen auch in thematischer Verbindung zu seinen Bronze-Skulpturen im Garten des Museums.

Der Künstler sagt dazu: „Im Unterschied zu Porträts gab es nie entsprechende Auftragsarbeiten zu Liebenden. Alle Bilder und so auch die Skulpturengruppen im Museumsgarten entstanden nur aus zutiefst eigenem Empfinden, das sich wohl auch deshalb seine höchst eigenen Formen schuf.“

"Liebespaar" - ein Gemälde von Koch aus dem Jahr 1965

“Liebespaar” – ein Gemälde von Dr. Wilfried  Koch aus dem Jahr 1965

Werbung und Erfüllung sind die Themen der Liebesgeschichten dieser Ausstellung. Sie berührt auch klassische Liebespaare aus dem Alten Testament (David und Abigaïl) und der griechischen Antike: „Anders als von Ovid erzählt, gesellt sich hier Aphrodite, die Göttin der Liebe, zu Philemon und Baukis, den Vorbildern geglückter Gemeinsamkeit im Leben und Sterben.“

Die Galerie im Obergeschoss des Museums zeigt Skizzen und Zeichnungen von Menschen auf „Hamsterfahrten“. So nannte man in den Jahren vom Kriegsende 1945 bis zur Währungsreform im Juni 1948 und noch einige Zeit darüber hinaus die bitteren Wege der Hungernden zu den Bauern, um bei ihnen um Nahrungsmittel zu betteln.

In Schonach bei Triberg im Schwarzwald lebten Wilfried Koch und seine Familie als Fremde, aus dem zerbombten Duisburg kommend, unter erbarmenswerten Verhältnissen. Während der langen Bahnfahrten und bei den Bauern porträtierte er bereits als 17-Jähriger Hunderte von Menschen. Die meisten Zeichnungen aus dieser Zeit sind verschollen. Er verschenkte sie oder bezahlte mit ihnen die Bauern für eine Scheibe Brot, für Kartoffeln oder Äpfel. „In Häusern, die mir ein Nachtlager boten, zeichnete ich am Abend nach langem Fußmarsch manchmal noch die ganze Familie.“

Im Jahre 2007 wurden mit dem “Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch” und dem “Klostergarten – Skulpturenpark Wilfried Koch” zwei für Rietberg bedeutsame Kulturprojekte eingeweiht. Das Museum Wilfried Koch entstand in einem Rietberger Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1767 (Inschrift), das über eine durchgehende Deele verfügt. Damit eignet es sich sowohl für Ausstellungen als auch für kleinere Veranstaltungen.

Das Haus beherbergt das malerische und zeichnerische Werk des Künstlers Dr. Wilfried Koch, ergänzt um Unterlagen und Dokumente zu seiner Person und zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten, die durch eine Zustiftung der Eheleute Koch der Sparkassenstiftung zur Verfügung gestellt wurden. 1929 in Duisburg geboren und seit vielen Jahren im Rietberger Stadtteil Varensell ansässig, wurde der Künstler einem breiten internationalen Publikum zunächst durch seine “Kleine Stilkunde der Baukunst” (1967) und später vor allem durch die große “Baustilkunde – Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart” (1982) bekannt.

Beides sind Standardwerke, die bisher insgesamt mehr als 70 deutsche Auflagen und 21 Übersetzungen, darunter ins Russische, Chinesische und Japanische, erlebt haben. Dr. Koch ist Mitglied der “Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste” in der Klasse “Weltreligionen”.

Kunsthaus Rietberg / Museum Wilfried Koch / Emsstraße 10 / 33397 Rietberg
Telefon 05244 – 98 63 73
www.rietberg.de

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