Hornsleth: Kunst mit provokantem Gestus

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Westfalen – Provokation hat einen Namen: Kristian von Hornsleth. In Münster wird der international bekannte Künstler von Galerist Kolja Steinrötter vertreten. Zur Eröffnung der aktuellen Ausstellung in seiner Galerie FB69 am 16. März war der dänische Konzeptkünstler vor Ort und präsentierte persönlich seine schrillen Popart-Arbeiten. Neben einigen Originalen sind es diesmal vor allem Drucke aus kleinen Serien, die den Künstler mit politischen und kulturkritischen Arbeiten zeigen.

Foto: Jörg Bockow

Foto: Jörg Bockow

Kristian von Hornsleth ist bereits zum wiederholten Male in Münster. Während bei seinen vorherigen Ausstellungen großformatige Arbeiten mit schrill übermalten Pinup-Girls die Präsentation bestimmten, dann sind es diesmal vor allem die bitter-bösen und schreienden Agit-Prop-Motive von Gewalt, Rassismus und Ausbeutung, die einen mitunter aggressiv anspringen wie die Graffitis in den Straßen unserer Städte.

Kristian von Hornsleth und Kolja Steinrötter - Foto: Jörg Bockow

Kristian von Hornsleth und Kolja Steinrötter – Foto: Jörg Bockow

Als enfant terrible sprengt Kristian von Hornsleth die Grenzen von Kunst und Kommerz. Sein Name steht für Tabubruch, Rebellion und Medienskandal. Hornsleth ist dabei sein eigenes Branding. Er verwendet seine Unterschrift wie das Tag eines Graffiti-Sprayers, um damit den Objekten, Gemälden und Aktionen seinen Stempel aufzudrücken.

DSC021802006 hat er ein ganzes Dorf in Uganda mit seinem Namen gebrandet – im Tausch gegen Schweine. Mit polemischen Parolen und Symbolen attackiert Hornsleth hohle political correctness und das Kulturestablishment. Doch die vermeintliche Schärfe seiner Attacken verliert sich in Parolen und Positionen, die doch längst Allgemeingut geworden sind.

In einem anarchischen Gestus übermalt Kristian von Hornsleth seine Werke mit polemischen Slogans, die gesellschaftliche Grundwerte und den Kunstbetrieb attackieren. Schmerzhaft wird es da, wo Normalität und Piefigkeit, Religion und Kirche von ihm ins Visier genommen werden. „Ich habe die Rolle eines Hofnarren. Es geht darum, das Establishment so lange zu kritisieren, bis es dir den Kopf abschlägt.“

DSC02186Hornsleth liebt das manipulative Spiel mit den Medien. Er nutzt Magazine, Werbung und das Internet als Bildquellen. Die von ihm ausgewählte Ausschnitte und Bildmotive werden collagiert und dann aufgeblasen und oft von unbekannten „Künstlern“ mit fotorealistischem Gestus nachgemalt. Diese plakativen Motive werden dann von Hornsleth mit explodierenden Farborgien übermalt und meist in der Mitte mit seinem Namen versehen. Die Marketingstrategien, die er lauthals am Kunst- und Politbusiness kritisiert, nutzt er im nächsten Moment für die eigene PR – und legt damit ein weiteres Mal die Doppelmoral des Kulturbetriebes offen. Mitunter sind seine Arbeiten ein Vabanquespiel, denn während er einerseits die sexistisch und pornographisch aufgeladene Bildwelt angreift, nutzt er doch ihren spekulativen Schauwert, um den Blick des Betrachters anzuziehen. „Sex sells“, der bekannte Spruch der Marketingstrategen gilt eben auch für ihn und bringt damit mitunter seine Botschaft selbst in Miskredit.

Galerie FB69 / Kolja Steinrötter / Hüfferstr. 18 / 48149 Münster
Telefon 0251 – 2607899  www.FB69.com

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