Gerd Bannuscher: Auge in Auge mit der Natur

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Gerd Bannuscher in der GALERIERUDIFREDLINKE in Münster: Diese phantastischen Bilderwelten könnten jeder noch so detailgenauen Fotografie spielend Konkurrenz machen: Gerd Bannuscher ist ein Meister des fotorealistischen Genres. Galeriest Rudi Fred Linke präsentiert vom 19. Oktober bis zum 13. Januar 2013 in Münster-Wolbeck den Maler Gerd Bannuscher.

Gerd Bannuscher

Gerd Bannuscher: Die Klarheit des Wasser – Fotos GALERIERUDIFREDLINKE

Seine großformatigen Acrylgemälde bestechen durch ihre Brillanz und Schärfe. Da stört kein Pixel und kein Korn. Die Gemälde sind mit ihrem satten Farbenspiel ein Fest fürs Auge. Haarfein und akribisch ist der Farbauftrag. Millimetergenau sein Pinselstrich.

Die über 30 Gemälde, darunter gigantische Affenporträts und funkelnde Ansichten des Meeres, die in der Galerie Rudifredlinke ab dem 19. Oktober erstmals in Nordrhein-Westfalen gezeigt werden, entwickeln eine nie gesehene Sinnlichkeit. Sie spielen mit der Lust am Sehen und sind schlichtweg atemberaubend. Der Blick in das vom Leben gezeichnete Antlitz des alten Schimpansen löst starke Emotionen aus. Kein Zweifel: Bannuscher tritt für die durch Menschenwerk bedrohte und ausgebeutete Natur ein.

Gerd Bannuscher

Gerd Bannuscher: Am Meer – Foto: Galerie Linke

Für die Studien zu seinem Schimpansen-Porträt verbrachte der Maler Stunden, ja mitunter Tage im Hannover Zoo. Er beobachtete seinen Protagonisten so eindringlich und so genau, dass selbst dieser auf ihn aufmerksam wurde und ihn beim zweiten Besuch schon wiedererkannte. Auge in Auge entstand eine Verbindung, die in dem Gemälde eine ganz eigene Ausdrucksweise gefunden hat. Der Blick des Schimpansen scheint Bände zu sprechen und den Betrachter radikal in Frage zu stellen. Wo hört Tier auf und wo fängt Mensch an? Die lebendigen Augen des Schimpansen lassen einen stutzen. Auge in Auge mit der Kreatur. Fast ein Blick in den Spiegel. Es ist so als wenn der Betrachter sich selbst betrachtet, direkt und unvermittelt, schonungslos und durchdringend.

Gerd Bannuscher

Gerd Bannuscher: Meer – Foto: Galerie Linke

Gerd Bannuscher ist ein Mann des Nordens, daher auch seine innere Verbindung zum Meer und zur Landschaft des Frieslandes. Er ist aufgewachsen in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze. Bereits in der Schule erregten seine Zeichnungen und Bilder die Aufmerksamkeit seiner Lehrer. Seine Faible für die Natur und im Besonderen für Tiere liegen ihm im Blut. Eigentlich soll er den Hof seines Vaters zu übernehmen, was sich schon bald als eine ungeliebte Option erweisen soll. Über Umwege und nicht zuletzt über seine Ausbildung als Photograph, in der das Thema Licht und Schatten für seinen weiteren Werdegang einen wichtigen Beitrag leisten sollte, stellt Bannuscher 1984 seine bis dahin im Privaten gebliebene Kunst erstmals aus. Der Erfolg ist derart groß, dass er sich seit 1986 ausschließlich seiner Malerei widmet. Der Ausgangspunkt hier war zunächst die Zeichnung, es folgten Aquarelle bis Gerd Bannuscher über die Verwendung von Öl schließlich zur Acrylmalerei gelangt.

Gerd Bannuscher

Gerd Bannuscher: Aus der Zeit gefallen – Foto: Galerie Linke

Die Gemälde bestehen aus bis zu vierzig Schichten, die der Künstler zunächst mit einem Föhn trocknet, um sie dann erneut für einen weiteren Farbauftrag anzufeuchten. Auf diese Weise entstehen feine Farbübergänge und die optische Tiefe der meist großformatigen Gemälde.

Gerd Bannuscher zählt sich mit fünf seiner Künstlerkollegen zu der Gruppe „Neue Meister“. Ausgehend von den Techniken der „Alten Meister“ wie Jan van Eyck, Albrecht Dürer oder Matthias Grünewald haben die Mitglieder der Gruppe zu einer Bildsprache gefunden, die mal in Edward Hopper, mal in Otto Dix und immer wieder in Salvador Dali ihren Referenzrahmen findet.

Gerd Bannuscher, Ines Scheppach, Roland Heyder, Joachim Lehrer, Michael Krähmer und Siegfried Zademack vereint eines: die akribisch genaue Darstellung der Sujets. So kreieren die „Neuen Meister“ in ihren Werken neue Realitäten, schaffen Parallelwelten, wobei jeder der Künstler stets in seiner jeweiligen schöpferischen Leistung für sich neue Wege beschreitet.

Seine Gemälde sind unter anderem als Wandgemälde im Palast des Sultans von Oman und im „Internationalen Museum für phantastische Kunst“ in Wien zu finden. (Jörg Bockow)

Eröffnung der Ausstellung: 19. Oktober um 17.00 Uhr

Und hier gehts zu den Fotos von der Vernissage: www.rudifredlinkegalerie.de/site_de/site.php?kombi=5_0_0

RFLG ·  Galerie Linke / Mühlendamm 1-3 / 48167 Münster
Mobil 0 171 – 2 84 99 77
www.rudifredlinkegalerie.de

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