„Droste-Tage 2017“ auf Burg Hülshoff

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Havixbeck – Das Wasserschloss Hülshoff bei Havixbeck (Kreis Coesfeld) bildet vom 25. bis zum 27. August 2017 zum fünften Mal die malerische Kulisse für die jährlich von der Droste-Stiftung unter der künstlerischen Leitung von Dr. Jochen Grywatsch (LWL-Literaturkommission) veranstalteten „Droste-Tage“.

Im Zentrum des Festivals steht die Uraufführung der musikalischen Performance „NICHTHIER“ des Regieteams rekortloew von Heike Kortenkamp und Sabine Loew. Die szenografisch-multimediale Ausstellung „Sehnsucht in die Ferne“ über die Reisen und Landschaften der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Auftaktveranstaltung „hier! festival.regional.international.“ des Netzwerks Literaturland Westfalen sind die beiden weiteren Elemente der Droste-Tage. Die Projekte, die auf verschiedenen Bühnen auf dem Gelände von Burg Hülshoff stattfinden, eint die Auseinandersetzung mit Themen wie Heimat, Ferne, Ankommen, Zugehörigkeit, Identität, Inspirationsquell, Aufbruch und Ausbruch.

Im Austausch über die Droste-Tage 2017: (v.l.n.r.) Dr. Jochen Grywatsch, Leiter der Droste-Forschungsstelle der LWL-Literaturkommission für Westfalen, Erster Vorsitzender des Droste-Forums und Künstlerischer Leiter der Droste-Tage auf Burg Hülshoff (Kreis Coesfeld); Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Vorstandsvorsitzende der Annette von Droste zu Hülshoff-stiftung, LWL-Kulturdezernentin; Dr. Herbert Knorr, Intendant des Netzwerkprojekts literaturland westfalen und Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V. ; Heike Kortenkamp vom Künstlerinnenkollektiv REKORT LOEW; Heike Herold, Referatsleiterin in der LWL-Kulturabteilung, Geschäftsführerin der LWL-Kulturstiftung

„Noch bevor das Droste-Literaturzentrum gebaut ist, zeigen wir zusammen mit unseren Partnerinnen und Partnern unter dem Dach der „Droste-Tage“, wie stark und kreativ das Literaturland Westfalen ist“, so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Vorstandsvorsitzende der Annette von Droste zu Hülshoff- Stiftung und Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westalen-Lippe (LWL).

Insgesamt drei Bühnen teilen sich an diesem Wochenende Schauspielerinnen und Schauspieler wie Liese Lyon, David Kirchner, Bernd Kortenkamp, Kathrin Enders mit Autoren wie Wiglaf Droste, Frank Goosen, Gisa Pauly, Raoul Schrott, Oliver Uschmann und Regula Venske.

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Vorstandsvorsitzende der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung, LWL-Kulturdezernentin, probiert die 3-D-Animation in der Ausstellung „Sehnsucht in die Ferne: Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff“ aus. Die Eröffnung findet am 26.8. um 11 Uhr in der Vorburg von Burg Hülshoff statt. Foto: LWL

Die „Droste-Tage“ sind eine Veranstaltung der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung. Mit dem Festival richtet die Stiftung seit fünf Jahren ein erfolgreiches Kulturprogramm zu Ehren der Autorin und Namensgeberin der Stiftung auf Burg Hülshoff bei Havixbeck im Münsterland aus. Einmal im Jahr lädt die Stiftung Künstlerinnen und Künstler zu neu konzipierten Theaterinszenierungen, Konzerten, Lesungen sowie Ausstellungen ein. In diesem Jahr arbeiten die Droste-Forschungsstelle der LWL-Literaturkommission für Westfalen, das DrosteForum e.V., das Westfälischen Literaturbüro in Unna e.V. und die LWL-Kulturstiftung bei den Droste-Tagen zusammen.

Petra Reski Foto: Paul Schirndorfer

Die Veranstaltungen:

„NICHT HIER“ – Eine musikalische Performance zu „glokalen“ Erfahrungen von KünstlerInnen

25.08.2017 | 20.00 Uhr | Vorburg der Burg Hülshoff | Uraufführung
26.08.2017 | 20.00 Uhr | Vorburg der Burg Hülshoff
27.08.2017 | 20.00 Uhr | Vorburg der Burg Hülshoff
Eintritt: 20 €/ erm. 15 €

NICHT HIER beschäftigt sich mit einer unter KünstlerInnen weit verbreiteten „Sehnsucht nach ande ren Orten“, Orten, die gleichzeitig Heimat, Ankommen, Zugehörigkeit, aber auch Auf-bruch, Inspiration, Reibung und Erfolg verheißen. Wo liegt der „richtige Ort des Schaffens“, wo springt der Motor an?

„Schneckenhäuschen“ – so nannte die westfälische Dichterin Annette von Droste-Hülshoff ihr Wohnzimmer, in das sie sich zurückzog, um zu schreiben, zu lesen, zu dichten oder einfach in den Tag hinein zu träumen. Gleichzeitig formulierte sie ihre „Sehnsucht in die Ferne“.

Antje Deistler – Foto: Privat

NICHTHIER liegen verschiedene Texte zugrunde. Lyrik und Prosa der Annette von Droste-Hülshoff werden mit biografischen Statements zeitgenössischer KünstlerInnen aus der Region verwoben. Die Themen kreisen um Sehnsucht und Heimweh, Ankommen und Weggehen, Identität und Körper. „Heimat“ wird ebenso wie „Fremde“ als Sehnsuchtsort erkennbar und die Melancholie des Nicht-Ankommens als eigentliche menschliche Bestimmung gezeichnet. Wir sind, wie es Nejati Öziri im Interview sagte, „Transitmenschen, die eher an Raststätten leben, als in Heimaten. Es gibt Leute ohne Kinderzimmer, ohne Sprache, ohne Chancen, ohne Identität, ohne Heimat, Leute, die alles verloren haben.“

Eine Gebärden-Sprecherin wird einige Passagen des Textes und der Musik in Körpersprache über setzen.

Projektidee, Text, Dramaturgie und Management: Heike Kortenkamp
Regie, Video und Management: Sabine Loew
Bühne und Kostüme: Cornelia Falkenhan

Schauspiel, Komposition und musikalische Leitung: David Kirchner
Schauspiel und Musik: Liese Lyon
Schauspiel, Musik und Gebärdensprache: Kathrin Enders
Schauspiel und Musik: Bernd Kortenkamp

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung sowie dem Kulturamt der Stadt Recklinghausen.

Jürgen Kehrer Foto: Sarah Koska

„Sehnsucht in die Ferne. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff“

Szenografische Ausstellung vom 26. August bis 5. November 2017,
dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr (17 Uhr im Okt./Nov.), in der Vorburg von Burg Hülshoff

Die Ausstellungseröffnung am 26.08.2017 um 11.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Insgesamt neun Jahre ihres Lebens war die „Stockmünsterländerin“ Annette von Droste-Hülshoff unterwegs, und etwa die Hälfte ihres literarischen Werks entstand während auswärtiger Aufenthalte vom Paderborner Land bis zum Bodensee. Viel weiter noch als in der Wirklichkeit reiste die für ihre Landschaftsgedichte berühmte Autorin in ihrem Kopf – inspiriert von Lektüren und Gesprächen, getrieben von Fernsucht und der eigenen dichterischen Phantasie.

Die Wanderausstellung „Sehnsucht in die Ferne. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff“ lässt die Besucher eintauchen in Landschaften, wie Droste sie unterwegs kennenlernte und beschrieb. Präsentiert werden bisher nie gezeigte Exponate und Handschriften in multimedial inszenierten Räumen. Die Bedingungen, unter denen Drostes Reisen stattfanden, bieten nicht nur einen Einblick in das Leben einer adligen schreibenden Frau zwischen Beschränkung und Selbstbestimmung.
Sie zeigen auch die rasanten gesellschaftlichen und technischen Umbrüche ihrer Zeit.

Ein Projekt der Droste-Forschungsstelle der LWL-Literaturkommission für Westfalen, des Droste-Forums e.V., des Kreismuseums Wewelsburg, der Stadt Brakel und der Stadt Paderborn.

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kultursekretariat NRW Gütersloh, Kulturland Kreis Höxter und der Kunststiftung NRW.

hier! festival.regional.international.
Auftaktveranstaltung des Netzwerks Literaturland Westfalen

26.08.2017 | 12.30 bis 19.00 Uhr | Burg Hülshoff

Eingebettet in die Droste-Tage mit ihrem Performance- und Ausstellungsangebot zeigt das litera turland westfalen an diesem Tag bei freiem Eintritt ein literarisches Programm.

Auf drei Bühnen werden von 12.30 bis 19 Uhr die Kulturjournalisten Antje Deistler und Stefan Keim durch ein buntes Programm führen. Mit Gästen wie Wiglaf Droste, Frank Goosen, Gisa Pauly, Petra Reski, Raoul Schrott, Ralf Thenior, Oliver Uschmann und Regula Venske decken die einzelnen Lesungen und Gespräche nicht nur thematisch eine große Brandbreite von ernst bis heiter ab, sondern spiegeln auch eine große Genrevielfalt wider. Inhaltlich spielt dabei das „hier!“ mit seinem Bezug zu Heimat und lokaler Identität immer wieder eine tragende Rolle. Von der intimen Atmosphäre der kleinen Burgkapelle bis hin zur großen Open-Air-Bühne im Hof der Vorburg bietet der Festivalauftakt so Veranstaltungspunkte und -formen.

Bei schlechtem Wetter ist der Publikumsbereich vor der Bühne im Innenhof der Vorburg überdacht.

Der Eintritt zu den Droste-Tagen ist frei.
Für die musikalische Performance NICHT HIER gelten folgende Eintrittspreise:
20 Euro, ermäßigt 15 Euro (inkl. Gebühren), Tickets online: http://www.adticket.de / Telefon: 0180 6050400 (kostenpflichtig)
VVK Burg Hülshoff: täglich von 11.00 Uhr bis 18.30 Uhr an der Museumskasse

Abendkasse Burg Hülshoff: Karten sofern verfügbar. Die Abendkasse öffnet jeweils eine
Stunde vor Vorstellungsbeginn. Einlass: 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn; freie Platzwahl

www.literaturlandwestfalen.de


 

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