Muse und Modell: August und Elisabeth Macke

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Muse und Modell: Mehr als nur ein Liebespaar – August und Elisabeth Macke sind ein Glücksfall für die Kunstgeschichte. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster eröffnet die Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“.

Muse und Modell: August und Elisabeth Macke

August Macke, Frau des Künstlers mit Hut, 1909, LWL Museum für Kunst und Kultur – Foto LWL/Neander

Elisabeth Macke ist als Frau des Künstlers mit Hut bekannt – so hat August Macke seine Frau portraitiert – sie war Muse und Modell. Ab Freitag (28. Mai) zeigt die Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ (bis 5. September) den Besuchern im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster Elisabeth Macke in einem neuen Licht. Ihr ist es zu verdanken, dass Macke bis heute wegen seiner farbstarken und individuellen Kompositionen einer der berühmtesten deutschen Expressionisten ist. Gleichzeitig läuft im Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Familienausstellung „August und das Zirkuspferd“ über die Formen- und Farbenwelt Mackes.

„Die Ausstellung über das Paar richtet ihr Augenmerk erstmals nicht alleine auf die Kunst August Mackes, sondern stellt auch seine Frau Elisabeth ins Zentrum“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger über die Muse und das Modell. „Als vielseitig interessierte und talentierte Frau stellte sie nützliche Kontakte her und managte den Verkauf der Kunstwerke – auch lange nach dem frühen Kriegstod Mackes 1914. Sie war die einflussreiche Frau hinter dem Künstler.“

Muse und Modell: August und Elisabeth Macke

August Macke, Modegeschäft, 1913, LWL-Museum für Kunst und Kultur – Foto LWL/Neander

Zu Beginn der Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur bekommen die Besucher einen Einblick in die innige Beziehung zwischen August und Elisabeth Macke, die sich schon in Jugendjahren auf dem Schulweg kennen- und lieben lernten. Sie war seine Muse und Modell. In über 200 Gemälden und Skizzen hat August seine Frau festgehalten. Die Besucher erwartet ein spannender Einblick in das gemeinsame Leben des Künstlerpaares und ihre Stationen.

Das vielfältige Netzwerk, das sich die Mackes aufgebaut hatten, reichte von der Familie Elisabeths bis hin zu den Kreisen des Blauen Reiters. Nicht nur August Macke und Franz Marc waren miteinander befreundet, sondern auch Elisabeth Macke und Maria Marc verband eine lebens-lange Freundschaft. Elisabeth Macke inspirierte ihren Mann nicht bloß zu Gemälden von Modegeschäften, sondern interessierte sich selbst für Mode und entwarf eigene Kleider und Stickereien. Die Kuratorinnen der Ausstellung, Dr. Tanja Pirsig-Marshall und Anna Luisa Walter, lassen die Ausstellung chronologisch mit der Tunis-Reise August Mackes enden, die Bernhard Koehler, der Onkel von Elisabeth Macke, bezuschusste.

Das junge Paar Macke

August Macke und Elisabeth Gerhardt, 1908 – Foto LWL

„Elisabeth Macke war das, was man heute eine ’starke Frau‘ nennt: Nicht nur Muse und Modell, Managerin und Mutter, sondern grandioser Motor der Rezeption August Mackes in der Kunstwelt“, erklärt Prof. Dr. Carl Heinz Heuer, Vorstand der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung. Durch die Förderung der Stiftung ist diese Ausstellung möglich geworden.

Ein weiteres besonderes Merkmal der Ausstellung ist, dass die rund 120 Werke, bis auf zehn Leihgaben, aus der Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur stammen. „Das LWL-Museum für Kunst und Kultur ist mit über 800 Werken von August Macke einer der wichtigsten Standorte für die Forschung und Sammlung Mackes. Nach 20 Jahren würdigen wir diesen Schwerpunkt unserer Sammlung wieder mit einer Ausstellung“, so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. „Es freut mich sehr, dass wir gleichzeitig eine neue Familienausstellung rund um Mackes Lieblingsort – den Zirkus – präsentieren.“

Muse und Modell: August und Elisabeth Macke

Elisabeth Macke, Orientalische Szene ,1912, Leihgabe der PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau, im Schloßmuseum Murnau

Die Familienausstellung „August und das Zirkuspferd“ lädt Kinder und ihre Familien dazu ein, interaktiv auf den Spuren August Mackes zu wandeln und in seine bunte Welt der Farben und Formen einzutauchen.  Die Leiterin der Kunstvermittlung, Ingrid Fisch, und Anne Avenarius haben die Ausstellung konzipiert.

Die Kunstreiterin mit ihrem eleganten Tutu, dem Ballettrock, die Clowns an ihrer Seite: August Macke liebte den Zirkus und hielt immer wieder Szenen und Stars aus der Manege fest. Die Familienausstellung gibt durch seine Werke einen Einblick in diese faszinierende Welt. Interaktive Elemente laden Menschen ab drei Jahren ein, spielerisch in die Kunst August Mackes einzutauchen. Das Scheinwerferlicht ist zunächst auf das Zirkusbild aus der Museumssammlung gerichtet. Neben dem Original ist das Motiv groß auf die Wand tapeziert. Zahlreiche Skizzen zeigen zudem, wie dynamisch Macke Pferde und Menschen mit wenigen Strichen im Zirkus-rund eingefangen hat.

Eine Szene wie aus einem Märchen

August Macke / Elisabeth Macke, Orientalische Szene (Märchenerzähler), 1912, Museum August Macke Haus, Bonn – Foto: Günter Weber

Pferdestudien nutzte Macke über das Zirkusthema hinaus. Dafür steht in der Familienausstellung stellvertretend die außergewöhnliche Arbeit von „Ritter Georg und Drache“, die auf Seide gemalt ist. Vielleicht spielte Macke damit auf die Künstlergruppe des „Blauen Reiters“ an, der er nahestand.

Die Ausstellung nimmt deren Einfluss auf August Macke indirekt auf. Gleich zu Beginn wird das Leben des Künstlers mit Illustrationen von Paul Butterer veranschaulicht. Dessen Zeichnungen begleiten an den Wänden auch die Themenräume: dem Körperzirkus folgen Farb- und Formzirkus. Die Kinder können zeichnen, Farben sortieren, und beobachten. Den Farbenzirkus können die jüngsten Besucher:innen durch eigene Experimente mit farbigem Licht atmosphärisch gestalten. Das Kunstwerk „Die farbigen Karos“ inspiriert sie zudem zum Zusammenpuzzeln von Farbflächen an einer Magnetwand, bevor die Selfie-Station neben der Artistengarderobe zum gemeinsamen Abschiedsbild anregt. Leihgaben vom Kinder- und Jugendzirkus Alfredo sowie ein umfangreiches Begleitprogramm runden den Ausstellungsbesuch ab.

Am Eröffnungstag, 28.5., ist der Eintritt frei und das LWL-Museum für Kunst und Kultur von 10 bis 24 Uhr geöffnet. Vorab müssen für den Besuch der Ausstellungen Zeitfenster-Tickets online gebucht werden. Ab 17 Uhr findet eine digitale Eröffnungsfeier statt.

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