Brilon – Holzverarbeitung mit Blockchain-Einsatz

Print Friendly, PDF & Email

Brilon/Südwestfalen – Blockchain im Sauerland. Wissen, wo das Holz herkommt, das im Wohn-, Ess-, Schlaf-, Lese- oder Multimediazimmer stehen soll, dabei könnte künftig die Blockchain helfen. Die Egger Holzwerkstoffe GmbH & Co KG im sauerländischen Brilon arbeitet daran. Das Unternehmen für Holzwerkstoffe ist Partner der Fachhochschule Südwestfalen. Die will mittelständische Unternehmen aus Südwestfalen mit der noch neuen Blockchain-Technologie vertraut machen. Sie sollen an konkreten Beispielen aus ihrem Alltag erfahren, wie sie diese für ihre Lieferketten nutzen können, so die Mitteilung aus dem Regionale 2025-Büro der Südwestfalen-Agentur. Name des Projektes ‚Blockchain für die Supply Chain‘. Blockchain bezeichnet die eingesetzte digitale Technologie, Supply Chain das Nachverfolgen von Lieferketten.

In Südwestfalen soll bei der Holzverarbeitung Blockchain-Technologie helfen, die Herkunft des Holzes einfacher als bisher nachvollziehbar zu machen – die internationale Holzverarbeiter-Gruppe EGGER nimmt mit ihrem Unternehmen in Brilon am Regionale-2025-Blockchain-Projekt teil – Foto EGGER

Egger Holzverarbeitung prüft Technologie

Das Unternehmen Egger in Brilon gehört zur international aufgestellten EGGER-Gruppe mit Sitz in Tirol und hat im Sauerland einen der modernsten Betriebe für Holzverarbeitung in Europa. Das Unternehmen prüft den Einsatz der Blockchain-Technologie, um für eine typische Lieferkette maximale Transparenz zu schaffen. Im konkreten Fall wird Holz aus dem Stadtforst Brilon verarbeitet, in der Unternehmensgruppe weiter veredelt und schließlich beim Kunden zu einem Möbelstück verarbeitet. Kauft ein Verbraucher dieses Möbelstück, soll er künftig nachverfolgen können, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und entsprechend zertifiziert ist. „Die Blockchain-Technologie hilft, diese Prozesse transparent abzubilden und zu vereinfachen. Durch die besonderen Eigenschaften der Blockchain-Technologie sind die Zertifikate fälschungssicher und somit vertrauenswürdig“, erläutern Prof. Dr. Stefan Lier von der FH Südwestfalen und Martin Ansorge, Werksleiter Finanzen/Verwaltung bei Egger Holzwerkstoffe GmbH & Co.

„Unternehmen sind innovationsfreudig“

„Die Blockchain-Technologie für die ‚Lieferketten der Zukunft‘ zu nutzen, trifft auf großes Interesse bei den Unternehmen in Südwestfalen“, sagt Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises. Im Rahmen des Regionale 2025-Projektes werden daher verschiedene Lieferketten und Anwendungsbeispiele geprüft – auch aus der Automobilzulieferindustrie und dem Handel. Hier lassen sich beispielsweise Bestellungen, Auftragseingänge, Bestätigungen und andere relevante Informationen innerhalb der Lieferkette einfacher und vertrauenswürdiger abwickeln.

Seit November läuft das Projekt. Prof. Dr. Stefan Lier, der es an der FH Südwestfalen mit seinem Team und der Hochschule Ruhr-West koordiniert, ist bislang sehr zufrieden: „Die Unternehmen bringen eine hohe Begeisterung mit, sind sehr innovationsfreudig und technologieoffen“.

Ziel südwestfälischer Wissensaustausch

Eines der Ziele ist es, unter allen Beteiligten Wissen auszutauschen und weiterzugeben. Das soll mithilfe  eines Anwendungsbeirates geschehen. Hier tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter aus den beteiligten Unternehmen aus und bekommen externe Unterstützung. Was hier besprochen wird soll allen interessierten Unternehmen in der Region zugänglich gemacht werden. Dazu Dr. Stephanie Arens, Leiterin der Regionale 2025 bei der Südwestfalen Agentur: „Schon jetzt werden weitere interessierte Unternehmen aktiv informiert. Am Ende des Vorhabens wird es Leitfäden geben, die Firmen aufzeigen, für welche Geschäftsprozesse sich die Blockchain-Technologie in Südwestfalen eignet und wie sie diese in den eigenen Arbeitsalltag übertragen können.“

Erstes gefördertes Projekt der Regionale 2025

Gruppenfoto nach Antigen Schnelltest: NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart machte sich in Brilon Egger Holzwerkstoffe GmbH & Co KG ein Bild vom Regionale-2025-Projekt „Blockchain für die Supply Chain“. Unternehmen aus Südwestfalen sollen an konkreten Beispielen aus ihrem Alltag erfahren, wie sie die neue Blockchain-Technologie für ihre Lieferketten nutzen können – Foto EGGER

Das Projekt „Blockchain für die Supply Chain“ war das erste Vorhaben der vom Land NRW geförderten Regionale 2025, das seine Arbeit aufnehmen konnte. So etwas findet besonderes ministerielles Interesse. NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart war denn auch bei der Egger Holzwerkstoffe GmbH & Co KG zu Gast und machte sich ein persönliches Bild vom Stand des Projektes beim Projektteilnehmer in Brilon und von den Projekt-Perspektiven für südwestfälische Unternehmen. Es ist „eine tolle Ergänzung zu den nordrhein-westfälischen Initiativen wie dem Blockchain-Reallabor im Rheinischen Revier und Blockchain Europe in Dortmund“, so das Pinkwarts Fazit.

Speak Your Mind

*