Hagener Ballett gestaltet Vakanz konstruktiv

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Hagen – Aus einer Vakanz und vielen Bewerbungen eine konstruktive Tugend machen, das hat sich das Hagener Ballett vorgenommen. Nachdem Ballettdirektorin Marguerite Donlon ans Theater in Osnabrück gewechselt ist, musste es seine Führungsstrukturen neu aufstellen. Mission gelungen, das ist der aktuellen Mitteilung aus dem Theater Hagen zu entnehmen: Die… „notwendige Nachfolgeregelung für die Ballettdirektion in Hagen sieht eine Spielzeit mit drei verschiedenen GastchoreographInnen für Neuproduktionen, eine kontinuierliche künstlerische Beratung durch die Choreographin Gundula Peuthert sowie die Fortsetzung der Arbeit mit der amtierenden Ballettmanagerin Waltraut Körver vor.“

Ballett Hagen

Ballett Hagen: Szene aus der Choreographie „Wassermusik“ von Francesco Nappa mit Musik von Georg Friedrich Händel – Foto Leszek Januszewski

Drei Gastspiele als Neuproduktionen

Dass Ballettchefin Donlon, die 2019 nach Hagen kam, Spuren hinterlässt, die zum weiteren Weg beitragen, ist im Haus gewollt: „In dieser Struktur soll mit dem Ballett Hagen die erfolgreiche Arbeit von Marguerite Donlon fortgesetzt und ausgebaut werden. Durch die Möglichkeit, mit verschiedenen namhaften ChoreographInnen zu arbeiten, wird den TänzerInnen wie dem Hagener Publikum eine profilierte Vielfalt künstlerischer Handschriften – also Tanz in all seiner aktuellen Bandbreite – erlebbar.“

Dazu gehört die Fortsetzung erfolgreicher Formate. Zum Beispiel das 2019 gegründete Nachwuchsprojekt „iMove HA“. Auch die Fortführung des Formats „SubsTanz / TänzerInnen choreographieren“ steht auf dem Plan. Mit den in der neuen Struktur gemachten Erfahrungen kann „dann auch eine langfristige Perspektive mit einer neuen, festen Ballettdirektion gebildet werden“, heißt es in der Hagener Mitteilung.

„Breit gefächerter Neuanfang“

Intendant Francis Hüsers sagt zum aktuellen Vorgehen: „Unsere Entscheidung für eine Struktur der künstlerischen Vielfalt für das Ballett Hagen, die wir in 2021/22 probieren wollen, geht nicht etwa auf ein unzureichendes BewerberInnenfeld zurück. Im Gegenteil – wir hatten eher buchstäblich ‚die Qual der Wahl’. Denn uns lagen über 50 qualifizierte Bewerbungen vor, von denen wir sieben nach bestimmten Kriterien (z.B. herausragendes künstlerisches Profil, Erfahrung als Ballettdirektor/in im Betrieb eines Stadttheaters, Perspektive mit dem Ballett Hagen) in die engere Wahl genommen haben. Und von diesen sieben sollen nun drei als Gäste in der nächsten Spielzeit hier arbeiten. Damit ermöglichen wir nach der problematischen Zäsur der künstlerischen Arbeit durch die Corona-Pandemie und dem Weggang von Marguerite Donlon nun einen breit gefächerten Neuanfang für das Ballett Hagen, von dem das Publikum durch einen abwechslungsreichen Spielplan profitiert und der uns zudem Raum für eine fundierte langfristige Richtungsentscheidung lässt. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den ausgewählten KünstlerInnen und bin sicher, dass wir mit den Ballettneuproduktionen in der kommenden Spielzeit die zu Recht hohen Erwartungen des Hagener Publikums erfüllen werden.“

Programmplanungen laufen

Die Titel der Gastspiel-Produktionen sollen bei der Vorstellung des Spielplans 2021/22 konkret benannt werden. „Unter ihnen sind“, so die Mitteilung des Theaters, „in jedem Fall Gundula Peuthert, die einen Ballettabend im Herbst kreieren wird, sowie Urs Dietrich, der eine Ballett-Neuproduktion mit Orchester in der zweiten Spielzeithälfte erarbeitet. Eine dritte Produktion mit einem Gastchoreographen ist in Planung.“

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