Das digitale Klassenzimmer erlebt Hochkonjunktur

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Das digitale Klassenzimmer blüht auf. Denn besondere Zeiten benötigen auch besondere Impulse. Seit nunmehr fünf Wochen ruht der Schulbetrieb und auch nach den Osterferien scheint ein „normaler“ Unterricht im kompletten Klassenverbund in weiter Ferne. Die beiden Massener Schulen, die Hellweg-RealSchule sowie die Schillerschule, haben eine individuelle Möglichkeit gefunden, dass der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern auch in dieser Phase aufrechterhalten werden kann.

digitale Klassenzimmer

Die Initiatoren des „Digitalen Klassenzimmers“ Jonas Wiegel (Hellweg RealSchule), Sebastian Maday (Maday Media) und Matthias Landsberg (Schillerschule) kommunizieren mit den Schülern auch in der Corona-Zeit direkt und im Klassenverbund, Foto p:e:w

„Mir ist es sehr wichtig, meine Schüler zu sehen und mit ihnen direkt zu sprechen“, erklärt Jonas Wiegel, 2. Konrektor und Klassenlehrer einer 5. Klasse an der Hellweg RealSchule. In dasselbe Horn bläst auch Matthias Landsberg, Schulleiter der Schillerschule, mit einem Augenzwinkern: „Die Kinder finden sich meist schneller zu recht, als wir.“ So wurde die Idee geboren, eine digitale Lösung mit Videokonferenz für einzelne Klassen zu finden. Der Mann hinter der ausgeklügelten Technik ist der Massener Unternehmer Sebastian Maday, Vater zweier Töchter, die beide Schulen besuchen. Unter anderem entwirft der Inhaber von Maday Media, einer lokalen Werbeagentur, für seine Kunden ansprechende Auftritte im Internet und kennt sich somit in der digitalen Welt bestens aus.

Für das digitale Klassenzimmer war das Thema Datenschutz sehr wichtig. „Uns war es von vornherein klar, dass nur eine langfristig nutzbare, legale und individuell-angepasste Version, die für Schüler und Lehrer gleichermaßen leicht umzusetzen ist, sinnvoll ist.“, so Sebastian Maday und ergänzt: „Wir haben einen schuleigenen Server in Deutschland gesucht und gefunden, wir nutzen eine verschlüsselte Software ohne Datenerhebung und wir entsprechen somit allen rechtlichen Datenschutzvorgaben!“

Konzentriert nimmt Leonie vom PC zuhause am Unterricht im „Digitalen Klassenzimmer“ teil, Foto HellwegRealschule

Die Erprobungsphase an beiden Schulen war mit wackeligen und verzehrten Bildern, nicht konstanter Tonübertragung und schwachen Impulsen noch etwas holperig; anfangs konnten auch nur vier, fünf Schüler gleichzeitig an der Videokonferenz teilnehmen. Doch das Manko wurde schnell erkannt und behoben. „Die Testphase liegt nun hinter uns und inzwischen könnten wir gleichzeitig mit 1800 Schüler in bis zu 70 separaten Klassen-Chat-Räumen mit jeweils 15 bis 20 Schülern parallel arbeiten“, ist Jonas Wiegel sichtlich begeistert. Einzig der Lehrer öffnet als Gastgeber ein digitales Klassenzimmer, teilt mit den Schülern einen Link, über den sie mit einem Passwort in den Raum eintreten können und so an der Sitzung teilnehmen. Wenn der Lehrer diesen Raum wieder verlässt und den Unterricht beendet, ist der Raum bis zur nächsten Unterrichtseinheit wieder für alle geschlossen und kann auch nicht anderweitig „missbräuchlich“ genutzt werden.

Immer und überall mit dem Gerät ihrer Wahl! Bei diesem Videokonferenz-Tool ist es egal, mit welchen Endgerät – ob Smartphone, Tablet, Laptop, PC oder Mac – oder an welchem Ort, wenn eine ausreichende Internetverbindung besteht, sich die Kinder in das Klassengespräch einwählen. Beiden technisch versierten „Test-Lehrern“ sowohl Matthias Landsberg als auch Jonas Wiegel war es ein besonderes Anliegen, diese Technik auch nachhaltig weiter nutzen zu können. Damit machen die beiden Massener Schulen einen enormen digitalen und echt vorbildlichen Schritt für die Kommunikation unter Schülern, Lehrern und Eltern. Und somit hat der Unterricht in Massen eine neue Dimension erreicht…

www.hellweg-realschule.de

Comments

  1. Rainer Kirmse , Altenburg meint

    Nicht nur das Klassenzimmer wird digital,
    das Anthropozän bringt einen neuen Menschentyp hervor, die Veränderungen sind schon heute bei den Smartphone Nutzern unübersehbar.

    HOMO DIGITALIS

    Ob tief im Westen, fern im Osten,
    Ein ständiges Mailen und Posten.
    Das Handy ist Körperteil geworden,
    Gehegt und gepflegt allerorten.
    Wir legen es kaum noch aus der Hand,
    Eine Manie überzieht das Land.
    Man geht gebeugt mit gesenktem Blick,
    Schaut weder nach vorn noch zurück.
    Man ist ständig beim Interagieren,
    Google und Facebook triumphieren.
    Man kann auf mancherlei verzichten,
    Auf’s elektronische Glied mitnichten.
    Das Smartphone demonstriert seine Macht,
    Wir sind im Netz gefangen Tag und Nacht.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus der Skatstadt

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