Cilian: Impfstoff-Revolution aus Münster

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Münster – In den Labors der Cilian AG forschen Biologen an neuartigen Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen, mit denen dringend benötigte Vakzine wesentlich schneller und preisgünstiger hergestellt werden sollen als mit den bisher verwendeten Techniken. Am 11. April haben die Cilian-Chefs Christian Scheiner (CEO), Dr. Marcus Hartmann (CSO) und Christian Fründ (CFO) neue Forschungsergebnisse rund um ihren Grippeimpfstoff „CiFlu“ vorgestellt, die zu großen Hoffnungen Anlass geben.

CiFlu wird in einem biotechnologischen Verfahren aus gewöhnlichen Wimperntierchen gewonnen, die in jedem Fluss oder See zu finden sind. Mit Hilfe dieses Verfahrens können große Mengen eines Impfstoffs in einer wesentlichen kürzeren Zeitspanne hergestellt werden als mit den zurzeit üblichen Methoden, die zumeist auf der Vermehrung der Erreger in befruchteten Hühnereiern basieren. “Gerade bei Grippe-Infektionen ist die schnelle Verfügbarkeit großer Impfstoffmengen ein wichtiger Faktor, denn Grippeviren verändern sich schnell und meistens muss dann ein neuer Impfstoff entwickelt und produziert werden. Wenn eine Grippewelle rollt, müssen große Mengen dieses neuen Impfstoffs schnell verfügbar sein”, erläuterte Cilian-Chef Christian Scheiner auf der Pressekonferenz. Mit dem Cilian-Verfahren sei das möglich, außerdem komme der Prozess ohne umstrittene Verstärkerstoffe aus, die zu unerwünschten Nebenwirkungen bei Geimpften führen können.

Christian Fründ, Dr. Marcus Hartmann und Christian Scheiner von der Cilian AG in Münster entwickeln "CiFlu", einen revolutionären neuen Grippe-Impfstoff

Christian Scheiner, Dr. Marcus Hartmann und Christian Fründ (v.l.) von der Cilian AG in Münster wollen 2025 den revolutionären Grippe-Impfstoff “CiFlu” auf den Markt bringen. Foto: Westfalium

Grippe ist nach wie vor eine der heimtückischsten Krankheiten, mit denen der Mensch zu kämpfen hat: Alleine in der Saison 2017/18 starben laut Robert Koch-Institut mehr als 1.600 Menschen an der Viruserkrankung. Gründe dafür sind häufig Unterversorgung mit Impfstoffen, mangelnde Wirksamkeit und Reaktion auf die Verstärkerstoffe.

Bereits in den vergangenen Jahren konnte die hohe Wirksamkeit von CiFlu bei Tests in Mäusen und Primaten nachgewiesen werden. Nun wurde im Rahmen des EU-Forschungskonsortiums ADITEC erneut eine in-vivo-Studie durchgeführt. Beteiligt waren die Universität von Siena (Italien), das Imperial College of London (England), das Centre National de la Recherche Scientifique (Frankreich) und die Cilian AG (Deutschland). Getestet wurde die Wirksamkeit bei einem Influenza A- und einem Influenza B-Stamm bei verschiedenen Verabreichungsmethoden wie intramuskulär, subkutan und mit Nanopartikeln. Gemessen wurde wie auch in den bisherigen Tests erneut eine hohe Immunantwort der Tiere.

CiFlu ist nur der Anfang: Impfstoff-Herstellung mit Hilfe von Wimperntierchen soll auch bei Vakzinen gegen andere Krankheiten angwendet werden

In den Labors der Cilian AG in Münster wird auch an der Entwicklung von Impfstoffen gegen andere Virus-Krankheiten gearbeitet. Foto: Westfalium

In den jetzt abgeschlossenen Tests konnten die Forscher erstmals nachweisen, dass die Tiere bei einer Influenza-Infektion kein Gewicht mehr verlieren und besser gegen die Infektion geschützt sind. „Gewichtsverlust ist ein wichtiger Indikator bei einer Influenza-Erkrankung. Wir haben mit der Studie den Nachweis erbracht, dass CiFlu nicht nur Antikörper produziert, sondern tatsächlich schützt und mehr Gesundheit bringt“, so Dr. Marcus Hartmann, wissenschaftlicher Leiter des 2001 gegründeten Münsteraner Unternehmens. Auch an der Entwicklung von Impfstoffen gegen andere Virus-Krankheiten wird in den Cilian-Labors gearbeitet.

Im kommenden Jahr soll CiFlu-Grippevakzin am Menschen getestet werden, 2025 soll der Impfstoff großflächig verfügbar sein. „Unser Vakzin hat mehrfach gezeigt, was es kann – in Primaten konnte nachgewiesen werden, dass wir keine größeren Nebenwirkungen zu erwarten haben“, betont Scheiner. Seine Forderung: Pharmakonzerne sollten sich mehr neuen Produktionsverfahren öffnen und auf saubere Methoden setzen. „In sämtlichen Lebensbereichen setzen wir neue, digitale Technologien ein: Beim Shoppen, Fernsehen und beim Buchen unseres Urlaubs. Wenn es um Impfstoffe geht, nutzen wir allerdings immer noch veraltete Technologien.“ Hier sollte jetzt ein Umdenken stattfinden.

Cilian AG, Tel. 0251/62031-0, www.cilian.de

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