Ausstellung in Münster: “Mein Freund Picasso”

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Münster – In seiner rund 20jährigen Freundschaft mit Pablo Picasso schuf der irische Fotograf Edward Quinn ein umfangreiches fotografisches Werk über den spanischen Künstler, dessen Familie und Freunde. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zeigt die Aufnahmen vom 3. Februar bis zum 22. April 2018 in der Ausstellung „Edward Quinn – Mein Freund Picasso“. Die von Jean-Louis Andral, Direktor des Musée Picasso Antibes, konzipierte Ausstellung wirft ein Licht auf 125 Werke, die in einem Zeitraum von 1951 bis 1974 entstanden. Kombiniert werden Quinns Arbeiten mit Picasso-Grafiken und -Keramiken aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums.

Pablo Picasso mit seiner Tochter Paloma, 1951 – Foto: Edward Quinn

„Pablo Picasso ist der meistfotografierte Künstler des 20. Jahrhunderts“, berichtet Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Er stand vor der Kamera der berühmtesten Fotografen des vergangenen Jahrhunderts: Robert Capa, Man Ray, David Douglas Duncan, Brassaϊ oder auch Arnold Newman verewigten ihn in Werken, die nicht nur unser Bild von Picasso prägen, sondern auch die Vorstellung von modernem Künstlertum und Genialität schlechthin. Der Ire Edward Quinn nimmt im Kreise dieser großen Fotografen eine exponierte Stellung ein. Er schuf rund 10.000 Fotografien von Pablo Picasso, seinem privaten und künstlerischem Umfeld.“

Pablo Picasso in seinem Atelier in Le Fournas, Vallauris 1953 – Foto: Edward Quinn

Der 1920 in Dublin geborene Edward Quinn lebte und arbeitete seit den 1950er Jahren an der Côte d’Azur. Als Autodidakt studierte er alle verfügbaren Lehrbücher und Fachzeitschriften zur Fotografie. Seine erste veröffentliche Fotografie – von einem irischen Rennpferd, das das Galopprennen von Nizza gewonnen hatte – stammt aus dem Jahr 1950. Quinn, der schon bald für mehrere Fotoagenturen tätig wurde, fotografierte Berühmtheiten wie Grace Kelly, Aristoteles Onassis oder Brigitte Bardot. Der solchermaßen als Celebrity-Fotograf eingeführte Quinn traf Picasso erstmalig anlässlich einer kleinen Vernissage von Keramik-Werken im Sommer 1951 in Vallauris.

Pablo Picasso und Jacqueline Roque mit der Ziege Esmeralda, Cannes 1956 – Foto: Edward Quinn

„Der stört mich nicht“ war das größte Lob, das ein Fotograf aus dem Munde Picassos hören konnte. Die ihn in seinen Ateliers bei der Arbeit oder im privaten Rahmen mit Familie oder Freunden ablichtenden Fotografen mussten extrem leise Auslöser verwenden und auf künstliche Beleuchtung verzichten. Von vielen Picasso-Fotografen wurde die Arbeit mit ihm als ein Pas de deux beschrieben – der Spanier inszenierte sich und die Fotografen inszenierten ihn. In manchen Fällen führte Quinn Bildregie, in anderen Fällen lassen die Aufnahmen erkennen, dass Picasso sich und seine Vorstellung von genialem Künstlertum in Szene setzte. Als langjähriger Celebrity-Fotograf konnte Quinn hierbei auf einschlägige Erfahrungen zurückgreifen. So folgen seine Werke der Dialektik des modernen Medienstars. Dieser hat eine private und eine öffentliche Existenz, der Star ist eine reale und eine fiktionale Figur, er ist gewöhnlich und ungewöhnlich zugleich. Quinns Picasso-Fotos bedienen beide Register der Star-Existenz: Sie zeigen ihn als Familienvater, als jovialen Gesellschaftsmenschen einerseits und andererseits umkreisen sie seine Atelierräume und den künstlerischen Schaffensakt.

Die Ausstellung „Edward Quinn – Mein Freund Picasso“ war bereits im südfranzösischen Antibes und im slowakischen Bratislava zu sehen und macht nach Münster Station in Dublin.

Öffnungszeiten: Di-So: 10.00-18.00 Uhr

Öffentliche Führungen: Samstag, Sonntag und Feiertage: 15 Uhr und 16:30 Uhr

Katalog:
Ein Katalog zur Ausstellung „Edward Quinn – Mein Freund Picasso“ ist für 29,80 Euro an der Museumskasse erhältlich (Wienand Verlag, Buchhandelsausgabe: 34,00 Euro)

Kunstmuseum Pablo Picasso /Königsstraße 1 / 48143 Münster
Telefon 0251 – 4144710


 

 


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