Coesfeld: Glasmuseum zeigt Neuerwerbungen

Print Friendly, PDF & Email

Coesfeld – Glaskunst aus Südafrika, Japan, USA – und vor allem Australien. Aus diesen Ländern und Kontinenten stellten talentierte Künstler im vergangenen Jahr ihre ausgezeichneten Werke in Europa aus. Anlass für die Stiftung und das Glasmuseum Alter Hof Herding, sich auf den Weg zu machen, um die sehenswerten Objekte live zu sehen, in der Hoffnung, die Sammlung mit weiteren vielfältigen Werken zu bereichern.

Jese Günther: Gomphus Vulgatissmus - Foto: Jesse Günther

Jesse Günther: Gomphus Vulgatissmus – Foto: Jesse Günther

Es fiel auf, dass vor allem Künstler aus Australien in der europäischen Glasszene vertreten waren, doch schien hier die australische Glasgeschichte zu ihren Wurzeln zu finden. Denn, Initialzündung für die Entwicklung des australischen Glases gab einst der deutsche Künstler Klaus Moje (1936-2016). Er wurde 1982 an die Kunstschule der Nationaluniversität Canberra berufen, um dort ein Studienprogramm für zeitgenössisches Glas aufzubauen. Es gelang ihm sehr bald, das Glas zu einer anerkannten künstlerischen Disziplin in Australien zu machen. Viele seiner einstigen Schüler geben heute der internationalen Glasszene bedeutende Impulse.

Marcel Hoogstad: Hay Centrifuge 2015 - Foto: Valentine Destrait

Marcel Hoogstad: Hay Centrifuge 2015 – Foto: Valentine Destrait

Ein vielversprechender australischer Newcomer ist Marcel Hoogstad Hay, der mit traditionellen venezianischen Techniken und aufregenden Farbspielen arbeitet. Giles Bettison hat sich in der Kunstwelt längst etabliert. Seine meisterhaft gefertigten Murrini-Gefäße sind ebenfalls eine Reminiszenz an die italienische Glaskunst und ihre Weiterführung in eine heutige Komposition ungewöhnlicher Muster.

Zu Hause in Lette veränderten sich im Laufe des Jahres die Außenanlagen der Stiftung – sowohl vor dem Museum als auch vor dem Glasdepot: So bespielen H.-W. Horns imposante Floatglas-Skulptur „Spurensuche, I learn from disaster“ oder Wladimir Rudolfs nahezu schwebende Objekte „Flüchtigkeit des menschlichen Lebens“ die Grünfläche vor dem Glasdepot. Auch Torsten Rötzschs skurrile Installation „Valge“ beweist in der Anlage vor dem Museum, dass Kunst und Natur eine fast magische Verbindung eingehen können.

Dale Roberts: Buoyancy 2011 - Foto; Galerie Nummer40

Dale Roberts: Buoyancy 2011 – Foto; Galerie Nummer40

„Schließlich möchten wir Ihnen noch zwei Ausstellungen verraten, die wir im Anschluss an die „Neuerwerbungen 2016“ zeigen werden: Im Mai präsentieren wir Werke des legendären polnischen Künstlers Stanislaw Borowski, und im September kommt die neue Generation der Studierenden aus dem belgischen Instituut voor Kunst en Ambacht (IKA) Mechelen zu uns“, berichtet Julia Geldmann vom Glasmuseum in Coesfeld.

Glasdepot Höltingshof

Seit Frühjahr 2006 können die Besucher des Glasmuseums Alter Hof Herding auch das offene Glasdepot besichtigen. Außergewöhnlich in der deutschen Museenlandschaft ist, dass ein Museumsdepot öffentlich und dauerhaft für Besucher zugänglich gemacht wird. Gezeigt wird die chronologische Entstehung der Sammlung, die inzwischen aus rund 2000 Glasobjekten besteht. Das Glasdepot befindet sich im benachbarten Höltingshof.

Öffnungszeiten Glasmuseum + Glasdepot: Mi + Sa 14 – 17 Uhr, So 11 -17 Uhr

Führungen auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten

 

Glasmuseum Alter Hof Herding / Letter Berg 38 / 48653 Coesfeld

Telefon 02546 – 9305 11

www.ernsting-stiftung.de

 

Speak Your Mind

*