Kiepenkerl-Blog: Petry Heil – Nein danke!

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Kaum hatte sich Frauke Petry an die Spitze der Alternative für Deutschland (AfD) gekämpft, da blies sie auch schon zur Jagd auf Migranten. Ihr politisches Programm stammt aus der Mottenkiste von Ulbricht & Konsorten. Was jahrzehntelang potentielle Flüchtlinge am Verlassen der DDR hinderte, muss auch gegen Flüchtlinge von außen helfen – glaubt sie. Die Glaubensmigrantin war schließlich 14 Jahre mit dem evangelischen Pfarrer Jens Petry (CDU) verheiratet. Während er in der Kirche von Tautenhaim zum Thema aus dem Matthäus-Evangelium predigt: „Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet“, ruft sie als Parteivorsitzende der AfD in der Flüchtlingspolitik zum Gegenteil auf.

Petry HeilDie Mundfeuerwaffe aus dem Sächsischen Landtag ist nicht zu unterschätzen: Nach dem Abitur studierte sie als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Chemie in England (Reading/Grafschaft Berkshire) und Göttingen, wo sie promoviert wurde. 2007 gründete sie ein Unternehmen und erhielt für ihre innovative Unternehmensgründung 2012 aus der Hand von Bundespräsident Gauck die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik. Das Unternehmen für Reifendichtmittel ist inzwischen pleite und Frau Dr. Petry ging in die Privatinsolvenz.

In ihrem Job als Landtagsabgeordnete äußerte sie sich in einem Presseinterview zum Flüchtlingsproblem und zur Begrenzung des Flüchtlingszustroms. Sie glaubt, dass ggf. auch der Bau von Zäunen zur Verhinderung illegaler Grenzübertritte nötig ist.

Hier ein Auszugaus dem Interview:

F age: Was passiert, wenn ein Flüchtling über den Zaun klettert?

Antwort: Dann muss die Polizei den Flüchtling daran hindern, dass er deutschen Boden betritt.

Frage: Und wenn er es trotzdem tut? Wie soll ein Grenzpolizist in diesem Fall reagieren?

Antwort: Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz.

Frage: Gibt es in Deutschland ein Gesetz, das einen Schießbefehl an den Grenzen enthält?

Antwort: Ich habe das Wort Schießbefehl nicht benutzt. Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio [d. h. letztes mögliches Mittel] gehört der Einsatz von Waffengewalt. Entscheidend ist, dass wir es soweit nicht kommen lassen.

Nach heftigster Kritik an ihren Äußerungen ruderte Petry zwar zurück, doch als „Grenzanbieterin“ im demokratischen Umfeld wird sie ihre Meinung nicht ändern. Ein Grenzanbieter ist im Wettbewerb jener Anbieter, der zum aktuellen Preis kurzfristig gerade noch am Markt bleiben kann. Ich hoffe inständig, dass Frau Dr. Petry mit ihren rechtspopulistischen Ideen und als geistige Brandstifterin bald aus dem Medienmarkt fällt. Im real existierenden Wettbewerb hat sie das ja bereits geschafft. Doch sie ist eine Kämpferin, das hat sie bei internen Grabenkämpfen bereits unter Beweis gestellt.

„Petri Heil!“ ist die traditionelle Grußformel von Fischern und Anglern. Der Grüßende wünscht dem Gegrüßten den Fangerfolg des Fischers Petrus, wie er in der biblischen Fischzugsgeschichte berichtet wird. Ich hoffe, dass die Wähler das Grußwort „Petry Heil!“ meiden, wie der Fisch den falschen Köder.

Der französische Philosoph und Staatstheoretiker Charles-Louis Montesquieu beschrieb im 18. Jahrhundert bereits die Ursachen für die geistigen Einbahnstraßen der rechtsextremistischen AfD-Ideologien und deren lautstarke Fußtruppen: „Wenn eine Idee in einen hohlen Kopf tritt, so füllen sie ihn völlig aus, weil keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.“

 

 

 

 

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